
Mann mit Messer in Forbacher Kirche festgenommen, nachdem er nach Priester suchte
Die Polizei im Département Moselle hat einen 35-jährigen Mann festgenommen, der ein nicht gezeigtes Messer und Cannabis in der Kirche Saint-Rémi bei sich trug, nachdem Schüler ihn beim Rufen von Parolen gemeldet hatten.
Einsatz in der Kirche Saint-Rémi
Polizeibeamte im Département Moselle haben am Dienstag einen 35-jährigen Mann in der Kirche Saint-Rémi im Zentrum von Forbach festgenommen. Der Einsatz begann, nachdem Eltern von 14-jährigen Schülerinnen, die eine nahegelegene Mittelschule besuchen, die Polizei alarmiert hatten. Die Schülerinnen hatten die Person mehrfach religiöse Phrasen, insbesondere „Allah Akbar“, auf der Straße rufen hören, während sie sichtbar nach dem Pfarrer suchte. Die Beamten betraten kurz darauf die Kirche und nahmen den Mann ohne Widerstand fest.
Erzpriester Laurent Pidolle, der Pfarrer von Forbach, war im Gebäude anwesend und beobachtete die Festnahme, wobei er anmerkte, dass die Verhaftung ruhig verlief.
Es gab keinen Angriff, keine Gewalt und keinen Schaden in der Kirche.
Pidolle stellte außerdem fest, dass der Mann der Pfarrgemeinde fremd war, und bestätigte, dass er ihn noch nie zuvor gesehen hatte.
Waffenfund und Haftvorwürfe
Bei der Durchsuchung des Festgenommenen entdeckte die Polizei ein Opinel-Taschenmesser in seinem Besitz. Der Staatsanwalt von Sarreguemines, Olivier Glady, erklärte in einer Pressemitteilung, dass das Messer verborgen geblieben und zu keinem Zeitpunkt des Vorfalls gezückt oder gezeigt worden sei. Neben der Waffe fanden die Beamten eine kleine Menge Cannabisharz bei der Person.
Der Verdächtige wurde direkt zur Polizeiwache in Forbach gebracht. Die Ermittler setzten ihn unter dem Vorwurf der Terrorismusverherrlichung (apologie du terrorisme), des Waffenbesitzes und des Drogenkonsums in Polizeigewahrsam. Glady merkte an, dass die Dauer des Gewahrsams am Mittwochnachmittag formell verlängert werde, um den Ermittlern eine Vertiefung der Untersuchung zu ermöglichen.
Hintergrundüberprüfung und Hausdurchsuchung
Die Justizbehörden führten eine Durchsuchung der Wohnung der Mutter des Verdächtigen in Stiring-Wendel durch, wo der 35-Jährige lebt. Der Staatsanwalt bestätigte, dass der Verdächtige 1991 im ehemaligen Jugoslawien geboren wurde. Hintergrundüberprüfungen ergaben, dass die Person den Territorialen Nachrichtendiensten (Renseignements Territoriaux) völlig unbekannt war und nicht auf Frankreichs nationaler Sicherheitsbeobachtungsliste „fiche S“ stand.
Eine Überprüfung der Justizakten ergab, dass der Mann zwei frühere Einträge in seinem Strafregister hat. Glady präzisierte, dass keine dieser früheren Verurteilungen einen Bezug zu Terrorismus oder Handlungen zum Nachteil der Staatsinteressen aufwies. Die derzeitigen Ermittlungsbemühungen konzentrieren sich auf die Bewertung des psychiatrischen Profils des Mannes sowie auf die Untersuchung seines religiösen Umfelds.
Bürgerreaktionen und regionaler Kontext
Alexandre Cassaro, der rechtsgerichtete Bürgermeister von Forbach, gab eine Erklärung auf Facebook ab, in der er die Handlungen scharf verurteilte. Cassaro lobte die 14-jährigen Schülerinnen für ihren Mut und ihre Geistesgegenwart, ihre Familien zu alarmieren, und würdigte das schnelle Eingreifen der Gemeindepolizei. Der Bürgermeister sprach Erzpriester Pidolle, dem Pfarrklerus und der gesamten betroffenen katholischen Gemeinde seine volle Unterstützung aus.
- Verdächtiger betritt die Kirche Saint-Rémi und wird nach Alarmierungen durch örtliche Schülerinnen ruhig von der Polizei festgenommen.
- Staatsanwalt Olivier Glady gibt Anklage, eine Hausdurchsuchung in Stiring-Wendel und eine Verlängerung des Polizeigewahrsams bekannt.
- Geplanter offizieller Besuch von Papst Leo XIV. in der nahegelegenen Stadt Metz.
Die Festnahme im Département Moselle erfolgt einige Wochen vor einem bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. in der Region. Der Pontifex soll am 28. September 2026 in die benachbarte Stadt Metz reisen.


