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Regierung·vor 2 Std.

Mitarbeiter des polnischen Kinderombudsmanns werfen Mobbing und Überlastung vor – Parlament fordert Aufklärung

Eine Klage eines ehemaligen Anwalts hat enthüllt, was fast 20 Mitarbeiter als eine Kultur von Mobbing und Überlastung im polnischen Büro des Kinderombudsmanns beschreiben – das Parlament leitet eine Untersuchung ein.

Untersuchung zeigt Muster der Belastung

Als Łukasz Korzeniowski, ein von Ombudsfrau Monika Horna-Cieślak persönlich angeworbener Anwalt, den Staatsschatz wegen Mobbings verklagte, begannen Journalisten, andere Mitarbeiter zu kontaktieren. Ihre am 11. Juni veröffentlichten Ergebnisse stützen sich auf Berichte von fast 20 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern des Büros des Ombudsmanns für Kinder (BRPD). Die Befragten beschreiben chronische Erschöpfung, Panikattacken und die Erosion des Privatlebens. Mehr als die Hälfte wurde von Horna-Cieślak selbst eingestellt.

Es war nicht leicht für mich, darüber zu sprechen, denn über Misshandlung am Arbeitsplatz zu reden, die einem widerfährt, ist nie einfach. Ich habe mich jedoch entschieden, dass es getan werden musste.

Angst, Überwachung und gesundheitliche Zusammenbrüche

Mitarbeiter sagten TVN24, sie lebten in ständiger Angst vor Kündigung und davor, Kinder zu enttäuschen, die auf ihre Fälle angewiesen seien. Mehrere legten medizinische Unterlagen vor, die psychiatrische Behandlungen und Krankschreibungen belegen. Reporter beobachteten während der Interviews Händezittern und tränenreiche Zusammenbrüche. Korzeniowski sagte, ihm seien nach vier Monaten 179 aktive Fälle und nach sechs Monaten 247 Fälle zugewiesen worden, zusätzlich zu unbezahlten Aufgaben wie dem Reinigen von Veranstaltungssälen. Mitarbeiter behaupteten, eine Kollegin der Ombudsfrau habe bei privaten Gesprächen an Türen gelauscht.

Systemische Umstrukturierung und explodierende Fallzahlen

Im Sommer 2024 führte Horna-Cieślak eine Regel ein, dass jeder Fallabschluss ihre persönliche Genehmigung erforderte. Mitarbeiter sagen, die Änderung habe einen Engpass geschaffen und sie gezwungen, zusätzliche interne Dokumentationen zu erstellen. Inzwischen sei der jährliche Fallzugang Berichten zufolge von 40.000 unter ihrem Vorgänger auf fast 78.000 in ihrem zweiten Jahr gestiegen. Mitarbeiter berichten, dass sie nachts, an Wochenenden und an Feiertagen Arbeits-E-Mails senden und empfangen.

Rechtliche und politische Konsequenzen

Schlüsselereignisse im Büro des Ombudsmanns für Kinder
  1. Ombudsfrau führt neues Dokumentengenehmigungssystem ein, das ihre Unterschrift für alle Fallabschlüsse erfordert.
  2. Internes Anti-Mobbing-Verfahren gegen den damaligen Mitarbeiter Łukasz Korzeniowski wegen eines nicht näher bezeichneten Vorfalls eingeleitet.
  3. TVN24 veröffentlicht investigativen Bericht; Abgeordnete Monika Rosa kündigt gemeinsame parlamentarische Ausschussanhörung an.

Korzeniowskis Klage ist nicht die einzige rechtliche Herausforderung. Mindestens zwei weitere Mitarbeiter haben das Büro vor dem Arbeitsgericht verklagt, und die Staatliche Arbeitsinspektion prüft die Bedingungen. Am Tag der Veröffentlichung von TVN24 kündigte die Oppositionsabgeordnete Monika Rosa an, dass die parlamentarischen Ausschüsse für Sozialpolitik und Kinderangelegenheiten eine gemeinsame Anhörung abhalten würden, um von der Ombudsfrau Aufklärung zu fordern.

Verteidigung der Ombudsfrau

Auf die Vorwürfe angesprochen, erklärte Horna-Cieślak, das Büro sei bei ihrem Amtsantritt in einem schlechten Zustand gewesen und ihre Reformen sollten die Zuverlässigkeit verbessern. Sie verwies auf eine positive Prüfung durch den Obersten Rechnungshof. Sie betonte, dass die Arbeitsrechte respektiert würden und die Mitarbeiter Überstundenzuschläge erhielten.

Die Arbeit für Kinder in schwierigen Situationen ist kein Job für jedermann.

Die Ombudsfrau gab auch bekannt, dass ein internes Anti-Mobbing-Verfahren gegen Korzeniowski läuft, das auf einen Vorfall im September 2025 zurückgeht. Sie sagte, sie habe von seiner Klage nichts gewusst.

Warschau

8 Quellen

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