
Microns KI-getriebener Gewinnschub beruhigt Märkte nach Tech-Ausverkauf; Öl fällt aufgrund von Entspannung in der Straße von Hormus
Die globalen Aktienmärkte fanden nach einem scharfen Tech-Ausverkauf wieder Halt, da die besser als erwarteten Quartalsergebnisse von Micron Technology und der optimistische Ausblick für die KI-Nachfrage die Anleger beruhigten. Die Ölpreise fielen auf Mehrmonatstiefs, da Fortschritte in der Straße von Hormus erzielt wurden.
Tech-Ausverkauf und Erholung
Die Aktienmärkte stabilisierten sich am Mittwoch nach einem brutalen Ausverkauf von Technologieaktien zu Beginn der Woche. Der südkoreanische Kospi-Index, der am Dienstag um fast 10 % eingebrochen war, erholte sich am Mittwoch um 3 %, angeführt von Samsung und SK Hynix. Der Ausverkauf, der auch die Micron-Aktie in der vorherigen Sitzung um mehr als 13 % fallen ließ, hatte keinen einzelnen Auslöser, sondern spiegelte die wachsende Besorgnis über überhöhte Bewertungen im KI-Sektor wider.
Die starken Rückgänge bei Technologieaktien, die ohne signifikanten Auslöser erfolgten, sind ein weiterer Beleg für die zunehmende Volatilität dieser Aktien, eine Folge der offenbar überhöhten Gewinnerwartungen und/oder Bewertungen.
Micron liefert
Nach Börsenschluss am Mittwoch in den USA meldete Micron Technology einen Umsatz von 9,42 Milliarden US-Dollar im dritten Geschäftsquartal, ein Anstieg von 6,81 Milliarden US-Dollar im Vorquartal und deutlich über der Analystenspanne von 8,80 bis 9,20 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen prognostizierte für das vierte Quartal einen Umsatz von rund 10,5 Milliarden US-Dollar und übertraf damit deutlich den Konsens von 9,9 Milliarden US-Dollar. CEO Sanjay Mehrotra sagte, die Nachfrage nach fortschrittlichem HBM-Speicher für KI-Rechenzentren sei weiterhin überwältigend, die gesamte Produktionskapazität für 2026 und Anfang 2027 sei bereits ausverkauft. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel.
- Vorquartal
- 6.81 Mrd. USD
- Q3 2026
- 9.42 Mrd. USD
- Prognose Q4 2026
- 10.5 Mrd. USD
Öl und makroökonomische Entlastung
Die Ölpreise fielen weiter, wobei Brent-Rohöl unter 75 Dollar pro Barrel und US-WTI unter 70 Dollar rutschte – beide auf dem niedrigsten Stand seit März. Der Rückgang wurde durch die allmähliche Rückkehr des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus und US-Zusicherungen zur Freiheit der Schifffahrt angetrieben, was die Befürchtungen einer Versorgungsunterbrechung zerstreute, die seit Beginn des Nahostkonflikts bestanden hatten. Günstigere Energie half, Inflationssorgen zu dämpfen, drückte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,41 % und verstärkte Wetten, dass die Federal Reserve weitere Zinserhöhungen vermeiden kann.
Regionale Marktübersicht
Die europäischen Börsen schlossen den dritten Tag in Folge im Minus, der Stoxx 600 gab um 0,25 % nach. Frankfurt verlor 0,84 %, Mailand 0,56 % und London 0,2 %, während Paris nahezu unverändert blieb. Der Euro schwächte sich auf 1,1353 US-Dollar ab, ein Jahrestief. In Asien eröffnete der Tokioter Nikkei am Donnerstag 1,28 % höher bei 70.061,09 Punkten und legte um 886 Punkte zu, da die Micron-Ergebnisse die Technologieaktien beflügelten. Der Yen blieb bei 161,75 pro Dollar stabil. Die Anleger richten nun ihr Augenmerk auf die US-Kerninflation (PCE), die am Donnerstag veröffentlicht wird; Schätzungen deuten auf eine leichte Beschleunigung hin.
- Tech-Ausverkauf: Kospi fällt um fast 10 %, Micron-Aktie verliert über 13 %.
- Asiatische Märkte uneinheitlich; Kospi erholt sich um 3 %. Europäische Börsen geben nach. Micron berichtet nach Börsenschluss.
- Tokioter Nikkei eröffnet dank starker Micron-Ergebnisse 1,28 % höher bei 70.061,09 Punkten.
Ausblick
Der Micron-Bericht galt als einer der wichtigsten Tests des Jahres für den Technologiesektor, und die starke Prognose hat die Ängste vor einer KI-Blase vorübergehend gemildert. Analysten warnen jedoch, dass die Volatilität anhalten könnte, während die Märkte die Nachhaltigkeit des KI-getriebenen Gewinnwachstums neu bewerten. Die anstehenden Inflationsdaten werden der nächste wichtige Katalysator für die globalen Zinserwartungen sein.

