
Publikum in Strážnice buht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zwei Minister der Partei Motoristé aus
Kulturminister Oto Klempíř sah sich am Freitag heftigen Buhrufen ausgesetzt, und Außenminister Petr Macinka wurde am Samstag mit „Vypadni“-Rufen empfangen, als das Internationale Folklorefestival in Strážnice zu einer unerwarteten Bühne politischer Wut wurde.
Die Vorfälle
Auf dem Internationalen Folklorefestival in Strážnice wurden zwei Minister der Partei Motoristé an aufeinanderfolgenden Tagen mit lauten Buhrufen empfangen. Am Freitag betrat Kulturminister Oto Klempíř die Bühne, um eine Rede zu halten, doch seine Worte wurden sofort von Buhrufen, Pfeifkonzerten und Rufen wie „Fuj!“ aus der Menge übertönt. Trotz des Lärms sagte Klempíř dem Publikum: „Es spielt keine Rolle, was ihr von mir denkt“, und versprach dem Festival entschlossene Unterstützung durch sein Ministerium. Am darauffolgenden Tag erlebte Außenminister Petr Macinka einen noch härteren Empfang: Das Publikum skandierte während seines Auftritts „Vypadni!“ (Hau ab!), was in direktem Zusammenhang mit der Kontroverse des Vortages stand.
- Kulturminister Oto Klempíř wird während seiner Rede auf dem Festival in Strážnice ausgebuht und angepfiffen.
- Außenminister Petr Macinka wird bei einem Auftritt im Zusammenhang mit den Ereignissen des Vortags mit „Vypadni!“-Rufen (Hau ab!) empfangen.
Klempíř macht Hitze und Alkohol verantwortlich
In einem Facebook-Beitrag am Samstag beschrieb Klempíř die Atmosphäre als „feindselig, beeinflusst von Alkohol und Hitze“. Er schrieb:
Er fügte hinzu:Junge Menschen aus aller Welt kamen nach Strážnice, um das Beste ihrer Volkskultur zu präsentieren. Aber das lokale Publikum hatte seine eigene Kultur. Meine Begrüßung wurde von Buhrufen, Pfeifen, Vulgaritäten und Hass begleitet.
Was nützt es, sich mit schönen Kostümen, Musik und Tanz zu umgeben, wenn ihr selbst Gefangene von Grobheit, Vulgarität und Bosheit seid.
Politische Untertöne und Drohung
Klempíř deutete Konsequenzen an, indem er das Sprichwort verwendete: „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“ und sagte, er erwarte von den von seinem Ministerium finanzierten Einrichtungen Anstand und Respekt. Sein Vorgänger Martin Baxa entgegnete, es sei eine Freude, mit den Menschen in Strážnice zusammen zu sein, während Klempíř seine Mitbürger als betrunkene Flegel sehe. Boris Šťastný, Parteikollege von Motoristé, ging noch weiter und schlug vor, die Subventionen zu kürzen und ganz fernzubleiben.
Wetter erzwingt Anpassungen des Festivals
Die Temperaturen überstiegen 37 °C, was die Organisatoren veranlasste, die traditionelle Trachtenparade abzusagen und Teile des Programms in Innenräume zu verlegen. Hana Jechová, Sprecherin des Nationalinstituts für Volkskultur, sagte, die Besucher hätten die Hitzewarnungen ernst genommen und Wasserflaschen und Hüte mitgebracht. Sie stellte fest, dass die Besucherzahlen etwas niedriger waren als in den Vorjahren und einmal täglich ein Krankenwagen gerufen wurde.
Eine breitere Kontroverse
Klempíř steht seit Langem in der Kritik wegen eines Gesetzesvorschlags zur Überholung der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der die Rundfunkgebühren abschaffen und die Budgets der Sender stärker unter staatliche Kontrolle stellen würde. Der Gesetzentwurf wurde von der Opposition und anderen Ministerien abgelehnt. Auch seine frühere Zusammenarbeit mit der kommunistischen Geheimpolizei (StB), bei der er als Agent „Olda“ registriert war, ist immer wieder Zielscheibe der Kritik. MMA-Promoter Ondřej Novotný bezeichnete ihn kürzlich bei einer Preisverleihung als „StB-Abschaum“, und vier Mitglieder des Filmausschusses des Kulturministeriums traten aus Protest gegen den Medienfinanzierungsplan zurück.

