
Tim Merlier sprintet zu drittem Tour-de-France-Etappensieg, Massensturz überschattet Finale in Chalon-sur-Saône
Der Belgier Tim Merlier setzte sich am Donnerstag in Chalon-sur-Saône im Sprint gegen Olav Kooij und Jasper Philipsen durch, doch ein schwerer Sturz mit Fernando Gaviria riss Dutzende Fahrer in den letzten 500 Metern zu Boden.
Sprintsieg und Massensturz
Tim Merlier (Soudal Quick-Step) gewann am Donnerstag die 12. Etappe der Tour de France 2026 im Massensprint in Chalon-sur-Saône, doch das Finale wurde von einem schweren Sturz in den letzten 500 Metern überschattet. Der Belgier kam von hinten und setzte sich knapp gegen den Niederländer Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) und seinen Landsmann Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) durch, der von Mathieu van der Poel angeschoben worden war. Die Kollision, ausgelöst durch den Sturz des Kolumbianers Fernando Gaviria, spaltete das Peloton und riss Dutzende Fahrer zu Boden. Gaviria überquerte die Ziellinie sichtlich gezeichnet, auch der Franzose Dorian Godon war in den Vorfall verwickelt. Es war der letzte erwartete Massensprint, bevor die Rundfahrt in die hohen Berge führt.
Merliers Hattrick
Der Sieg war Merliers dritter bei dieser Tour, nach Erfolgen auf der 7. Etappe nach Bordeaux und der 8. Etappe nach Bergerac. Der 33-Jährige hat nun 75 Karrieresiege, davon neun in dieser Saison. Er erwies sich erneut als schnellster Finisher und verhinderte einen Sieg von Philipsen, trotz eines mustergültigen Anschubs durch van der Poel. Kooij, der in Pau gewonnen hatte und am Vortag in Nevers Zweiter geworden war, holte sein viertes Podium bei der Rundfahrt. Merliers Team Soudal Quick-Step kontrollierte das Finale, nachdem eine Reihe später Angriffe neutralisiert worden waren.
Gesamtwertung unverändert
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) verbrachte einen ruhigen Tag im Peloton und behielt das Gelbe Trikot. Der Slowene führt vor Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) mit 3 Minuten und 36 Sekunden, Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) liegt weitere 30 Sekunden zurück bei 4:06. Mads Pedersen (Lidl-Trek) behielt das Grüne Trikot der Punktewertung. In den anderen Wertungstrikots gab es keine Veränderungen.
Ausreißerdrama
Die 179,1 Kilometer lange Etappe vom Circuit Nevers Magny-Cours war geprägt von einem langen Solo-Ausreißversuch von Baptiste Veistroffer (Lotto Intermarché). Der Franzose wurde bei Kilometer 57 kurzzeitig von Mattéo Vercher, Damiano Caruso und Ewen Costiou begleitet, fuhr aber wieder allein, nachdem Costiou 49 km vor dem Ziel zurückfiel. Veistroffer wurde schließlich 33 km vor dem Ziel vom Peloton eingeholt. In den letzten 25 km startete Quinn Simmons (Lidl-Trek) wiederholte Angriffe, insbesondere an der Côte de Montagny-lès-Buxy, wo er seinen am Straßenrand stehenden Vater abklatschte. Auch Kévin Vauquelin, Kasper Asgreen, Mattias Skjelmose und Pedersen versuchten, die Pläne der Sprinter zu durchkreuzen, doch die Teams von Merlier, Kooij und Philipsen hielten alles für den Massensprint zusammen.
- Etappenstart am Circuit Nevers Magny-Cours
- Veistroffer wird von Vercher, Caruso und Costiou begleitet
- Costiou fällt zurück, Veistroffer fährt allein weiter
- Veistroffer vom Peloton gestellt
- Simmons greift an der Côte de Montagny-lès-Buxy an
- Massensturz durch Gaviria spaltet das Feld
- Merlier gewinnt Sprint vor Kooij und Philipsen
Ausblick
Die 13. Etappe am Freitag ist mit 205 Kilometern von Dole nach Belfort die längste dieser Tour. Die Strecke umfasst den Col des Croix der 3. Kategorie (5,1 km bei 4,7 %) und den Ballon d'Alsace der 1. Kategorie (9,1 km bei 6,9 %), dessen Gipfel 20 km vor dem Ziel liegt. Das Gelände dürfte Ausreißern entgegenkommen, während die reinen Sprinter auf dem Anstieg voraussichtlich Probleme bekommen.


