
Japan ordnet Massenevakuierung an und streicht Flüge, während Taifun Mekkhala naht; Taiwan schließt Schulen
Japan hat am Freitag mehr als zwei Millionen Menschen zur Evakuierung aufgefordert und Hunderte Flüge gestrichen, während sich Taifun Mekkhala mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 144 km/h näherte. Taiwan schloss unterdessen bei sintflutartigen Regenfällen Schulen und Büros.
Massenevakuierungen und Verkehrschaum
Die japanischen Behörden haben am Freitag mehr als zwei Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, als Taifun Mekkhala mit maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 144 km/h auf das Land zuraste. Die von der Regierung in Tokio erlassene Evakuierungsanordnung betraf mehrere Präfekturen im Süden und Westen und wurde von Warnungen vor Überschwemmungen und Erdrutschen begleitet. Während einige Berichte die Zahl der Evakuierten auf über zwei Millionen bezifferten, wiesen andere darauf hin, dass die Empfehlung für Kyoto mehrere tausend Einwohner betraf, denen aufgrund von Erdrutschgefahr zur Abreise geraten wurde. Dutzende von Zugverbindungen wurden eingestellt und zahlreiche Autobahnen gesperrt. Fluggesellschaften strichen zwischen 100 und 200 Flüge; Japan Airlines setzte 70 Verbindungen und All Nippon Airways 50 aus, hauptsächlich mit Auswirkungen auf Okinawa und Kagoshima. Toyota unterbrach die Produktion in einem Werk in Kyushu vorübergehend.
- Japan Airlines
- 70 Flüge
- All Nippon Airways
- 50 Flüge
Zugbahn und der Fujiwhara-Effekt
Mekkhala, als schwerer Tropensturm eingestuft, soll am Wochenende voraussichtlich entlang der Inseln Kyushu und Shikoku ziehen. Die Japanische Meteorologische Behörde warnte, dass er sich mit dem Tropensturm Higos vereinigen könnte, der sich am Freitag weiter draußen über dem Pazifik befand. Eine solche Verschmelzung würde den Fujiwhara-Effekt auslösen, ein Phänomen, bei dem zwei Wirbelstürme interagieren und ihre zukünftigen Bahnen und Intensitäten äußerst ungewiss machen. Der nach dem japanischen Meteorologen benannte Effekt, der ihn erstmals beschrieb, erschwert die Vorhersage und kann zu unberechenbarem Sturmverhalten führen. Die potenzielle Verschmelzung könnte ein größeres, stärkeres Sturmsystem erzeugen, was die bereits gefährlichen Bedingungen weiter verkompliziert. Die Präfekturen Kyoto und Osaka meldeten steigende Wasserstände in großen Flüssen und forderten die Einwohner auf, wachsam gegenüber möglichen Überschwemmungen zu bleiben.
- Starke Regenfälle beginnen im Süden und Westen Japans; Evakuierungsanordnungen erlassen; Flüge gestrichen.
- Mekkhala zieht entlang Kyushu und Shikoku; mögliche Verschmelzung mit Higos.
- Fujiwhara-Effekt könnte eintreten; anhaltende starke Regenfälle und Überschwemmungsgefahr.
- Regen hält an, wird aber für Anfang nächster Woche nachlassend erwartet.
Taiwan fährt herunter, TSMC arbeitet normal
In Taiwan löste der Sturm sintflutartige Regenfälle aus, was die Behörden veranlasste, Büros und Schulen in großen Teilen der Insel zu schließen. Die Schließung umfasste auch Hsinchu, den Sitz des weltweit größten Auftragschipherstellers TSMC. Die Schließungen betrafen Millionen von Einwohnern und störten das tägliche Leben. Das Unternehmen erklärte jedoch, es habe Vorsichtsmaßnahmen getroffen und der Betrieb in allen seinen inländischen Fabriken laufe normal. Die Regenfälle werden voraussichtlich noch einige Tage anhalten, aber in der nächsten Woche nachlassen.
Wir haben uns auf den Sturm vorbereitet, und der Betrieb in allen unseren Fabriken im Land läuft normal.
Militär und weitere Störungen
Das japanische Militär strich den ersten planmäßigen Flug eines V-22 Osprey-Flugzeugs zur Insel Miyako, der Teil von gemeinsamen Übungen mit den Vereinigten Staaten war, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die Absage unterstrich die weitreichenden Auswirkungen des Sturms auf die militärische Einsatzbereitschaft. Der Regen wird voraussichtlich in den kommenden Tagen anhalten, aber bis Anfang nächster Woche allmählich nachlassen.


