
Niederländischer Massenspender Simon gibt zu, mindestens 199 Kinder in ganz Europa gezeugt zu haben
Ein 43-jähriger niederländischer Samenspender hat in einem Brief an die Eltern zugegeben, mindestens 199 Kinder in vier europäischen Ländern gezeugt zu haben. Die belgischen Gesundheitsbehörden haben daraufhin Ermittlungen wegen möglichen Betrugs bei der Regulierung eingeleitet.
Brief an die Empfängereltern
Ein 43-jähriger niederländischer Samenspender, der als Simon identifiziert wurde, hat in einem Brief an die Empfängereltern eingeräumt, mindestens 199 Kinder gezeugt zu haben. Das Geständnis folgt auf einen ersten Bericht des niederländischen Investigativfernsehprogramms Nieuwsuur, das ihn ursprünglich mit 121 Kindern in Verbindung gebracht hatte. In seinem Schreiben gab Simon eine Aufschlüsselung der Geburten in ganz Europa und wies darauf hin, dass eine Frau derzeit schwanger sei. Er schrieb, dass er alle Samenspendeaktivitäten eingestellt habe und beabsichtige, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. In seinem Brief erklärte der Spender, warum er das wahre Ausmaß seiner biologischen Nachkommenschaft verschwiegen hatte.
Infolgedessen erhielten die Eltern ein unvollständiges oder verzerrtes Bild. Ich glaubte, das Richtige zu tun und Menschen zu helfen; die Wertschätzung und das Glück zu sehen, waren meine einzige Motivation. Jetzt weiß ich, dass ich Sie schwer enttäuscht habe.
Geografisches Ausmaß und Spendermethoden
Simon, der aus der Region Groningen im Norden der Niederlande stammt, trat unter mehreren Decknamen auf, darunter Jesse, Johan, Daan, Sam und Maarten. Über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren spendete er Samen sowohl an lizenzierte Fruchtbarkeitskliniken als auch direkt an werdende Mütter über das Internet. Die Stichting Donorkind, die niederländische Stiftung für Spenderkinder, erklärte, dass allein seine Klinikspenden die gesetzlichen Grenzwerte überschritten hätten. Empfängermütter berichteten, dass er wiederholt über die Anzahl der von ihm gezeugten Kinder gelogen, sexuell anzügliche Nachrichten gesendet und Samen durch Geschlechtsverkehr angeboten habe. Der Brief listet 172 Kinder in den Niederlanden, 15 in Deutschland, 11 in Belgien und eines in einem anderen europäischen Land auf.
- Niederlande
- 172 Kinder
- Deutschland
- 15 Kinder
- Belgien
- 11 Kinder
- Anderes europäisches Land
- 1 Kinder
Belgische Regulierungsuntersuchung
Die grenzüberschreitenden Enthüllungen führten zu sofortigen regulatorischen Untersuchungen in Belgien. Die Föderalagentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (FAGG/AFMPS) gab am 29. August 2026 bekannt, dass sie prüft, ob der Spender in belgischen Fruchtbarkeitskliniken oder über informelle Vereinbarungen tätig war. Beamte der Agentur stellten fest, dass die verfügbaren Presseberichte auf möglichen Betrug hindeuten. Die Investigativjournalistin Judith Pennarts hatte zuvor beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk VRT angemerkt, dass Simon behauptet habe, mehreren Familien in Belgien und Deutschland geholfen zu haben. Agentursprecherin Ann Eeckhout bestätigte die formelle Kontaktaufnahme mit den Behörden in den Niederlanden.
Wir wurden durch die Medien informiert. Wir fordern nun alle offiziellen Informationen von den niederländischen Behörden an.
Institutionelle Aufsicht und Ausschussberufung
Die Enthüllungen haben die niederländische Regulierungsaufsicht in den Fokus gerückt. Das niederländische Gesundheitsministerium verfügte bereits im August 2017 über Informationen, die belegten, dass Simon als Massenspender agierte, ergriff damals jedoch keine Durchsetzungsmaßnahmen. Zwei Jahre später, im Jahr 2019, wurde Simon in einen Regierungsausschuss berufen, der mit der Evaluierung des niederländischen Spenderrechts beauftragt war. Die aktuelle Untersuchung gewann im März 2026 an Fahrt, als zwei Mütter auf Ties van der Meer, den Vorsitzenden der Stichting Donorkind, zukamen. Die Stichting Donorkind steht derzeit mit einer größeren Gruppe betroffener Mütter in Kontakt, die noch nicht angegeben haben, ob sie rechtliche Schritte gegen den Spender einleiten wollen.
- Niederländisches Gesundheitsministerium erfährt, dass Simon als Massenspender agiert
- Simon wird in einen Regierungsausschuss zur Evaluierung des niederländischen Spenderrechts berufen
- Zwei Mütter kontaktieren die Stichting Donorkind und leiten eine Untersuchung gegen Simon ein
- Belgische Gesundheitsregulierungsbehörde FAGG leitet Untersuchung zu grenzüberschreitenden Spenden ein


