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Klima·vor 1 Std.

Tausende formen menschliche Windkraftanlage in Hamm, um gegen Deutschlands neue Gaskraftwerkspläne zu protestieren

Tausende Klimaaktivisten versammelten sich am Samstag in Hamm, um gegen die Pläne der Regierung zum Bau neuer Gaskraftwerke zu protestieren. Sie formten eine menschliche Windkraftanlage, die nach Angaben der Organisatoren einen Weltrekord aufstellte.

Ein kreativer Protest gegen fossile Brennstoffe

Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in den westfälischen Städten Hamm und Werne gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und den Bau neuer Gaskraftwerke in der Region. Die Proteste wurden von einem Bündnis von Umweltgruppen organisiert, darunter Greenpeace, Campact, Fridays for Future und BUND. Die zentrale Forderung war eine sofortige Kurskorrektur in der Energiepolitik, „weg vom fossilen Gas und hin zu einer konsequenten, sozial gerechten Energiewende“, wie Greenpeace erklärte.

Tausende Menschen kamen heute in Hamm zusammen, um gemeinsam ein starkes, kreatives und friedliches Signal für eine gerechte Energiewende zu setzen.

Organizers

Die menschliche Windkraftanlage

Zum Abschluss der Demonstration bildeten rund 2.000 Teilnehmer mit ihren Körpern eine sich bewegende Windkraftanlage auf einer ehemaligen Bergehalde nahe des Gaskraftwerks Gersteinwerk. Die Organisatoren bezeichneten dies als Weltrekord. Die Aktion sollte ein kraftvolles visuelles Symbol für eine Energiewende ohne Erdgas sein. Von oben war die Formation deutlich als Windkraftanlage zu erkennen.

Umstrittene Teilnehmerzahlen

Die Schätzungen der Gesamtzahl der Teilnehmer gingen stark auseinander. Die Organisatoren berichteten von 5.000 Besuchern bei den Kundgebungen, während die Polizei die Zahl auf etwa 2.700 bezifferte. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Proteste als „überwiegend friedlich“. Die Behörden hatten im Vorfeld der Großdemonstration Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammengezogen.

Die Proteste waren überwiegend friedlich.

Police spokesperson

Routenbeschränkungen und rechtliche Auseinandersetzungen

Vor der Hauptdemonstration änderte die Polizei die Route. Die ursprünglich geplante Auftaktkundgebung vor dem Gersteinwerk in Werne-Stockum wurde untersagt, die Demonstration startete stattdessen mehr als einen Kilometer vom Kraftwerk entfernt. Eilanträge des Aktionsbündnisses scheiterten sowohl vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen als auch vor dem Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster.

Breitere Aktionswelle

Der Samstagsprotest war Teil einer mehrtägigen Mobilisierung. Seit mehreren Tagen ist ein „Klimacamp“ im Hammer Lippepark aufgebaut, das voraussichtlich bis Dienstag bestehen bleibt. Am Freitag fanden an mehreren Orten im Ruhrgebiet Protestaktionen des Bündnisses Ende Gelände statt. Rund 200 Aktivisten betraten das Gelände des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen, andere besetzten Bahngleise. Allein in Gelsenkirchen leitete die Polizei 258 Strafverfahren ein, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Ende Gelände berichtete am Samstagmorgen, dass einige Demonstranten von der Polizei festgehalten würden, und warf den Behörden vor, repressiv gegen friedlichen Protest vorzugehen.

Die umstrittene Politik

Die Proteste richten sich gegen die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zum Bau neuer Gaskraftwerke. Diese wasserstofffähigen Anlagen sollen zunächst mit Erdgas betrieben werden und die Stromversorgung in Dunkelflauten nach dem Kohleausstieg sichern. Das organisierende Bündnis argumentiert, dass Reiche „falsche energiepolitische Schwerpunkte“ setze. Statt den Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen voranzutreiben, werde der zentrale Fortschritt der Energiewende ausgebremst und Milliarden in klimaschädliche fossile Infrastruktur investiert.

Wir wollen eine Zukunft statt Gas – und wir stellen uns mit vereinten Kräften gegen den klimapolitischen Rollback der Bundesregierung.

Organizers
Zeitleiste der Klimaproteste in Hamm
  1. Aktivisten von Ende Gelände dringen in das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen ein und besetzen Bahngleise; Polizei leitet 258 Strafverfahren ein.
  2. Hauptdemonstration in Hamm und Werne; Polizei verlegt Auftaktkundgebung weg vom Kraftwerk Gersteinwerk.
  3. Rund 2.000 Teilnehmer formen eine menschliche Windkraftanlage auf einer ehemaligen Bergehalde und beanspruchen einen Weltrekord.
  4. Klimacamp im Hammer Lippepark soll enden.
Hamm · Werne · Gelsenkirchen

7 Quellen

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