Regierung · Paris und Lyon
Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch zieht 82 Jahre nach seiner Hinrichtung durch die Nazis in das Panthéon ein
Frankreich ehrt den Mitbegründer der Annales-Schule, der 1944 von der Gestapo gefoltert und erschossen wurde, mit einer Zeremonie im Nationalmausoleum.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Franceinfo, 20minutes, Ouest France und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Präsident Macron leitet die Überführung von Marc Bloch und seiner Frau Simonne Vidal in das Nationalmausoleum, der erste Historiker, dem diese Ehre zuteilwird.
Bloch gründete die Annales-Schule mit, veränderte die historische Forschung und leitete die Résistance in Lyon, bevor er von den Nazis hingerichtet wurde.
Im März 1944 verhaftet, von Klaus Barbies Gestapo im Gefängnis Montluc gefoltert, wurde Bloch am 16. Juni 1944 zusammen mit 27 anderen erschossen.
Politiker und Kommentatoren streiten über Blochs Erbe, wobei einige seinen Patriotismus betonen und andere seine Kritik an den französischen Eliten.
Macron kündigte die Panthéonisation am 23. November 2024 in der Stadt an, in der Bloch mittelalterliche Geschichte lehrte.
- 16.06.Durch Erschießungskommando in Saint-Didier-de-Formans zusammen mit 27 anderen Widerstandskämpfern hingerichtet.
- 23.11.Präsident Macron kündigt Blochs Panthéonisation in Straßburg an.
- 23.06.Marc Bloch und seine Frau Simonne Vidal ziehen in das Panthéon ein.
Eine nationale Zeremonie
Am Dienstag, dem 23. Juni 2026, werden die sterblichen Überreste des Historikers Marc Bloch und seiner Frau Simonne Vidal in das Panthéon in Paris überführt, den neoklassizistischen Tempel auf dem Hügel Sainte-Geneviève, der die Inschrift „Aux grands hommes, la patrie reconnaissante“ trägt. Präsident Emmanuel Macron leitet die Zeremonie und hält eine etwa zwanzigminütige Rede. Der Élysée-Palast beschreibt Bloch als „einen Mann der Aufklärung, der in die Armee der Schatten eintrat“. Ein Dokumentarfilm von Hugues Nancy, Marc Bloch, au nom de la France, wird am selben Abend auf France 2 ausgestrahlt.
„Für sein Werk, seine Lehre und seinen Mut entscheiden wir, dass Marc Bloch in das Panthéon einziehen wird.“
Bloch ist der erste Historiker, dem diese Ehre zuteilwird. Er reiht sich in die Reihe von 83 anderen Persönlichkeiten ein, darunter Victor Hugo, Marie Curie, Jean Moulin und Simone Veil. Die Panthéonisation wurde von Macron am 23. November 2024 in Straßburg bekannt gegeben, wo Bloch von 1919 bis 1936 mittelalterliche Geschichte lehrte.
Gelehrter und Soldat
Geboren am 6. Juli 1886 in Lyon in eine jüdische Familie aus dem Elsass, die sich nach der Annexion von 1871 für die französische Staatsbürgerschaft entschied, wurde Marc Bloch Historiker und Soldat. Er diente als Infanteriesergeant im Ersten Weltkrieg, erhielt das Croix de guerre und beendete den Krieg als Hauptmann. Seine Kriegstagebücher, veröffentlicht als Souvenirs de guerre, zeigen bereits den analytischen Blick, den er später auf den Zusammenbruch von 1940 richten sollte.
„Frankreich, aus dem mich manche bereitwillig vertreiben wollten, bleibt, was auch geschieht, die Heimat, der ich mein Herz nicht entreißen kann.“
1929 gründete er zusammen mit Lucien Febvre die Zeitschrift Annales d'histoire économique et sociale und begründete damit die Annales-Schule. Dieser Ansatz verlagerte die historische Forschung weg von großen Männern und Ereignissen hin zu langfristigen Strukturen, Mentalitäten und interdisziplinärem Dialog mit Soziologie, Geographie und Wirtschaftswissenschaften. Zu seinen Hauptwerken zählen Les rois thaumaturges, Apologie pour l'histoire und das posthum veröffentlichte L'étrange défaite, das im Sommer 1940 nach seiner Evakuierung aus Dünkirchen entstand.
Widerstand und Martyrium
Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, meldete sich Bloch, damals 53 und Vater von sechs Kindern, erneut zum Militärdienst. Nach der Niederlage zwangen ihn die antisemitischen Gesetze des Vichy-Regimes, seinen Universitätslehrstuhl zu verlassen. Seine Bibliothek wurde 1942 von den Nazis geplündert. Er schloss sich unter dem Pseudonym Blanchard in Lyon der Résistance an und wurde Führer des lokalen Netzwerks.
Im März 1944 von der Gestapo verhaftet, wurde er wochenlang im Gefängnis Montluc auf Befehl von Klaus Barbie gefoltert. Am Abend des 16. Juni 1944 wurden er und etwa zwei Dutzend andere Gefangene auf eine Wiese in Saint-Didier-de-Formans nördlich von Lyon gefahren und von einem Erschießungskommando hingerichtet. Sein Leichnam wurde zunächst als „Unbekannter Nummer 14“ beigesetzt. Er wurde 57 Jahre alt.
Ein umstrittenes Erbe
Blochs Einzug in das Panthéon hat politische Debatten ausgelöst. Senator Pierre Ouzoulias, der an der Panthéonisation von Missak Manouchian beteiligt war, bemerkte, Bloch werde „derjenige sein, über den es am schwierigsten ist, vor der gesamten Gesellschaft zu sprechen“. Sein Biograf Olivier Lévy-Dumoulin nennt ihn eine „Doppelfigur: den Helden und den Gelehrten“. Der Élysée betont, dass Bloch „die Vergangenheit dachte, um in der Gegenwart zu handeln“.
Kommentatoren weisen auf die Spannung zwischen Blochs Patriotismus und seiner Elitenkritik, seinem Anti-Nationalismus und seinem Universalismus hin. In L'étrange défaite schrieb er, Frankreich sei zusammengebrochen, weil eine politische Klasse die Liebe zum Vaterland vergessen und ein militärischer Stab in Trägheit verharrt habe. Sein Erbe wird quer durch das politische Spektrum beansprucht, von denen, die ihn als Vorbild republikanischen Engagements sehen, bis zu denen, die vor der Instrumentalisierung seines Andenkens warnen.
Zeitleiste eines Lebens
Blochs Werdegang von den Schützengräben des Jahres 1914 bis zum Panthéon im Jahr 2026 umfasst zwei Weltkriege, eine Revolution in der historischen Methode und ein letztes Opfer für die Werte, die er verteidigte.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- FranceinfoMarc Bloch au Panthéon : quatre histoires méconnues qui racontent comment l'intellectuel résistant est devenu une légende
- FranceinfoVIDEOS. Engagé dans l'armée puis dans la Résistance, torturé et tué par la Gestapo... Le parcours héroïque de Marc Bloch raconté dans un documentaire avant son entrée au Panthéon
- FranceinfoPatriote, antinationaliste, critique des élites... Alors que Marc Bloch entre au Panthéon, la classe politique se dispute l'héritage de l'historien et résistant
- 20minutesMarc Bloch entre au Panthéon pour son œuvre d'historien et son engagement dans la Résistance - 20 Minutes
- Marc Bloch
- Historiker, Mitbegründer der Annales-Schule und Widerstandskämpfer, 1944 von den Nazis hingerichtet; zieht am 23. Juni 2026 in das Panthéon ein.
- Simonne Vidal
- Ehefrau von Marc Bloch, die ebenfalls neben ihm in das Panthéon einzieht.
- Emmanuel Macron
- Präsident von Frankreich, der Blochs Panthéonisation ankündigte und die Zeremonie leitet.
- Klaus Barbie
- Leiter der Gestapo in Lyon, verantwortlich für die Folter und Hinrichtung von Marc Bloch.
- Lucien Febvre
- Mitbegründer der Annales-Schule der Geschichte zusammen mit Marc Bloch.
- Pierre Ouzoulias
- Kommunistischer Senator und Archäologe, der an der Panthéonisation von Missak Manouchian mitwirkte.
- Olivier Lévy-Dumoulin
- Biograf von Marc Bloch.
- Hugues Nancy
- Regisseur des Dokumentarfilms Marc Bloch, au nom de la France.
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