
Franko-algerischer Filmemacher und Schriftsteller Mehdi Charef im Alter von 73 Jahren gestorben
Der Autor und Regisseur, dessen «Le Thé au harem d’Archimède» ein Kultklassiker des französischen Kinos wurde, starb im Schlaf in seinem Zuhause in der Region Paris.
Tod bekannt gegeben
Mehdi Charef, der franko-algerische Schriftsteller, Filmemacher und Dramatiker, starb in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2026 im Alter von 73 Jahren. Seine Familie und der Verlag Hors d’atteinte bestätigten, dass er „im Schlaf“ in seinem Wohnsitz in der Region Paris verschieden sei.
Wir werden seine immense Großzügigkeit, seine Sanftmut, seine Poesie, seinen Schalk und sein unerschöpfliches Interesse an den Menschen in Erinnerung behalten, trotz ihrer Zerbrechlichkeit und Widersprüche.
Vom Fabrikboden auf die Leinwand
Geboren am 24. Oktober 1952 in Algerien, kam Charef 1962 nach Frankreich und wuchs in den Barackensiedlungen von Nanterre auf. Bevor er sich dem Schreiben zuwandte, arbeitete er dreizehn Jahre lang als Fabrikarbeiter. 1983 veröffentlichte er seinen ersten Roman, Le Thé au harem d’Archi Ahmed, und adaptierte ihn anschließend für die Leinwand. Der Film schildert das Leben in einer Pariser Wohnsiedlung der 1980er Jahre anhand der Geschichte zweier junger Männer. Er gewann 1985 den Prix Jean-Vigo und 1986 den César für das beste Erstlingswerk.
- Geboren in Algerien
- Ankunft in Frankreich
- Veröffentlicht Roman Le Thé au harem d’Archi Ahmed
- Gewinnt Prix Jean-Vigo für die Filmadaption
- Gewinnt César für das beste Erstlingswerk
- Au pays des Juliets für Filmfestspiele von Cannes ausgewählt
- Rue des Pâquerettes gewinnt Prix littéraire de la Porte dorée
- Stirbt im Schlaf in seinem Zuhause in der Region Paris
Ein breiteres Werk
Charef schrieb und inszenierte insgesamt zehn Filme. Miss Mona folgte 1986; Au pays des Juliets wurde 1991 für die Filmfestspiele von Cannes ausgewählt. Spätere Titel waren Marie-Line (1999) und Graziella (2015). Seine Romane, darunter Le Harki de Meriem (1989) und Rue des Pâquerettes (2019), erkundeten immer wieder die Themen Migration, Exil und die Hoffnungen marginalisierter Gemeinschaften. Rue des Pâquerettes erhielt den Prix littéraire de la Porte dorée.
Lokale und nationale Trauer
Die Stadt Nanterre, in der Charef als Kind sesshaft wurde, veröffentlichte einen Nachruf, in dem es hieß, der Künstler habe „sein Werk dem Schildern der Wege von Einwanderung, Exil, den Hoffnungen und Kämpfen derer gewidmet, die halfen, unser Land aufzubauen.“
Sein Vermächtnis wird unser kollektives Gedächtnis weiterhin erhellen.
Über fünf Jahrzehnte hinweg gab Charef oft übersehenen Erfahrungen eine Stimme und verband Gesellschaftskritik mit den Traditionen des klassischen Kinos. Sein Werk brachte ihm einen César, mehrere Literaturpreise und einen dauerhaften Platz in der franko-algerischen Kultur ein.

