
Spanischer Minister Óscar Puente kritisiert König Felipe VI. öffentlich für Foto mit rechtem Aktivisten Javier Negre in Kolumbien
Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete es als eine 'absoluta ignominia', dass König Felipe VI. sich am 7. August bei der Amtseinführung des kolumbianischen Präsidenten mit dem rechten Medienaktivisten Javier Negre fotografieren ließ. Dies löste scharfe Gegenangriffe der PP und eine Erwiderung von Negre selbst aus.
Die Begegnung in Cali
Am 7. August, während der Amtseinführung des neuen kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella in Cali, begrüßte König Felipe VI. Javier Negre, den Gründer des Medienkanals Estado de Alarma (auch als EdaTV bekannt), und sprach kurz mit ihm. Negre bat den König um ein Foto, was Felipe VI. gewährte. Der auf Video festgehaltene Moment dauerte nur wenige Sekunden und fand außerhalb des formellen Protokolls statt, zusammen mit zahlreichen anderen Gästen, darunter Mitglieder der PP, von Vox und Außenminister José Manuel Albares, der Teil der offiziellen Delegation war, die den König begleitete.
Puentes Kritik
Am 11. August teilte Verkehrsminister Óscar Puente auf X einen Beitrag des Accounts @bilboantifa, der das Video enthielt und forderte: '¡República ya!' Puente schrieb: 'Esta situación me parece una absoluta ignominia.' Später am selben Tag führte Puente vier Gründe an: Negre habe Königin Letizia wiederholt und schwer beleidigt, habe den König schwer beleidigt, sei 'un profesional de la difamación y el bulo' und sei 'un activista de ultraderecha que practica el acoso a los políticos progresistas y a sus familias, entre otras a la mía.' Puente wies auch darauf hin, dass in Spanien Menschen wegen Beleidigung der Krone im Gefängnis sitzen.
El Rey es un símbolo y no es inocuo junto a quién se fotografía o a quien saluda en un contexto que no es protocolario, ni forma parte de ninguna relación institucional. Su imagen se contamina y la del sujeto con el que se fotografía se limpia. Y ambas cosas son inaceptables.
Reaktion der PP und weiterer Kontext
Die PP reagierte umgehend. Generalsekretär Miguel Tellado schrieb auf X, die wahre 'ignominia' sei die Ankunft von 70.000 undokumentierten Migranten in Ceuta und die Untätigkeit der Regierung, und fügte hinzu: 'Lo arreglaremos en las urnas, Óscar.' Vizesekretär Jaime de los Santos nannte Puente 'ultra' und sagte: 'la única ignominia son él y su jefe, su Gobierno al completo.' Er kritisierte Puente auch dafür, soziale Medien zu nutzen, um das Staatsoberhaupt anzugreifen, und dafür, nach dem Eisenbahnunfall von Adamuz keine Verantwortung übernommen zu haben. Vox, das eine Strategie der Distanzierung von der Krone verfolgt, reagierte nicht.
- König Felipe VI. begrüßt Javier Negre und lässt sich bei der Amtseinführung des kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella in Cali mit ihm fotografieren
- Minister Óscar Puente teilt das Video auf X und nennt es 'una absoluta ignominia'
- Puente veröffentlicht eine Folgenachricht mit vier Gründen, warum das Foto inakzeptabel ist
- PP-Generalsekretär Miguel Tellado antwortet auf X und bezeichnet die Ceuta-Krise als die wahre Schande
- PP-Vizesekretär Jaime de los Santos nennt Puente 'ultra' und verteidigt den König
- Javier Negre antwortet auf X und bezeichnet seine Mediengruppe als 'die viralste im hispanoamerikanischen Raum'
Negres Antwort und der Ceuta-Hintergrund
Negre antwortete auf X: 'Ignominia no es que el Rey de todos los españoles salude al propietario del grupo de medios más viral en política de Hispanoamérica.' Er fügte hinzu, die wahre Schande sei, dass der König gezwungen sei, Vertreter 'einer korrupten Regierung, die ihm die Ankunft in Ceuta blockiert', zu begrüßen. Puente antwortete: 'Hay una sola verdad en tu tuit. Que eres un virus.' Die Kontroverse entfaltete sich vor dem Hintergrund der Migrationskrise in Ceuta, bei der 72.000 Menschen über die Tarajal-Mole in spanisches Hoheitsgebiet gelangten. Felipe VI. hatte um einen Besuch in Ceuta gebeten, erhielt aber von Minister Óscar López die Auskunft, er werde 'cuando sea oportuno' und 'en coordinación con el Gobierno' reisen. Der Präsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, reiste nach Mallorca, um den König zu treffen, und sagte, er habe 'den angstvollen Hilferuf von Ceuta' überbracht.


