
Microsofts Brad Smith: Für Milch und Waschmaschinen gelten strengere Regeln als für KI
Microsoft-Präsident Brad Smith sagte in einem am Montag, 12. Oktober, veröffentlichten BBC-Interview, KI sei weniger reguliert als Lebensmittel und Haushaltsgeräte. Er forderte Notbremsen, die Meldung von Vorfällen und unabhängige Prüfer und erklärte, Großbritannien sei am besten geeignet, die Führung zu übernehmen.
Strengere Regeln für Lebensmittel als für KI
Microsoft-Präsident Brad Smith sagte in einem am Montag, 12. Oktober, veröffentlichten BBC-Interview, für eine Waschmaschine gälten derzeit mehr Sicherheitsvorschriften als für künstliche Intelligenz. „Im Moment unterliegt Ihre Waschmaschine mehr Sicherheitsvorschriften als KI. Jede Milchpackung, die Sie im Supermarkt sehen, unterliegt Sicherheitsvorschriften und Kontrollen“, sagte er. Smith sagte, die KI-Branche „bewegt sich schneller“ als die Sicherheitsteams, und fügte hinzu, das „sei nicht gut für den Schutz der Öffentlichkeit. Es sei nicht einmal gut für die Industrie.“
Wir wissen, wie das bei anderen Produkten funktioniert. Wir sollten auf diesem Wissen aufbauen und darüber nachdenken, wie wir es auf KI anwenden.
Vorgeschlagene Schutzmaßnahmen
Smith forderte, Modelle stärkeren Sicherheitsbewertungen zu unterziehen, mit unabhängigen Prüfern sowohl außerhalb der Unternehmen als auch in Verbindung mit verschiedenen Regierungen. Diese Prüfer sollten entscheiden, ob ein Produkt für die Veröffentlichung bereit sei. Außerdem schlug er eine Notbremse vor, um außer Kontrolle geratene KI-Systeme zu stoppen oder zu verlangsamen, sowie eine gesetzliche Pflicht für Unternehmen, Vorfälle zu melden und Betroffene zu informieren, wenn ein System sich unerwartet oder schädlich verhält.
Er beschrieb die Notbremse als anwendbar auf jedes KI-System, das autonome Geräte oder kritische Infrastruktur steuert, so der portugiesischsprachige Bericht von Observador. Smith sagte zudem, bei Angriffen durch KI-Agenten solle eine gesetzliche Pflicht bestehen, dem Opfer mitzuteilen, was geschehen sei; er verwies auf jüngste Fälle, ohne Unternehmen zu nennen.
Großbritannien und das AI Security Institute
Smith sagte, das Vereinigte Königreich sei am besten geeignet, globale KI-Regeln voranzutreiben, vor allem dank des AI Security Institute, das unter dem damaligen Premierminister Rishi Sunak eingerichtet wurde. Das Handelsblatt berichtete, die Tester des Instituts, die auf freiwilliger Basis vorab Zugang zu Modellen führender Anbieter erhalten, genössen hohes Ansehen.
Widerspruch zu Trump
Smiths Position widerspricht der von US-Präsident Donald Trump, der argumentiert, der KI-Sektor solle sich selbst regulieren, damit amerikanische Unternehmen das Rennen mit China nicht verlieren. Mehrere KI-Führungskräfte, darunter bei Anthropic, OpenAI und Google DeepMind, haben sich laut Correio da Manhã öffentlich dafür ausgesprochen, die Entwicklung von Agenten zu verlangsamen.
Gates warnt vor Cyberangriffen
Bill Gates, Mitbegründer von Microsoft, sagte ABC News, die dramatischsten Entwicklungen im kommenden Jahr würden wahrscheinlich bei Cyberangriffen liegen. „Die eigentliche Gefahr ist in diesem Moment nicht, dass KI außer Kontrolle gerät. Daran müssen wir auch arbeiten, aber die großen Auswirkungen eines solchen Szenarios liegen noch einige Jahre entfernt“, sagte er laut einem rumänischen Bericht unter Berufung auf AFP. Gates sagte am Sonntag, 11. Oktober, er lehne die Idee ab, dass KI-Unternehmen sich selbst regulieren sollten.
- Bill Gates sagt ABC News, er lehne die Selbstregulierung von KI ab und Cyberangriffe seien das größte kurzfristige Risiko
- Brad Smiths BBC-Interview wird veröffentlicht; er fordert globale KI-Sicherheitsregeln, Notbremsen und die Meldung von Vorfällen

