Wirtschaft · Darmstadt und Minneapolis
Merck KGaA übernimmt Bio-Techne für 11,3 Milliarden US-Dollar – größter Deal seit 2015
Der deutsche Wissenschafts- und Gesundheitskonzern wird 73 US-Dollar pro Aktie in bar für den in Minneapolis ansässigen Anbieter von Life-Science-Werkzeugen zahlen und damit seine Laborsparte unter dem neuen CEO Kai Beckmann ausbauen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Wirtschafts Woche, La Libre.be, The Wall Street Journal und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Merck wird 73 US-Dollar pro Aktie zahlen, ein Aufschlag von 24 % auf den letzten Schlusskurs und 36 % über dem Monatsdurchschnitt, was Bio-Techne mit 11,3 Milliarden US-Dollar bewertet.
Der Deal fügt Proteine, Antikörper und Analysegeräte zu Mercks Life-Science-Portfolio hinzu und zielt auf die Märkte für Zell- und Gentherapie sowie Präzisionsdiagnostik ab.
Finanziert durch Barmittel und Schulden, soll die Übernahme jährliche Kostensynergien von 140 Millionen Euro erzielen und ab dem dritten Jahr den Gewinn je Aktie steigern.
Die Transaktion ist die größte unter Kai Beckmann, der im Mai 2026 Merck-CEO wurde, und der größte Deal des Konzerns seit dem Kauf von Sigma-Aldrich für 17 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015.
Der Deal
Merck KGaA hat sich bereit erklärt, die Bio-Techne Corporation für 11,3 Milliarden US-Dollar (9,9 Milliarden Euro) zu übernehmen, gab das in Darmstadt ansässige Unternehmen am Donnerstag bekannt. Das reine Barangebot von 73 US-Dollar pro Aktie entspricht einem Aufschlag von 24 % auf den Schlusskurs von Bio-Techne am Mittwoch und einem Aufschlag von 36 % gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittskurs des letzten Monats. Die Vorstände beider Unternehmen haben der Transaktion zugestimmt, die voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen wird, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der Zustimmung der Bio-Techne-Aktionäre.
„Bio-Techne passt perfekt zu uns und ist direkt auf unsere strategische Ausrichtung ausgerichtet, modernste Produkte und Lösungen über die gesamte Life-Science-Wertschöpfungskette anzubieten – von Forschungslaboren bis hin zu Biotech- und Pharma-Kunden.“
Strategische Begründung
Bio-Techne liefert Forschungsreagenzien, Proteine, Antikörper und Analysegeräte, die von Wissenschaftlern und Arzneimittelentwicklern genutzt werden. Die Übernahme stärkt die Life-Science-Sparte von Merck in schnell wachsenden Bereichen wie Zell- und Gentherapien, Präzisionsdiagnostik und räumlicher Biologie. Life-Science-Chef Jean-Charles Wirth sagte, der Deal bringe Innovation, darunter 6.000 Proteine und 425.000 Antikörper.
„Merck kauft hier Innovationskraft.“
Finanzielle Details
Merck wird den Kauf durch vorhandene Barmittel und neue Schulden finanzieren und dabei ein nach eigenen Angaben starkes Investment-Grade-Rating beibehalten. Das Unternehmen erwartet jährliche Kostensynergien von rund 140 Millionen Euro. Die Übernahme soll sich ab dem dritten Jahr nach Abschluss sofort positiv auf das Umsatzwachstum und die EBITDA-Vormarge sowie auf den Gewinn je Aktie (EPS) vor Sondereffekten auswirken. Die Aktien von Bio-Techne stiegen im vorbörslichen Handel um 22 %, während Merck-Aktien um 1,3 % zulegten.
Mercks Laborsparte
Mercks Life-Science-Einheit, die durch Übernahmen wie Millipore (2010) und Sigma-Aldrich (2015, 17 Milliarden US-Dollar) aufgebaut wurde, erwirtschaftet heute einen Jahresumsatz von rund 9 Milliarden Euro – fast die Hälfte des Konzernumsatzes von über 20 Milliarden Euro. Der Bio-Techne-Deal ist der größte des Unternehmens seit Sigma-Aldrich und der erste unter CEO Kai Beckmann, der im Mai die Nachfolge von Belén Garijo antrat. Bio-Techne mit rund 3.000 Mitarbeitern erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar.
- Sigma-Aldrich (2015)
- 17 Mrd. USD
- Bio-Techne (2026)
- 11.3 Mrd. USD
- Springwork Therapeutics (2025)
- 3.4 Mrd. USD
Daten aus dem Artikeltext
Wie es weitergeht
Die Transaktion bedarf der Freigabe durch die Kartellbehörden und der Zustimmung der Bio-Techne-Aktionäre. Bei erfolgreichem Abschluss wird sie Mercks Position als bedeutender Anbieter von Laborwerkzeugen weiter festigen und mit den US-Giganten Thermo Fisher und Danaher konkurrieren.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Wirtschafts WocheMerck: Dieser Pharmakonzern baut die Werkzeuge für die nächste Revolution
- La Libre.beMerck rachète une société américaine de biotechnologies pour dix milliards d'euros
- The Wall Street JournalMerck KGaA, Darmstadt, Germany, Agrees to Acquire Bio-Techne, Strengthening Leadership Position in Fast-Growing Life Sciences Markets
- watson.ch/Deutscher Merck-Konzern kauft US-Laborausrüster für elf Milliarden
- Kai Beckmann
- Merck-CEO seit Mai 2026
- Jean-Charles Wirth
- Leiter der Life-Science-Sparte von Merck
- Belén Garijo
- Ehemalige Merck-CEO
- Orte
- Minneapolis
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen