
Spaniens Innenminister bestreitet Geheimdienstwarnung vor 72.000 Migranten in Ceuta
Nachdem am 30. und 31. Juli 72.000 Menschen nach Ceuta eingereist waren, erklärte Innenminister Fernando Grande-Marlaska, kein spanischer Geheimdienstbericht habe das Ereignis vorhergesehen, sondern lediglich einen saisonalen Anstieg.
Der Grenzübertritt
Am 30. und 31. Juli überquerten schätzungsweise 72.000 Menschen die Grenze von Marokko nach Ceuta, wie aus offiziellen Zahlen von Innenminister Fernando Grande-Marlaska hervorgeht. Der Massenzustrom überforderte die spanischen Sicherheitskräfte, und es wurden mehr als hundert Todesfälle gemeldet. Das Ausmaß übertrifft die Krise von 2021 bei weitem, als 10.000 Menschen in dieselbe Stadt einreisten, nachdem Marokko die Kontrollen im Zuge eines diplomatischen Streits um Spaniens Aufnahme des Polisario-Führers Brahim Gali gelockert hatte.
Marlaskas Dementi
Auf einer Pressekonferenz am 4. August, im Anschluss an eine außerordentliche Videokonferenz der EU-Innenminister, bestritt Marlaska kategorisch, dass der CNI oder ein anderer Geheimdienst eine Warnung ausgesprochen habe. Er fügte hinzu, dass eine solche Warnung, wäre sie existent gewesen, die höchsten Regierungsebenen erreicht hätte. Die einzigen erhaltenen Geheimdienstinformationen hätten auf einen saisonal üblichen Anstieg irregulärer Einreisen hingedeutet, möglicherweise verstärkt durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 29. Juni, das summarische Zurückweisungen von Schwimmend Ankommenden verbot.
Es gab keinen Bericht, keine Warnung und keine Mitteilung über etwas wie das, was passiert ist.
Er betonte, die Regierung habe bereits Tage zuvor die Personalstärke der Guardia Civil verstärkt, doch die Zahlen hätten sich als unzureichend erwiesen. Marlaska lobte zudem die Arbeit des CNI und erklärte, er habe nicht die Absicht, ihn zu tadeln; die Behörde spiele eine wesentliche Rolle für die Sicherheit.
EU-Koordinierung und Rückführungen
Der Minister sprach nach einem von Spanien und 22 anderen EU-Mitgliedstaaten beantragten Treffen unter dem Vorsitz Irlands. Er sagte, Marokko betrachte Spanien als verlässlichen Partner, was die Rückführung von bereits 70.000 Menschen erleichtert habe. Marlaska betonte, Spanien handele nicht „in Kategorien von Testosteron“, sondern setze auf Effektivität und Menschenrechte.
Wenn sie uns nicht als verlässlichen Partner sähen, hätten sie die Rückführung in der Form, wie sie stattfand, vielleicht nicht akzeptiert.
Vergleich mit 2021
Die Krise von 2021, bei der 10.000 Menschen nach Ceuta einreisten, war durch Marokkos Lockerung der Grenzkontrollen als Reaktion auf Spaniens Aufnahme des Polisario-Führers Brahim Gali zu medizinischen Behandlungszwecken ausgelöst worden. Marlaska merkte an, dass selbst eine Wiederholung dieses Ausmaßes in keinem Geheimdienstbericht vorhergesehen worden sei. Der diesjährige Zustrom war siebenmal so groß.
Urteil des Obersten Gerichtshofs
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 29. Juni verbot „devoluciones en caliente“ für Personen, die schwimmend spanisches Hoheitsgebiet erreichen. Marlaska räumte ein, dass dieses Urteil den Ansturm begünstigt haben könnte, beharrte jedoch darauf, dass keine spezifische Warnung ausgesprochen worden sei. Die einzigen verfügbaren Informationen hätten auf einen möglichen saisonalen Anstieg hingedeutet, der von anderen Regierungsmitgliedern kommuniziert worden sei.
- Oberster Gerichtshof verbietet summarische Zurückweisungen für Schwimmende
- Migranten beginnen mit dem Grenzübertritt nach Ceuta
- 72.000 Einreisen registriert, über 100 Tote
- Marlaska bestreitet CNI-Warnung; EU-Minister tagen
- Mai 2021
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- Juli 2026
- 72000 Personen


