
12-jähriges Mädchen vor Zwangsheirat am Flughafen Lissabon gerettet
Die portugiesische Grenzpolizei hat am Flughafen Lissabon eine 45-jährige Französin festgenommen, nachdem ein 12-jähriges Mädchen aus der Demokratischen Republik Kongo enthüllt hatte, dass sie nach Frankreich gebracht werden sollte, um zur Begleichung einer Schuld ihrer Familie zwangsverheiratet zu werden.
Ein entscheidender Zwischenstopp in Lissabon
Am 25. Juli 2026 landete ein Flug aus Dakar, Senegal, am Flughafen Humberto Delgado in Lissabon mit einem 12-jährigen Mädchen aus der Demokratischen Republik Kongo und einer 45-jährigen Französin. Die beiden gaben vor, Mutter und Tochter zu sein und auf dem Weg nach Paris in den Urlaub zu sein. Bei routinemäßigen Grenzkontrollen der Nationalen Einheit für Ausländer und Grenzen (UNEF) der PSP stellten die Beamten Unstimmigkeiten fest: Der Pass des Mädchens stimmte nicht mit ihrer Identität überein, und die Frau machte widersprüchliche Angaben zum Hotel und zur Aufenthaltsdauer. Ein Frontex-Grenzbeamter, der fließend Französisch spricht und Erfahrung in der Aufdeckung von Menschenhandel hat, beteiligte sich an der Überprüfung.
- Mädchen und Französin besteigen einen Flug von Dakar, Senegal, nach Paris mit Zwischenstopp in Lissabon.
- Flug landet am Flughafen Humberto Delgado; Passagiere durchlaufen die Grenzkontrolle.
- Beamte stellen fest, dass der Pass des Mädchens nicht ihr gehört und die Behauptung der Frau, die Mutter zu sein, Zweifel aufkommen lässt.
- PSP und ein Frontex-Beamter trennen die beiden; das Mädchen gibt an, die Frau nicht zu kennen.
- Das Kind offenbart, dass ihre Eltern sie zur Begleichung einer Schuld weggegeben haben und dass sie in Frankreich zur Heirat gezwungen werden sollte.
- Die 45-jährige Französin wird festgenommen, nachdem sie zugibt, Geld für den Transport des Mädchens erhalten zu haben.
- Das Mädchen wird in ein Akto-Zentrum für kindliche Opfer von Menschenhandel gebracht, wo es weiterhin unter Schutz steht.
Die Aussage des Mädchens
Nach den ersten Zweifeln wurde das Mädchen in eine sekundäre Kontrolle gebracht und von der Frau getrennt. Sie gab an, die Frau nie zuvor getroffen zu haben. Das Kind sagte, ihre eigenen Eltern hätten sie einem Mann übergeben, der sie nach Frankreich bringen sollte, wo sie gezwungen werden sollte, einen Fremden zu heiraten, um eine Schuld der Familie zu begleichen. Die Frau gab später zu, dass sie dafür bezahlt worden war, das Kind zu transportieren und zu übergeben.
Das Kind sagte uns, dass es die Frau überhaupt nicht kenne, dass sie nicht ihre Mutter sei.
Festnahme und Anklage
Die Französin wurde festgenommen und nach einem Richtervortrag in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittler prüfen mehrere mögliche Straftaten – Menschenhandel, Urkundenfälschung, Zwangsheirat und, da das Opfer minderjährig ist, Kindesentführung. Die Anwältin Patrícia Santos Ferreira sagte gegenüber SIC Notícias, dass die mit dem System verbundenen Geldflüsse ein Geldwäscheverfahren eröffnen könnten. Der ehemalige Chefinspektor der Kriminalpolizei, César Afonso, bemerkte, dass solche Fälle schwer zu fassen seien, weil die Menschenhändler sowohl falsche Dokumente als auch Deckgeschichten vorbereiten.
Von Menschenhandel, Urkundenfälschung, Missbrauch von Dokumenten, Zwangsheirat und weil das Kind 12 Jahre alt ist, können wir auch von Kindesentführung sprechen.
Unterkunft und Sicherheit
Das Mädchen wurde in eine Lissabonner Einrichtung von Akto gebracht, die sich um junge Opfer von Menschenhandel kümmert. Es schloss sich neun anderen Bewohnern an; der jüngste ist vier und der älteste neunzehn Jahre alt. Die Projektkoordinatorin Ana Rita Brito sagte, das Mädchen sei ruhig angekommen. Sie äußerte Angst davor, in ihr Heimatland oder zu ihren Eltern zurückzukehren, da sie glaubte, erneut verkauft zu werden.
Die Priorität war, ihr Wohlergehen und ihren Schutz zu gewährleisten.
Die portugiesischen Behörden prüfen nun das Risiko, um zu entscheiden, ob eine Rückkehr für sie sicher wäre. Die Unterkommissarin betonte, dass eine Rückkehr, wenn die Eltern beteiligt sind, sie erneut in den Kreislauf der Menschenhändler bringen könnte. Spezialisierte multidisziplinäre Teams leisten weiterhin Unterstützung.
Grenzkontrolle und Trends im Menschenhandel
Ana Rita Brito stellte fest, dass die meisten Überweisungen an Akto vom Flughafen kommen. Die PSP räumte einen Anstieg der Aufdeckungen an den Einreisehäfen ein, aber die Unterkommissarin warnte, dass die bessere Erkennung für den Anstieg verantwortlich sein könnte und nicht ein Anstieg der Kriminalität selbst. Der gefälschte Pass war bei der Abflugkontrolle in Dakar akzeptiert worden, was die Lücke zwischen den Kontrollen im Schengen-Raum und denen an Nicht-EU-Abflugorten verdeutlicht.
Dies sind keine einfachen Fälle, die aufzudecken sind, weil diese Reisen vorbereitet werden. Es wird eine Geschichte erfunden, sowohl in Bezug auf Dokumente als auch auf die persönliche Geschichte.

