
Polnische Marine entschärft zwei britische Seeminen aus dem Zweiten Weltkrieg vor dem Hafen von Świnoujście
Spezialtaucher des 12. Minensuchgeschwaders räumten am Montag im Rahmen einer viertägigen Operation mehr als eine Tonne Sprengstoff und entschärften damit fünf britische Flugminen nahe dem LNG-Terminal von Świnoujście.
Entschärfung von Weltkriegsmunition
Minentaucher des 12. Minensuchgeschwaders der polnischen Marine entschärften am Montag, dem 5. Oktober 2026, zwei britische Flugminen vom Typ Mark VI in der Ostsee bei Świnoujście. Die Operation begann um 08:00 Uhr; bis 10:00 Uhr hatten die Taucher die erste Mine entschärft. Die beiden Sprengkörper enthielten zusammen mehr als eine Tonne Sprengstoff. Die Militärspezialisten entschärften die Minen durch Deflagration – ein kontrolliertes thermisches Abbrennverfahren, das den Sprengstoff verbrauchen soll, ohne eine Vollzündung auszulösen.
Korvettenkapitän Grzegorz Lewandowski, Pressesprecher der 8. Küstenverteidigungsflottille, beschrieb das Ergebnis des ersten Tages:
Heute haben wir eine Operation zur Entschärfung von zwei Mark VI-Flugminen durchgeführt, die zusammen über eine Tonne Sprengstoff enthielten. Sie wurden mit der Deflagrationsmethode wirksam entschärft. Wir haben die Auswirkungen einer möglichen Explosion auf die Umwelt, die Natur und die umliegende Infrastruktur vollständig ausgeschlossen.
Die Räumung ist für den Zeitraum vom 5. bis 8. Oktober angesetzt und betrifft fünf britische Minen aus dem Zweiten Weltkrieg (Typen Mark IV, Mark V und Mark VI), die auf dem Meeresboden in etwa 10 Metern Tiefe entdeckt wurden. Insgesamt wiegen die fünf Sprengkörper fast 3,5 Tonnen und enthalten eine Sprengladung, die etwa 2.500 Kilogramm TNT entspricht, wobei einzelne Minen zwischen 350 und 550 Kilogramm Sprengstoff enthalten. Die verbleibenden drei Minen sollen zwischen Dienstag und Donnerstag entschärft werden.
- Militär- und Seebehörden geben die Entdeckung von fünf britischen Seeminen aus dem Zweiten Weltkrieg bekannt
- Minentaucher der polnischen Marine beginnen mit den Unterwasser-Deflagrationsarbeiten
- Erste britische Flugmine vom Typ Mark VI erfolgreich entschärft
- Minentaucher sollen die Arbeiten an der verbleibenden Munition wieder aufnehmen
- Geplantes Datum für den Abschluss der Entsorgung aller fünf Minen
Sicherheitsmaßnahmen und Sperrungen an der Küste
Um die öffentliche Sicherheit während der Unterwasserarbeiten zu gewährleisten, richteten die See- und Zivilbehörden Sicherheitszonen entlang von 16 Kilometern Küstenlinie ein, die von Ahlbeck in Deutschland über Świnoujście bis Międzyzdroje reichen. Der Direktor des Seefahrtsamtes in Stettin erließ eine Anordnung, die es allen Personen untersagt, an aktiven Räumungstagen zwischen 08:00 und 15:00 Uhr ins Wasser zu gehen; die öffentlichen Strände blieben für Fußgänger an Land jedoch geöffnet.
Der Schiffsverkehr war während der gesamten Operation strengen Beschränkungen unterworfen. Schiffe, darunter die Fährverbindungen von und nach Świnoujście, durften eine Sperrzone von 821 Metern um die Entschärfungsstelle nicht befahren.
Die Sprecherin des Woiwoden von Westpommern, Paulina Heigel, erläuterte die behördenübergreifenden Kräfte, die entlang der Küste zur Durchsetzung der Sperrzonen eingesetzt wurden:
An der Operation sind über 50 Seeleute der 8. Küstenverteidigungsflottille, über 50 Polizeibeamte, sechs Feuerwehrleute, 18 Grenzschutzbeamte, 29 Mitarbeiter des Seefahrtsamtes, drei Mitarbeiter des Nationalparks Wollin, die Stadtpolizei und der Forstschutz beteiligt.
Zwei deutsche Spezialisten des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich ebenfalls an der Sicherung der Grenzküste.
- Mitarbeiter des Seefahrtsamtes
- 29
- Grenzschutzbeamte
- 18
- Feuerwehrleute
- 6
- Mitarbeiter des Nationalparks Wollin
- 3
- Deutsche technische Experten
- 2
Infrastrukturentwicklung bei Świnoujście
Die Munition wurde bei vorbereitenden Meeresbodenuntersuchungen für einen neuen äußeren Wellenbrecher entdeckt, der etwa einen Kilometer vom LNG-Terminal Świnoujście entfernt liegt. Das Wellenbrecherprojekt ist Teil einer geplanten Erweiterung des Handelshafens mit einem Tiefwasser-Containerterminal. Das maritime Vorhaben umfasst zudem den Bau einer 70 Kilometer langen Ansteuerungsrinne, die Schiffen mit Tiefgängen von bis zu 15 Metern die Zufahrt ermöglichen soll. Die Marine-Taucher werden am Dienstagmorgen um 08:00 Uhr die Unterwasserentschärfung wieder aufnehmen.

