Martin McDonagh bringt CIA-Schwarze-Komödie „Wild Horse Nine“ bei den Filmfestspielen von Venedig zur Premiere
Regisseur Martin McDonagh präsentierte am Donnerstag bei den Filmfestspielen von Venedig seine Spionagesatire aus den 1970er Jahren, „Wild Horse Nine“, mit John Malkovich und Sam Rockwell als CIA-Agenten in Chile.
Premiere in Venedig und politischer Hintergrund
Der britisch-irische Filmemacher Martin McDonagh feierte am Donnerstag, dem 3. September 2026, bei den Filmfestspielen von Venedig die Premiere seiner Schwarzen Komödie „Wild Horse Nine“. Der Film ist einer von 21 Beiträgen, die um den Goldenen Löwen konkurrieren. Das Festival läuft vom 2. bis zum 12. September. Die Handlung spielt im Jahr 1973, in den Wochen vor dem Militärputsch gegen den chilenischen Präsidenten Salvador Allende, und folgt zwei amerikanischen Geheimdienstagenten in Südamerika. McDonagh erklärte, dass das Drehbuch zwar ohne direkten Bezug zu aktuellen außenpolitischen Entwicklungen geschrieben wurde, die Themen aber mit den laufenden Diskussionen über verdeckte Operationen der Vereinigten Staaten übereinstimmen.
Es ist fast der perfekte Zeitpunkt für einen solchen Film, denn er zeigt auf, dass diese Dinge schon seit geraumer Zeit über die CIA oder die übleren amerikanischen Regierungen geschehen.
Handlung und Charakterdynamik
Die Erzählung konzentriert sich auf Chris, gespielt von John Malkovich, einen erfahrenen CIA-Attentäter, der an unheilbarem Krebs erkrankt ist und dessen Gedächtnis nachlässt. Chris reist mit seinem jüngeren Partner Lee, gespielt von Sam Rockwell, auf die Osterinsel, nachdem er jahrelang verdeckte Operationen auf mehreren Kontinenten durchgeführt hat. Angesichts seiner eigenen Sterblichkeit beschließt Chris, seine Memoiren zu schreiben, die vergangene Operationen dokumentieren, darunter den Staatsstreich in Guatemala 1954, die Ermordung des kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba 1961 und seine Beteiligung an der Ermordung von John F. Kennedy. Sein unberechenbares Verhalten und seine Bereitschaft, mit Fremden über geheime Missionen zu sprechen, beunruhigen seinen Bürochef in Santiago, MJ, gespielt von Steve Buscemi, der Lee befiehlt, Chris zu töten, bevor das Paar die Insel verlassen kann.
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Überlegungen der Besetzung zur historischen Erinnerung
Zum weiteren Ensemble gehören Parker Posey, Tom Waits und die chilenische Schauspielerin Mariana Di Girolamo, die Monica spielt, eine Studentin, die Chris zusammen mit ihrer Freundin Alicia, gespielt von Ailín Salas, an einem Flughafen trifft. Während der Pressekonferenz des Festivals in Venedig beschrieb Di Girolamo den Putsch von 1973 als ein ungelöstes Kapitel für die Chilenen, mehr als fünfzig Jahre nach dem Ereignis. McDonagh erklärte, dass er ursprünglich eine Geschichte über einen Vater und einen Sohn, die beide Schauspieler sind, im Sinn hatte, bevor er das Konzept änderte, um Schuld, Reue und die langfristigen Folgen staatlich geförderter Gewalt zu untersuchen.
Ich denke, es ist wichtig, weiter darüber zu sprechen, um nicht zu vergessen. Für uns Chilenen ist das, glaube ich, immer noch eine offene Wunde, es ist etwas, womit man aufwächst. Und es ist gut, weiter darüber zu sprechen.
Festivalresonanz und Kritikerstimmen
Kritische Stimmen nach der Vorführung hoben die komödiantische Chemie zwischen Malkovich und Rockwell hervor, der zuvor einen Oscar für McDonaghs Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ aus dem Jahr 2017 gewonnen hatte. Malkovich lobte McDonaghs präzises Drehbuch und bezeichnete den Regisseur als versierten Wortkünstler. Kommentatoren verglichen die Struktur des Films mit McDonaghs früheren Schwarzen Komödien „Brügge sehen… und sterben?“ (2008) und „The Banshees of Inisherin“ (2022), während sie „Wild Horse Nine“ als das direkteste politische Werk des Filmemachers identifizierten. Die Filmfestspiele von Venedig geben den Gewinner des Goldenen Löwen am Ende des Wettbewerbs am 12. September bekannt.


