
Merz kehrt nach Berlin zurück – Konfrontation mit CDU-internem Dissens, Kabinettsklausur und Landtagswahlen
Bundeskanzler Friedrich Merz beendete eine 23-tägige Sommerpause und kehrte nach Berlin zurück, im Vorfeld einer CDU-Präsidiumssitzung, einer Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg und drei Landtagswahlen im September.
Rückkehr aus der Sommerpause
Bundeskanzler Friedrich Merz nahm am 23. August 2026 seine Regierungsgeschäfte wieder auf, nach einer 23-tägigen Pause ohne öffentliche Auftritte. Seine Auszeit begann am 29. Juli im Anschluss an eine Sondersitzung der Fraktion. Während der drei Wochen liefen die Bundesgeschäfte weiter, unter anderem mit einer Ad-hoc-Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates nach einem explosiven Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig sowie internationalen Gesprächen über israelische Siedlungspläne im Westjordanland. Am Samstag machte Merz seinen ersten öffentlichen Halt in der Eifelgemeinde Hürtgenwald, wo am Donnerstag ein Waldbrand gelöscht worden war, um den örtlichen Einsatzkräften zu danken.
Ohne die Zusammenarbeit aller verschiedenen Hilfsdienste, einschließlich der Freiwilligen, wäre das nicht so reibungslos verlaufen.
Innerparteiliche Spannungen und Umfragen
Merz sieht sich mit innerparteilichen Spaltungen in der CDU konfrontiert, die auf Ende Juli zurückgehen, als der Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn Merz dazu veranlasste, innerhalb von eineinhalb Wochen acht Personalwechsel durchzuführen oder einzuleiten. In einer umstrittenen Sitzung des CDU-Bundesvorstands forderte der Bremer Landeschef Heiko Strohmann den Kanzler zu einem weniger von oben herab gesteuerten Führungsstil auf.
Sie führen hier kein Unternehmen, sondern eine Partei.
Landesführer haben weiterhin Unmut geäußert. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder, Bruder des entlassenen Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder, erklärte, Merz‘ schlecht durchgeführte Kabinettsumbildung habe die Erfolge der Regierung in der gesetzlichen Krankenversicherung und der Rentenreform beschädigt. Am Montag kommt das CDU-Präsidium erstmals seit den Veränderungen in Berlin zusammen. Die öffentliche Meinung spiegelt diese politischen Schwierigkeiten wider. Laut einer von YouGov für die Deutsche Presse-Agentur durchgeführten Umfrage glauben 54 % der Befragten, dass Merz nicht bis zur nächsten Bundestagswahl 2029 Kanzler bleiben wird. Nur 29 % erwarten, dass er die volle Amtszeit absolviert, während 17 % keine Meinung äußerten.
- Bleibt nicht bis 2029
- 54 %
- Bleibt bis 2029
- 29 %
- Keine Angabe
- 17 %
Kabinettsklausur in Neuhardenberg
Am Dienstag und Mittwoch kommt das Bundeskabinett zu einer zweitägigen Klausur auf Schloss Neuhardenberg östlich von Berlin zusammen. Merz wählte den Ort, nachdem er Schloss Meseberg, das unter früheren Koalitionen als regulärer Klausurort diente, vermied und sich von der Villa Borsig des Auswärtigen Amts am Tegeler See abwandte. Die Tagungsordnung konzentriert sich auf industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Hochtechnologie-Fertigung, Künstliche Intelligenz und Verteidigungsfähigkeiten. Zu den geladenen Gästen gehören Siemens-Chef Roland Busch, die Führung des kanadischen KI-Entwicklers Cohere sowie mehrere Technologie-Startup-Gründer. Vor der Klausur sind neue Koalitionsstreitigkeiten aufgekommen, da die Sozialdemokratische Partei eine Grundgesetzänderung zur Ausweitung des verfassungsrechtlichen Klimaschutzes vorschlägt.
Landtagswahlen im September
Die Koalition steht im September vor drei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Bundesweite Umfragen sehen die CDU bei knapp 20 %, begleitet von niedrigen persönlichen Zustimmungswerten für Merz. Prognosen deuten darauf hin, dass die CDU in Sachsen-Anhalt und Berlin das Amt des Ministerpräsidenten verlieren könnte und in Mecklenburg-Vorpommern unter 10 % fallen könnte. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnten Wahlergebnisse, bei denen der Alternative für Deutschland die absolute Mehrheit fehlt, die CDU-Landesverbände zwingen, eine Zusammenarbeit mit der Linken zu prüfen, um nicht von der AfD geführte Regierungskoalitionen zu bilden.
- Merz begibt sich nach acht Personalwechseln in die Sommerpause
- Merz besucht Einsatzkräfte in Hürtgenwald nach Eifel-Waldbrand
- CDU-Präsidium trifft sich in Berlin zur ersten Führungszusammenkunft nach der Pause
- Zweitägige Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg beginnt
- Landtagswahlen finden in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern statt


