Regierung · Berlin

Rentenkommission schlägt Abschaffung der Minijobs vor – betrifft 6,8 Millionen Beschäftigte

Ein Vorschlag der Rentenkommission zur Abschaffung des Minijob-Systems in Deutschland würde rund 6,8 Millionen Menschen betreffen, überwiegend Frauen sowie Beschäftigte in Gastgewerbe und Einzelhandel, und entfacht eine hitzige Debatte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, Süddeutsche Zeitung und Der Tagesspiegel. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin · Deutschland

Seit 2003 erlaubt Deutschland geringfügige Beschäftigungen (Minijobs) mit einer monatlichen Verdienstgrenze von 603 Euro und ohne Sozialversicherungsbeiträge für den Arbeitnehmer. Nun empfiehlt die Rentenkommission, diese Jobs abzuschaffen und in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren. Der Vorschlag hat eine scharfe Kluft zwischen Arbeitgeberverbänden, die vor Betriebsstörungen warnen, und Gewerkschaften, die die Änderung befürworten, ausgelöst.

Wie viele Menschen sind betroffen

Laut Minijob-Zentrale gab es zuletzt 6.554.876 gewerbliche Minijobs sowie 252.372 in Privathaushalten, insgesamt rund 6,8 Millionen. Fast zwei Drittel der gewerblichen Minijobber sind zwischen 24 und 64 Jahren alt. Die größten Branchen sind Handel und Gastgewerbe.

Minijobber nach Beschäftigungsart
Gewerblich
6554876
Privathaushalte
252372

Daten aus dem Artikeltext

Frauen stellen 55,9 % der Minijobber, Ausländer 18,3 %. Insgesamt erwirtschafteten Minijobs im ersten Quartal 1,3 Milliarden Euro an Rentenbeiträgen und 1,02 Milliarden Euro an Krankenversicherungsbeiträgen.

Minijobber nach Geschlecht%
Frauen
55.9 %
Männer
44.1 %

Daten aus dem Artikeltext

Quartalsbeiträge zur Sozialversicherung aus MinijobsMrd. €
Rentenversicherung
1.3 Mrd. €
Krankenversicherung
1.02 Mrd. €

Daten aus dem Artikeltext

Was Arbeitgeber und Gewerkschaften sagen

Die Gastronomie ist besonders alarmiert.

„Die Vorschläge der Rentenkommission ignorieren die betriebliche Realität und wären eine Katastrophe für das Gastgewerbe.“

Hotel- und Gaststättenverband in Bayern
Arbeitgeberverbände lehnen die Abschaffung weitgehend ab, während die Gewerkschaften sie unterstützen. CSU-Chef Markus Söder schlug einen vorsichtigen Ton an:

„Minijobs sind ein sensibles Thema; wir dürfen kein Porzellan zerschlagen.“

Markus Söder, CSU-Parteivorsitzender und bayerischer Ministerpräsident

Expertenmeinungen zur Minijob-Falle

Arbeitsmarktexperten kritisieren Minijobs seit langem. Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, hebt das Paradoxon hervor:

„Deutschland gehört zu den europäischen Ländern mit einer hohen Frauenerwerbsquote, aber die Zahl der von Frauen geleisteten Arbeitsstunden gehört zu den niedrigsten auf dem Kontinent.“

Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende
Sie argumentiert, dass Minijobs, ähnlich wie das Ehegattensplitting, als staatlicher Anreiz für geringe Arbeitszeiten wirken. Der Forscher Ulrich Walwei vom IAB stellte in einer Stellungnahme für den Bundestag 2021 fest, dass Minijobs ein hohes Risiko für Niedriglöhne und Armut bergen, reguläre Beschäftigung verdrängen und nur selten als Brücke in sozialversicherungspflichtige Jobs dienen.

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Quellen und Kontext

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