
Französischer Teenager nach Aerosol-Flammenwerfer-Angriff auf Frau in Marseille inhaftiert
Ein 15-jähriger Schüler wurde in Marseille in Untersuchungshaft genommen, nachdem er während landesweiter Proteste gegen die Zustände an Schulen eine Frau mit einem entzündeten Aerosolspray angegriffen hatte.
Angriff am Place du 4-Septembre
Ein 15-jähriger Schüler des Marseiller Lycée Colbert griff am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, eine 40-jährige Frau mit einem improvisierten Aerosol-Flammenwerfer an. Das Opfer, das als Hauspflegehelferin arbeitet, wartete an einer Bushaltestelle am Place du 4-Septembre in der Nähe der Schule, als eine Gruppe Jugendlicher versuchte, den Unterstand mit einer Metallabsperrung zu zertrümmern. Sie schritt ein, um die Gruppe davon abzubringen, das öffentliche Mobiliar zu zerstören, und forderte sie auf, stattdessen friedlich zu demonstrieren. Während mehrere Personen zurückwichen, trat ein maskierter Jugendlicher vor und richtete eine mit einem Feuerzeug entzündete Spraydose direkt auf ihr Gesicht. Am Tatort aufgenommene Videoaufnahmen zeigten, wie Flammen ihr Gesicht einhüllten und Rauch aus ihrem Haar aufstieg, während sie sich mit den Händen schützte. Das Opfer erstattete am Freitag Anzeige; sie erlitt Verbrennungen im Gesicht ohne erkennbare dauerhafte körperliche Schäden.
Festnahme und Untersuchungshaft
Die Ermittlungseinheit für Straftaten gegen Personen beim örtlichen Kriminalpolizeidienst identifizierte und verhaftete den Jugendlichen am Freitagnachmittag in einem anderen Stadtviertel von Marseille. Überwachungsaufnahmen und Videos aus sozialen Medien halfen den Beamten, den Schüler zu lokalisieren, der im Lycée Colbert in einem Ausbildungsgang für Pflegedienstleistungen eingeschrieben war. Der Verdächtige war polizeilich nicht vorbelastet und gestand bei seiner Festnahme sofort, wobei er gegenüber den Ermittlern tiefe Reue zeigte, nachdem ihm die Schwere der Tat bewusst geworden war. Die Haft wurde am Samstag um 24 Stunden verlängert, bevor der Fall am Sonntagmorgen förmlich an die Justizbehörden übergeben wurde. Der Marseiller Staatsanwalt Nicolas Bessone gab bekannt, dass der Minderjährige wegen eines Akts der Barbarei angeklagt und in Untersuchungshaft genommen wurde.
Nach seiner Anklage und der Anhörung vor dem Haftrichter wurde der Minderjährige, den Anträgen der Staatsanwaltschaft entsprechend, in Untersuchungshaft in der Jugendarrestanstalt von Marseille genommen.
- Ein 15-jähriger Schüler greift eine 40-jährige Frau am Place du 4-Septembre mit einem entzündeten Aerosolspray an.
- Die Polizei verhaftet den Verdächtigen nach Videoidentifizierung in einem anderen Stadtviertel von Marseille.
- Die Untersuchungshaft des jugendlichen Verdächtigen wird um 24 Stunden verlängert.
- Der Verdächtige wird wegen eines Akts der Barbarei angeklagt und in Untersuchungshaft für Jugendliche genommen.
Bilanz der landesweiten Schulproteste
Der Vorfall ereignete sich im Umfeld breiterer Schülerproteste in französischen Städten, bei denen die Demonstranten höhere Bildungsausgaben und zusätzliches Lehrpersonal forderten. Die nationalen Bildungsbehörden meldeten weitverbreitete Unruhen mit erheblichen Sachbeschädigungen und Hunderten von Verletzten in zahlreichen Gemeinden. Der französische Bildungsminister Édouard Geffray erklärte, es habe mehr als 5.000 Festnahmen gegeben, wobei Minderjährige 85 % der Festgenommenen ausmachten. Bei Zusammenstößen in ganz Frankreich wurden mehr als 500 Verletzte gemeldet, darunter Polizeikräfte, Schüler und Schulpersonal. Erhebungen zu Sachschäden dokumentierten Brände und Plünderungen an 24 weiterführenden Schulen, strukturelle Schäden wurden an mehr als 100 Einrichtungen festgestellt.
- Polizeibeamte
- 305 Personen
- Schüler
- 170 Personen
- Lehrkräfte
- 65 Personen
Reaktion der Regierung und geplante Mobilisierung
Die Sachschäden im ganzen Land erreichten einen geschätzten Gesamtbetrag von mehr als 35 Millionen Euro, weshalb rund 500 Schulen am Montag, dem 5. Oktober 2026, geschlossen blieben. Die französische Regierung bereitete Gesetze vor, um Eltern für Schäden haftbar zu machen, die Minderjährige bei Demonstrationen verursachen. Innenminister Laurent Nuñez verteidigte die während der Unruhen eingesetzte Polizeitaktik und wies Behauptungen zurück, die Reaktion der Sicherheitskräfte sei unverhältnismäßig gewesen.
Die Gendarmen greifen entschlossen und ohne Verzögerung ein, um die von Randalierern begangene Gewalt und Missbräuche zu beenden, und all dies geschieht verhältnismäßig.
Weitere Gewaltvorfälle ereigneten sich in regionalen Zentren, darunter ein Angriff in Belfort nahe der Schweizer Grenze, bei dem ein Polizeibeamter nach Bewusstlosigkeit ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Polizei nahm zudem einen 16-Jährigen in La Ciotat an der Côte d'Azur im Zusammenhang mit den Unruhen fest. Die Gewerkschaften riefen für Dienstag zu weiteren koordinierten Protestmärschen in französischen Städten auf.
