
Meta testet ständig aufzeichnende Smart Glasses, während New York die Geräte aus allen Gerichtssälen verbietet
Meta entwickelt ‚Supersensing‘-Brillen, die kontinuierlich Audio und Fotos aufnehmen sollen, während New York Vorbereitungen trifft, aufzeichnende Brillen aus seinen 1.240 Gerichtssälen zu verbannen.
Der ständig aktive Prototyp
Meta baut Prototypen von Smart Glasses, die kontinuierlich Audio aufzeichnen und alle paar Sekunden Fotos schießen, wie die Financial Times berichtet. Das System soll als digitales Gedächtnis fungieren und Trägern ermöglichen, Meta AI zu fragen, wo sie ihre Schlüssel gelassen haben oder worüber in einer Besprechung gesprochen wurde. In einer vorgeschlagenen Version würden die Rohdaten weder gespeichert noch dem Benutzer angezeigt; es würden nur Metadaten extrahiert und an Metas Server gesendet, damit die KI darauf zugreifen kann, was Befürworter als Begrenzung von Datenschutzrisiken sehen. Das Unternehmen erwägt jedoch auch, die Daten zum Trainieren seiner KI-Modelle zu verwenden und die Funktion auf bereits auf dem Markt befindliche Brillen zu bringen.
Wir kommentieren keine internen Prototypen, aber wir setzen uns dafür ein, unsere Brillen richtig zu machen, denn sie müssen sowohl von den Menschen, die sie tragen, als auch von denen in ihrer Umgebung gemocht werden.
Datenschutzbedenken und die LED-Anzeige
Aktuelle Meta-Smart-Glasses leuchten eine weiße LED auf, sobald die Kamera aktiv ist, doch dieser Schutz wurde weitgehend untergraben. Modder bieten kostenpflichtige Dienste an, um die LED zu entfernen oder zu deaktivieren, während andere Benutzer sie einfach abkleben. Berichte über Männer, die die Brille nutzen, um Frauen ohne deren Einwilligung zu filmen, haben die öffentliche Kritik verschärft, und die Geräte wurden als „Perversen-Brillen“ bezeichnet. Die Supersensing-Prototypen würden die Berichten zufolge die LED während der kontinuierlichen Aufnahme nicht aktivieren. Ein Whitepaper vom Juli 2025 schlug vor, die Anzeige nur für „aktive Aufnahmemomente“ wie das Aufnehmen eines Fotos oder Videos zu belassen und sie bei KI-Funktionen ausgeschaltet zu lassen.
Metas Vorgehen gegen Manipulation
Diese Woche hat Meta ein obligatorisches Software-Update ausgerollt, das die Kamera deaktiviert, wenn das System erkennt, dass die LED physisch manipuliert oder zerstört wurde. Das Unternehmen wird außerdem Werbung für Manipulationsdienste entfernen, die dahinterstehenden Konten sperren und rechtliche Schritte einleiten. Der VP für Wearables, Alex Himel, nannte diesen Schritt eine Branchenneuigkeit. „Keine andere Art von Kamera hat das getan“, so ein Meta-FAQ.
Gerichtssaalverbot in New York
Angesichts der Gegenreaktion wird New York ab dem 20. Juli Smart Glasses aus allen 1.240 Gerichtssälen verbannen – die bisher weitreichendste Einschränkung. Die Regelung umfasst jede Brille oder Kopfbedeckung, die Audio oder Video aufzeichnen kann; Besucher müssen sie bei Gerichtsbediensteten abgeben, und Mitarbeiter sowie Anwälte sind nicht ausgenommen. Gerichte in Philadelphia, Hawaii und Wisconsin haben bereits ähnliche Grenzen durchgesetzt, und einige Kreuzfahrtgesellschaften verbieten die Geräte in öffentlichen Bereichen.
- Meta veröffentlicht ein Whitepaper, das vorschlägt, die LED nur für aktive Aufnahme zu reservieren und für KI-Funktionen auszuschalten.
- Berichte über Modder, die die LED an Meta-Brillen deaktivieren, lösen eine Gegenreaktion wegen 'Perversen-Brillen' aus.
- Meta kündigt ein obligatorisches Update zur Erkennung von LED-Manipulation und Deaktivierung der Kamera an, sowie rechtliche Schritte gegen Modder.
- Financial Times enthüllt, dass Meta Supersensing-Brillen mit Daueraufzeichnung ohne LED-Anzeige testet.
- New Yorks Verbot von Smart Glasses in allen Gerichtssälen tritt in Kraft.


