
28-Jähriger nach Messerangriff auf 54-jährigen Ladenbesitzer in Kremasti, Rhodos, in Untersuchungshaft
Ein 28-jähriger Mann wurde am 21. Juli in Untersuchungshaft genommen wegen der Messerattacke vom 16. Juli auf einen 54-jährigen Ladenbesitzer in Kremasti, Rhodos. Er berief sich auf Notwehr und verwies auf einen vorherigen Streit um zwei Bier.
Der Vorfall
Am Abend des 16. Juli 2026 soll ein 28-jähriger Mann einen 54-jährigen Ladenbesitzer im Dorf Kremasti auf der griechischen Insel Rhodos erstochen haben. Die Auseinandersetzung folgte auf einen kleineren Streit am Vortag, dem 15. Juli, als der Verdächtige den Laden des Opfers besuchte, um zwei Bier zu kaufen. Nach späterer Aussage des Verdächtigen glaubte er, für die Biere bezahlt zu haben, wurde jedoch darauf hingewiesen, dass dies nicht der Fall sei; daraufhin gab er sie zurück. Am folgenden Abend stellte der Ladenbesitzer den Verdächtigen vor einem örtlichen Café zur Rede, was zu einer körperlichen Auseinandersetzung führte. Die Situation eskalierte später in derselben Nacht vor dem Haus des Verdächtigen, wo es zu der Messerattacke kam.
Die Verteidigung des Verdächtigen
Vor einem Ermittlungsrichter am 21. Juli, begleitet von seinen Anwälten, bestritt der 28-Jährige die Vorwürfe und argumentierte, er habe in rechtmäßiger Notwehr gehandelt. Er behauptete, der 54-jährige Ladenbesitzer habe ihm vor dem Café ins Gesicht geschlagen, und er habe eine zerbrochene Flasche nur als Abschreckung benutzt, um zu fliehen. Später, so sagte er, hätten der Ladenbesitzer und zwei weitere Personen vor seinem Haus auf ihn gewartet, ihn bedroht und mit Stöcken und Fäusten angegriffen. Der Verdächtige gab an, er habe ein Jagdmesser geholt und es defensiv eingesetzt, nachdem er mit einem Stein am Auge getroffen worden sei. Er führte alle in der Akte beschriebenen Verletzungen auf Handlungen in Notwehr zurück. Der Verdächtige offenbarte zudem, dass er an einer schweren psychischen Erkrankung leide und dafür Medikamente erhalte – ein Faktor, den seine Verteidigung möglicherweise im Prozess vorbringen wird.
## Gerichtsentscheidung Der Ermittlungsrichter und der Staatsanwalt wiesen die Notwehrbehauptung zurück. Nach der Anhörung am 21. Juli ordneten sie einstimmig die Untersuchungshaft für den 28-Jährigen an. Ihm wird versuchter Totschlag mit mehrfacher Begehung (κατά συρροή) vorgeworfen, was darauf hindeutet, dass der Angriff möglicherweise mehr als eine Person gefährdet hat, sowie weitere Verbrechen und Vergehen. Der einstimmige Beschluss spiegelt die Einschätzung des Gerichts wider, dass die Notwehrbehauptung unglaubwürdig sei. Lokale Medien berichteten, dass der Verdächtige unmittelbar nach dem Urteil ins Gefängnis gebracht wurde.
Zeitleiste der Ereignisse
- Verdächtiger besucht Laden, um zwei Bier zu kaufen; Missverständnis über Bezahlung.
- Ladenbesitzer stellt Verdächtigen vor Café zur Rede; Verdächtiger wird geschlagen, flieht mit zerbrochener Flasche.
- Ladenbesitzer und zwei weitere greifen Verdächtigen vor dessen Haus an; Verdächtiger setzt Jagdmesser ein.
- Ermittlungsrichter und Staatsanwalt ordnen Untersuchungshaft für Verdächtigen an.
Nächste Schritte
Der Fall geht nun in die Hauptverhandlung, in der das Gericht die psychische Gesundheit des Verdächtigen, den Ablauf der Ereignisse und die Glaubwürdigkeit des Notwehrarguments prüfen wird. Ein Verhandlungstermin wurde noch nicht bekannt gegeben.

