
Wahl des Real-Madrid-Präsidenten: 79-jähriger Florentino Pérez gegen 37-jährigen Enrique Riquelme
Die Mitglieder von Real Madrid gehen am Sonntag, den 7. Juni, zur Wahl und entscheiden sich zwischen Amtsinhaber Florentino Pérez und Herausforderer Enrique Riquelme – die erste umkämpfte Präsidentschaftswahl des Vereins seit 20 Jahren.
Die Kandidaten und der Wahlkampf
Die Präsidentschaftswahl von Real Madrid am Sonntag, den 7. Juni, bietet eine klare Generationenentscheidung. Florentino Pérez, 79, strebt nach zwei Jahrzehnten an der Spitze die Wiederwahl an – eine Ära, die von sieben Champions-League-Titeln und einer Parade von Galáctico-Verpflichtungen geprägt ist. Sein Herausforderer, Enrique Riquelme, ist ein 37-jähriger Geschäftsmann aus Alicante, der den Energieversorger Cox Energy leitet. Noch nie hat ein Kandidat unter 40 Jahren für das Amt des Real-Madrid-Präsidenten kandidiert; der jüngste Amtsinhaber war Santiago Bernabéu, der im Alter von 48 Jahren per Vorstandsernennung und nicht durch eine direkte Mitgliederwahl ins Amt kam.
Der Wahlkampf dauerte nur 14 Tage – ein komprimiertes Zeitfenster, das Experten für politische Kommunikation als „Anti-Kampagne“ bezeichneten. Pérez verfolgte eine risikoarme Strategie, schränkte öffentliche Auftritte ein und vermied direkte Auseinandersetzungen mit seinem Gegner, den er nur als „den Kandidaten“ bezeichnete. Riquelme setzte dagegen auf eine aggressivere Medienoffensive, darunter einen prominenten Auftritt in der Fernsehsendung El Hormiguero.
Florentino versucht, in seinen Botschaften keine Fehler zu machen, er strebt geringes Risiko und wenig Präsenz an. Riquelme ist das Gegenteil. Er führte eine risikoreichere Kampagne.
Das Fernsehen als Schlachtfeld
Der Wettstreit schwappte in den letzten Tagen auf das spanische Fernsehen über. Riquelmes Interview auf Antena 3 bei El Hormiguero lockte fast zwei Millionen Zuschauer, während Pérez bei Cuatros Horizonte mit Íker Jiménez auftrat und über eine Million Zuschauer erreichte. Die Zuschauerschaften spiegelten unterschiedliche demografische Profile wider: Die Zuschauerschaft von El Hormiguero ist generationenübergreifender, während Horizonte zu Männern mittleren Alters tendiert – eine Gruppe, die stark mit der Wählerschaft von Real Madrid überlappt. Pérez schaltete zudem eine Werbung, die unmittelbar nach El Hormiguero ausgestrahlt wurde und José Mourinho im weißen Hemd mit der Aufschrift „SÍ“ zeigte.
Ich weiß nicht, wie viele Real-Madrid-Mitglieder diesen Sonntag wählen werden oder was sie wählen werden, aber das Thermometer dieser Fernsehzuschauerzahlen könnte darauf hindeuten, dass, wenn man alle Faktoren addiert und subtrahiert, sich aufregende Zeiten an der Casa Blanca abzeichnen könnten.
Die finanzielle Hürde und der Haaland-Coup
Riquelmes Weg zur Wahl war nicht einfach. Die Satzung des Vereins verlangte eine Vorab-Bürgschaft von fast 194 Millionen Euro. Nachdem ihn spanische Banken wie BBVA und Banco de Santander abgewiesen hatten, sicherte er sich die Garantie über die andorranische Bank ANDBANC, die in Spanien tätig ist. Pérez als Amtsinhaber musste keine Bürgschaft vorlegen.
Riquelmes aufsehenerregendstes Versprechen war die Verpflichtung von Erling Haaland als Mittelstürmer, das er während seines Auftritts bei El Hormiguero bekannt gab. Die Behauptung wurde umgehend von Haalands Vater und Berater sowie vom Verein selbst dementiert, der rechtliche Schritte androhte. Der Vorfall erinnerte an Pérez‘ eigenen Wahlkampf im Jahr 2000, als sein Versprechen, Luís Figo zu verpflichten, ähnlich dementiert wurde, bevor es sich letztlich als glaubwürdig genug erwies, um Wähler zu überzeugen.
Entweder es ist der große Star oder ein großartiger Trainer. Man muss es plastisch darstellen, sonst wird es kompliziert.
Was auf dem Spiel steht
Jenseits der Persönlichkeiten dreht sich die Wahl um die Eigentümerstruktur des Vereins. Riquelme hat sich als Verteidiger der Mitglieder-Eigentümerschaft positioniert, lehnt jegliche Privatisierung ab und fordert eine institutionelle Erneuerung. Pérez, zu dessen Vermächtnis die laufende Umgestaltung des Santiago-Bernabéu-Stadions gehört, hat seinen Gegner als Bedrohung für die Stabilität des Vereins dargestellt und ihn als „trojanisches Pferd, das kommt, um den Verein von innen zu ruinieren“, bezeichnet.
Die Abstimmung findet am Sonntag, den 7. Juni, in der Ciudad del Real Madrid in Valdebebas statt. Die Wahllokale sind von 09:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, und nur autorisierte Mitglieder können persönlich ihre Stimme abgeben. Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob der Verein die Ära von Pérez verlängert oder unter seinem jüngsten Präsidentschaftskandidaten einen neuen Kurs einschlägt.
- Florentino Pérez ruft überraschend Präsidentschaftswahlen aus und fordert Herausforderer heraus.
- Enrique Riquelme bestätigt seine Kandidatur.
- Riquelme reicht Unterlagen beim Wahlausschuss ein.
- Riquelme eröffnet sein Wahlkampfhauptquartier in der Calle Rafael Salgado, gegenüber dem Bernabéu.
- Wahltermin auf den 7. Juni in Valdebebas festgelegt.
- Riquelme tritt bei El Hormiguero auf und kündigt den Haaland-Transfer an.
- Pérez tritt bei Horizonte auf; Mourinho-Werbung läuft nach El Hormiguero.
- Wahltag. Wahllokale geöffnet von 09:00–20:00 Uhr in der Ciudad del Real Madrid, Valdebebas.

