
Friedrich Merz bezeichnet AfD-Remigration als ethnische Säuberung nach Wahlverlust in Sachsen-Anhalt
Bundeskanzler Friedrich Merz geriet am 9. September 2026 im Bundestag mit AfD-Chefin Alice Weidel aneinander und bezeichnete das Remigrationsprogramm der rechtsextremen Partei nach ihrem Sieg in Sachsen-Anhalt als ethnische Säuberung.
Parlamentarische Konfrontation nach Landtagswahl
Am 9. September 2026 lieferten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel während der allgemeinen Haushaltsdebatte im Bundestag eine direkte Auseinandersetzung. Die Sitzung folgte auf die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD knapp 44 % der Stimmen erhielt und drei Sitze an der absoluten Mehrheit verfehlte. Die Wahl führte zu einer Halbierung des CDU-Stimmenanteils, woraufhin Weidel behauptete, die schwarz-rote Bundesregierung habe ihr Mandat verloren. Weidel forderte die CDU-Abgeordneten auf, auf ihre Nachbarsitze zu schauen, und behauptete, die Hälfte von ihnen werde nach der nächsten Bundestagswahl nicht zurückkehren. Merz wies Rücktrittsforderungen zurück, verteidigte seine Regierung und warf der AfD mangelnde Haushalts- und Regierungserfahrung vor.
Auseinandersetzung über Remigration und wirtschaftliche Folgen
Merz übte scharfe Kritik am migrationspolitischen Programm der AfD und argumentierte, dass ihre Remigrationsvorschläge mit dem Grundgesetz kollidierten und zum praktischen Zusammenbruch wichtiger Branchen führen würden. Der Kanzler wies darauf hin, dass jeder sechste Beschäftigte im Handwerk einen ausländischen Pass besitze, und erklärte, dass die Abschiebung ausländischer Arbeitskräfte Krankenhäuser, Pflegeheime und Restaurants handlungsunfähig machen würde. Während er betonte, dass die Regierung die rechtmäßige Abschiebung irregulärer Migranten unterstütze, grenzte Merz die offizielle Politik vom AfD-Programm ab.
Wenn das, was hier befürwortet wird, nämlich 'Remigration', Wirklichkeit würde, wäre es nichts anderes als ein Synonym für ethnische Säuberung aufgrund von Herkunft und Hautfarbe.
AfD-Führungskräfte wiesen Merz' Charakterisierung ihres Programms zurück. Der Abgeordnete Bernd Baumann erklärte, die Partei befürworte ausschließlich die konsequente, rechtmäßige Abschiebung von Ausländern, die Deutschland verlassen müssten, und nannte den Vorwurf der ethnischen Säuberung den Versuch, eine politische Brandmauer aufrechtzuerhalten. Als Reaktion auf Weidels Frage nach der Anwesenheit abgelehnter Asylbewerber in Deutschland hielt der SPD-Sprecher Matthias Miersch ein Exemplar des Grundgesetzes hoch und stellte fest, dass die rechtliche Grundlage für ihren Aufenthalt in einem Verfassungstext festgelegt sei, den die AfD zu lesen versäumt habe.
- AfD
- 28 %
- CDU
- 21 %
Außenpolitische und sicherheitspolitische Differenzen
Sicherheitspolitik und internationale Bündnisse bildeten einen zentralen Streitpunkt während der Parlamentsdebatte. Merz bezeichnete die AfD als eine zerstörerische Kraft, die sich mit Moskau verbünde, und warf der Partei vor, die Rollen von Opfer und Täter im Krieg gegen die Ukraine zu vertauschen. Der Kanzler verwies auf russische Hybridoperationen gegen Deutschland und bezog sich auf einen geplanten Drohnenvorfall an einem deutschen Flughafen im August 2026. Weidel konterte mit dem Vorwurf, die Bundesregierung schüre Kriegsrhetorik zu einem Zeitpunkt, als die Vereinigten Staaten diplomatische Lösungen suchten.
Die Bürger Sachsen-Anhalts haben klargemacht – indem sie sich durch die souveräne Stimme der Demokratie geäußert haben –, dass die schwarz-rote Regierung zu Ende geht.
Wahlverschiebungen und institutionelle Reaktionen
Die Auseinandersetzung im Bundestag fand statt, während die politischen Parteien das Ergebnis in Sachsen-Anhalt aufarbeiteten, wo der dortige AfD-Landesverband vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Die Partei hatte mit der Beschleunigung von Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber, der Förderung freiwilliger Ausreisen und dem Unterricht von Flüchtlingskindern in getrennten Klassen geworben. US-Präsident Donald Trump kommentierte das Ergebnis und nannte es eine bedeutende Nacht für Populisten, die er auf die Einwanderungsregeln zurückführte. In der Debatte zitierte Umfragen zeigten die AfD bundesweit mit 28 % der Wählerabsichten vor der CDU mit 21 %. Nach der Debatte kamen die Innenminister der Länder zusammen, um Sicherheitsfragen zu erörtern, während regionale Fraktionen in Magdeburg über Regierungsoptionen berieten.
- Deutscher Flughafen Ziel eines geplanten Drohnenvorfalls, der Moskau zugeschrieben wird
- AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit knapp 44 % der Stimmen
- Merz und Weidel liefern sich während der allgemeinen Haushaltsdebatte im Bundestag eine Auseinandersetzung


