
Zwei Minister der Motoristé-Partei beim Volksfest in Strážnice ausgebuht – Opposition fordert Einschreiten des Premiers
Außenminister Petr Macinka wurde am Samstag beim Volksfest in Strážnice von der Bühne gebuht, einen Tag nachdem Kulturminister Ota Klempíř dasselbe Schicksal erlitten hatte. Oppositionsführer werfen der Koalitionspartei Motoristé eine provokative Politisierung vor und fordern Premier Andrej Babiš zum Handeln auf.
Buhrufe auf der Bühne
Kulturminister Ota Klempíř wurde am Freitag bei seinen Eröffnungsworten des Volksfestes in Strážnice ausgebuht und verhöhnt. Am nächsten Tag bat Außenminister Petr Macinka, ebenfalls Vize-Premier der Motoristé, um einen Auftritt und wurde mit noch lautstärkerer Feindseligkeit empfangen. Das Publikum skandierte „Vypadni!“ (Hau ab!) und Macinka verließ die Bühne unter anhaltendem Pfeifkonzert. Er bezeichnete das Buhen später als „viel hysterischer“ als das, was Klempíř erlebt habe, und sagte, er sei bewusst auf die Bühne gegangen. Auf Facebook nannte er die Erfahrung eine „Sondierung der Seelen des besseren Teils der Gesellschaft“.
- Kulturminister Ota Klempíř bei Eröffnungsrede ausgebuht
- Außenminister Petr Macinka mit Rufen 'Vypadni!' von der Bühne gebuht
- TV-Debatte auf CNN Prima News: Opposition fordert Entschuldigung des Premiers; Schillerová lehnt Subventionskürzung ab
Politische Folgen
Der Vorfall dominierte eine sonntägliche TV-Debatte auf CNN Prima News. Vize-Premierministerin Alena Schillerová (ANO) distanzierte sich vom Verhalten der Motoristé-Minister und betonte, die Menschen kämen zum Festival für Erfahrungen, nicht um Politikern zuzuhören. Sie lehnte jede Idee einer Kürzung staatlicher Zuschüsse für das Fest ab, nachdem Sportminister Boris Šťastný (Motoristé) diese Möglichkeit in den sozialen Medien angedeutet hatte. Schillerová erklärte, die Subventionspolitik werde nicht nach Buhrufen gemacht.
Die Subventionspolitik wird nicht nach Buhrufen gemacht.
Oppositionsparteiführer forderten Konsequenzen. ODS-Chef Martin Kupka sagte, Macinka sei nur gekommen, um zu beleidigen und zu provozieren, und forderte Premier Andrej Babiš auf, sich beim Volk zu entschuldigen. STAN-Chef Vít Rakušan argumentierte, es seien die Motoristé und nicht das Publikum gewesen, die das Festival politisiert hätten. Piratenpartei-Vorsitzender Zdeněk Hřib erklärte, die Regierung solle über einen Austausch einiger ihrer Mitglieder nachdenken, und fügte hinzu, als er Prager Bürgermeister gewesen sei, habe ihn niemand ausgebuht, weil es darauf ankomme, wer die Regierung vertrete.
Sie haben eine Person, die wo auch immer sie hingeht, einen solchen Aufruhr verursacht und jede Veranstaltung politisiert.
Veranstalter distanzieren sich
Die Festivalleitung bedauerte, dass das diesjährige Programm überschattet worden sei. Sie betonten, der Auftritt von Minister Klempíř sei als natürliche Höflichkeit gegenüber dem Kulturministerium, einem langjährigen Förderer, gedacht gewesen, nicht als politische Präsentation. „Wir betrachten solche Darbietungen nicht als Teil der Atmosphäre, die wir in Strážnice schaffen wollen“, so die Veranstalter. Macinka erklärte später in der TV-Debatte, er habe nur versucht, zu den Seelen des Publikums zu sprechen, und sei als Vizepremier eingeladen worden. Er hielt daran fest, dass das Buhen den guten Ruf des Festes schädige.

