
Bürgermeister von Oaxaca erschossen: Mexiko ermittelt unter Kartellspannungen und Sicherheitsfokus auf die WM
José Ángel Bravo Martínez, der Bürgermeister einer kleinen Stadt in Oaxaca, wurde am Samstag erschossen. Die Behörden leiteten eine gemeinsame Suchaktion von Bund und Staat ein, während die Angreifer verurteilt wurden.
Der Anschlag
José Ángel Bravo Martínez, Bürgermeister von San Miguel Amatitlán in der Mixteca-Region von Oaxaca, wurde am Samstag erschossen – ein Verbrechen, das die Staatsanwaltschaft als hochriskant einstufte. Die Behörden entsandten kurz nach dem Angriff Ermittler und forensische Teams an den Tatort und leiteten ein formelles Ermittlungsverfahren ein. Ein Motiv wurde nicht genannt, obwohl die Region für intensive Konkurrenz zwischen Drogenhandelsorganisationen bekannt ist.
Die Stadt mit rund 7.000 Einwohnern liegt an der Pazifikküste von Oaxaca, wo die Kartelle Jalisco Nueva Generación und Sinaloa aktiv sind.
- Kämpfe nach Festnahme und Tod eines Drogenbosses fordern über 70 Tote
- Bürgermeister von Oaxaca, Mario Hernández García, bei Anschlag getötet; zwei weitere Tote
- Fußball-WM in Mexiko-Stadt eröffnet
- Bürgermeister José Ángel Bravo Martínez in San Miguel Amatitlán erschossen
Offizielle Reaktion
Gouverneur Salomón Jara von Oaxaca verurteilte die Tötung auf der Social-Media-Plattform X, nannte sie einen „feigen Mord“ und gelobte, dass Gewalt weder das Gesetz noch den Willen der Gemeinden im Staat überlagern werde. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Polizeipräsenz sei verstärkt und ein taktischer Einsatz unter Beteiligung von Bundeskräften gestartet worden, um die Angreifer festzunehmen.
Die Partei von Bravo, die oppositionelle Nationale Aktionspartei (PAN), gab eine Erklärung ab, in der sie den Anschlag als direkten Angriff auf den Frieden, die demokratischen Institutionen und den Volkswillen bezeichnete und darauf bestand, dass solche Vorfälle nicht normalisiert werden dürften.
Kartellgewalt und politische Morde
Der Mord ist der jüngste in einer langen Reihe von Angriffen auf lokale Amtsträger. Erst letzten Monat wurde Mario Hernández García, der Bürgermeister von Santiago Amoltepec, ebenfalls in Oaxaca, bei einem Angriff getötet, bei dem zwei weitere Menschen ums Leben kamen. Anfang des Jahres erschütterte die Tötung von Carlos Manzo, einem Bürgermeister in Michoacán, das Land.
Ein Angriff auf das Leben eines demokratisch gewählten Amtsträgers stellt einen direkten Angriff auf den Frieden, die Institutionen und den Willen des Volkes dar.
Nach Angaben der NGO Causa en Comun starben letztes Jahr mindestens 60 Politiker oder Abgeordnete bei gezielten Tötungen. Seit 2006, als die drogenbedingte Gewalt stark eskalierte, wurden in ganz Mexiko fast 100 Bürgermeister ermordet.
Hintergrund Fußball-WM
Die Tötung ereignete sich wenige Tage nach der Eröffnung der Fußball-WM am Donnerstag in Mexiko-Stadt, wodurch die Sicherheitslage des Landes erneut in den Fokus rückte. Im Februar forderte eine Auseinandersetzung nach der Festnahme und dem Tod eines mächtigen Drogenbosses mehr als 70 Todesopfer – ein Zeichen für das volatile Umfeld, in dem das Turnier stattfindet.
