
Mattarella an Trump: USA und Italien müssen zum 250. Unabhängigkeitstag gemeinsam für den Frieden arbeiten
Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella richtete zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit eine Botschaft an US-Präsident Donald Trump und betonte die entscheidende Notwendigkeit, dass beide Nationen weiterhin gemeinsam für Frieden, Sicherheit und Wohlstand arbeiten.
Die Botschaft
Präsident Mattarella richtete seine Botschaft an „das befreundete amerikanische Volk“ und an Präsident Trump zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung. Er schrieb, dass das Gedenken heute nicht nur den Vereinigten Staaten gehöre, sondern zu einem gemeinsamen Erbe aller geworden sei, die die Prinzipien der Freiheit, der demokratischen Repräsentation und des universellen Schutzes der Menschenrechte anerkennen.
In einem historischen Moment, der von beispiellosen Herausforderungen für die Menschheit geprägt ist, ist es unerlässlich, dass Washington und Rom, auch im Rahmen der Atlantischen Allianz und durch die Teilnahme an den Vereinten Nationen und anderen multilateralen Foren, weiterhin zusammenarbeiten für Frieden, Sicherheit und Wohlstand ihrer Völker und der ganzen Welt.
Gemeinsame Werte
Mattarella betonte, dass die Ideale der Unabhängigkeitserklärung von 1776 den politischen und zivilen Weg der Vereinigten Staaten und vieler anderer Völker auf allen Kontinenten inspiriert hätten. Diese Prinzipien, so fügte er hinzu, blieben ein Bezugspunkt für eine Vision internationaler Beziehungen, die auf Recht, Zusammenarbeit und der Unterstützung der internationalen Institutionen beruht, die aus der Ablehnung der Tragödien des letzten Jahrhunderts entstanden sind.
Das heutige Gedenken gehört zur Geschichte der Vereinigten Staaten, ist aber im Laufe der Zeit zum gemeinsamen Erbe derer geworden, die sich in den Prinzipien der Freiheit, der demokratischen Repräsentation und des universellen Schutzes der Rechte jedes Menschen wiedererkennen, auch im Streben nach einem würdevollen und glücklichen Leben.
Transatlantische Spannungen
Die Botschaft folgte auf Wochen der Reibungen zwischen Rom und Washington. Präsident Trump hatte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wiederholt angegriffen und behauptet, sie habe „mich um ein Foto angebettelt, sie tat mir leid.“ Mattarella selbst hatte Meloni telefoniert, um seine Solidarität auszudrücken – eine Geste, die signalisieren sollte, dass italienische Institutionen nicht von historischen Verbündeten verspottet werden dürfen. Die Botschaft zum Unabhängigkeitstag enthielt keinen direkten Hinweis auf den Streit, aber Il Messaggero merkte an, dass sie die Pfeiler der transatlantischen Beziehung unabhängig davon bekräftigte, wer im Weißen Haus sitzt.
Ein Aufruf zum Multilateralismus
Indem Mattarella die Nato, die Vereinten Nationen und andere multilaterale Organe anrief, stellte er sich implizit gegen die jüngste US-Kritik an internationalen Institutionen. Die Botschaft verortete die Zusammenarbeit in diesen Rahmenwerken als den Weg zu Frieden und Sicherheit und griff damit die Nachkriegsvision auf, die sie hervorgebracht hat.


