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Regierung·vor 3 Std.

Ehemaliger Rechnungshofpräsident Miele legt CSM-Aufsichtsposten im Zuge von Korruptionsermittlungen zur Brücke über die Straße von Messina nieder

Tommaso Miele, der ehemalige stellvertretende Präsident des italienischen Rechnungshofs, trat am 11. Juni 2026 als Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Hohen Rates der Justiz (CSM) zurück, wenige Tage nachdem er im Zusammenhang mit dem Brückenprojekt über die Straße von Messina unter Korruptionsverdacht geraten war.

Tommaso Miele, der ehemalige stellvertretende Präsident des italienischen Rechnungshofs (Corte dei Conti), ist am 11. Juni 2026 von seinem Amt als Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Hohen Rates der Justiz (CSM) zurückgetreten. Der Schritt erfolgt im Zuge seiner Verwicklung in eine Untersuchung der römischen Staatsanwaltschaft zu Korruption im Zusammenhang mit dem seit langem umstrittenen Brückenprojekt über die Straße von Messina.

Der Rücktritt

Miele hatte die CSM-Aufsichtsfunktion seit April 2025 inne, zunächst unentgeltlich für die Amtszeit 2025–2028. Im März 2026, nach seiner Pensionierung beim Rechnungshof im Februar, stimmte das CSM-Plenum dafür, die Position mit einem Bruttojahresgehalt von 27.000 € zu vergüten. Quellen innerhalb des CSM bestätigten den Rücktritt, den Miele laut La Stampa mit „Zweckmäßigkeitsgründen“ begründete.

Volles Vertrauen in die Arbeit der Justiz. Mit der Zeit wird sich die völlige Unbeteiligung meines Mandanten an den Vorwürfen zeigen.

Die Ermittlungen

Die römischen Staatsanwälte, die die Ermittlungen an die Sondereinheit ROS der Carabinieri delegiert haben, verfolgen Vorwürfe der Korruption, der Preisgabe von Dienstgeheimnissen und des Versuchs, das Urteil des Rechnungshofs zum endgültigen Brückenprojekt zu beeinflussen. Neben Miele stehen auch der Anwalt Giacomo Francesco Saccomanno und der Unternehmer Vincenzo Virgiglio unter Verdacht.

Im Zentrum der Ermittlungen steht Mieles angebliche Rolle bei der Weitergabe vertraulicher Informationen über die Ausrichtung der Rechnungsprüfungsrichter und den Fortgang der Beratungen des Rates über die Infrastruktur. Im Gegenzug, so behaupten die Ermittler, wurden Miele nach seiner Pensionierung künftige öffentliche Ämter oder Positionen in staatlichen Unternehmen versprochen. In den Gesprächen im Fall sollen Spitzenpositionen erwähnt worden sein, darunter die mögliche Präsidentschaft der italienischen Wettbewerbsbehörde.

Angeblich Einflussnahme

Nach dem negativen Urteil des Rechnungshofs zum Brückenprojekt vom 29. Oktober 2025 wird Miele vorgeworfen, im Auftrag der Projektgesellschaft Stretto di Messina Spa ein technisches Memorandum verfasst zu haben, das deren rechtliche Verteidigungsposition stärken sollte. Rai News berichtete, dass Saccomanno und Virgiglio auch versuchten, zwei weitere Rechnungsprüfungsrichter zu korrumpieren, die für die Interessen der Gruppe als nützlich erachtet wurden, diese Versuche jedoch scheiterten, als die Richter die Einladungen ablehnten.

Korruption, Preisgabe von Dienstgeheimnissen und Versuche, das Urteil des Rechnungshofs zum endgültigen Brückenprojekt über die Straße von Messina zu beeinflussen – das sind die Vorwürfe der römischen Staatsanwaltschaft.

Il Sole 24 ORE

Das Brückenprojekt

Die Brücke über die Straße von Messina, eine geplante Hängebrücke, die Sizilien mit dem italienischen Festland verbinden soll, ist seit Jahrzehnten eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte Italiens. Die negative Bewertung des Rechnungshofs im Oktober 2025 stellte ein erhebliches verfahrenstechnisches Hindernis dar, und die derzeitigen Korruptionsermittlungen fügen dem bereits unsicheren Weg des Projekts eine weitere rechtliche Komplikation hinzu.

Schlüsselereignisse der Miele-Ermittlungen
  1. Miele wird zum Vorsitzenden des CSM-Prüfungsausschusses für die Amtszeit 2025–2028 ernannt, unentgeltlich.
  2. Der Rechnungshof gibt ein negatives Urteil zum Brückenprojekt über die Straße von Messina ab.
  3. Miele geht beim Rechnungshof in den Ruhestand.
  4. Das CSM-Plenum stimmt dafür, Mieles Aufsichtsposten mit einem Bruttogehalt von 27.000 € pro Jahr zu vergüten.
  5. Es wird bekannt, dass gegen Miele im Rahmen der Brückenermittlungen wegen Korruption ermittelt wird.
  6. Miele tritt vom Vorsitz des CSM-Prüfungsausschusses zurück.
Rom · Messina

5 Quellen

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