Migration · Brüssel und Paris
Macron lehnt EU-Pläne für Migranten-Rückführungszentren ab und warnt vor Verstoß gegen europäische Prinzipien
Präsident Macron weigerte sich, EU-Haushaltsmittel für den Bau von Abschiebezentren außerhalb der Union zu verwenden, und bezeichnete die Idee als ineffektiv und den europäischen Werten zuwiderlaufend, nachdem 19 Mitgliedstaaten die Politik befürwortet hatten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, Deutsche Welle, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Frankreich wird keine Migranten-Rückführungszentren außerhalb der EU bauen und EU-Mittel dafür blockieren, da das Modell als ineffektiv und mit europäischen Werten unvereinbar angesehen wird.
Ein von Dänemark, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich und anderen unterzeichneter Brief forderte die Kommission auf, Drittstaatenlösungen finanziell zu unterstützen.
Das Europäische Parlament hat die Rückführungsverordnung am 18. Juni verabschiedet, die es den Mitgliedstaaten erlaubt, Abkommen über Abschiebehaftzentren außerhalb der EU-Grenzen auszuhandeln.
Diplomaten öffneten die Tür für die Nutzung des EU-Haushalts 2028–2034 für solche Zentren; Frankreich hat einen formellen Vorbehalt eingelegt, Spanien enthielt sich.
- 18.06.Das Europäische Parlament verabschiedet die Rückführungsverordnung, die bilaterale Abkommen für Abschiebehaftzentren in Drittstaaten ermöglicht.
- 19.06.19 Mitgliedstaaten unterzeichnen einen Brief zur Unterstützung ‚innovativer Lösungen‘; Macron lehnt die Zentren und die EU-Finanzierung öffentlich ab.
- Oktober 2026Die EU-Staats- und Regierungschefs werden voraussichtlich auf dem Herbstgipfel eine eingehende Debatte über die Migrationspolitik führen.
- 2028–2034Der nächste EU-Langzeithaushalt könnte Rückführungszentren unter dem ‚Global Europe‘-Außenhandlungsbudget finanzieren.
Macron zieht eine rote Linie
Emmanuel Macron nutzte das Ende des EU-Gipfels in Brüssel am Freitag, um sich offen von 19 Mitgliedstaaten zu distanzieren, die sogenannte „Rückführungszentren“ befürworten. Er erklärte, dass Frankreich keine Zentren in Nicht-EU-Ländern einrichten werde, um abgelehnte Asylbewerber festzuhalten, und jeden Versuch blockieren werde, sie aus dem gemeinsamen EU-Haushalt zu finanzieren. „Ich respektiere diejenigen, die das tun wollen, aber ich bin sowohl aus pragmatischer als auch aus prinzipieller Sicht anderer Meinung, und ich glaube, das hat nichts mit europäischer Politik zu tun“, sagte er vor Journalisten.
„Ja zu einer Politik, die illegale Einwanderung bekämpft, die uns effektiver macht und zu Rückführungen führt … Für Frankreich nein zu Rückführungszentren oder ‚Return Hubs‘ in Drittstaaten.“
Er fügte hinzu, er habe „noch nie ein Rückführungszentrum in einem Drittstaat funktionieren sehen“ und verwies auf das problematische Experiment Italiens mit Zentren in Albanien, wo Gerichtsurteile Italien zwangen, mehrere Migranten zurückzuholen.
Der rechtliche Vorstoß der EU
Die Rückführungsverordnung, die die Tür zu Abschiebehaftzentren außerhalb der EU öffnet, passierte am Mittwoch das Europäische Parlament. Sie erlaubt es den Mitgliedstaaten, bilaterale Abkommen mit Drittstaaten auszuhandeln, die bereit sind, solche Einrichtungen zu beherbergen. Das Gesetz ist der letzte Teil des überarbeiteten Migrations- und Asylpakts der Union, der in den letzten Jahren verschärft wurde.
Befürworter argumentieren, dass die Zentren die Abschiebung von Menschen ohne Bleiberecht beschleunigen und irreguläre Ankünfte abschrecken würden. Menschenrechtsgruppen haben sie als „rechtliche schwarze Löcher“ bezeichnet.
Eine gespaltene Union
Ein gemeinsamer Brief, der von der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni angeführt und während des Gipfels veröffentlicht wurde, sammelte 19 Unterschriften. Zu den Unterzeichnern gehören Deutschland, die Niederlande, Österreich und Griechenland, die alle das Projekt vorantreiben. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt sagte, konkrete Abkommen mit Drittstaaten sollten noch in diesem Jahr geschlossen werden. Ruanda, Uganda und Usbekistan gehören zu den Standorten, die Berichten zufolge in Betracht gezogen werden.
„Wir sind von Drittstaatenlösungen überzeugt und bitten die Kommission um finanzielle Unterstützung.“
Spanien enthielt sich bei der Finanzrahmenbestimmung, die es erlauben würde, EU-Gelder für die Zentren zu verwenden, während Frankreich einen formellen Vorbehalt einlegte. Die übrigen Mitgliedstaaten bezogen keine öffentliche Position.
Der Haushaltsstreitpunkt
Im Zentrum des Streits steht der nächste mehrjährige Finanzrahmen (MFR) für den Zeitraum 2028 bis 2034. Diese Woche einigten sich die Diplomaten der Mitgliedstaaten darauf, dass das „Global Europe“-Außenhandlungsbudget zur Finanzierung „innovativer Lösungen“ für die Migration verwendet werden könnte – der Euphemismus, den die von der Leyen-Kommission für Abschiebezentren außerhalb der EU verwendet.
Macron bestand darauf, dass Rückführungszentren Angelegenheiten der nationalen Politik seien, nicht der europäischen Politik, und dass die gemeinsame Kasse der Union sie nicht finanzieren dürfe. „Dies muss in der Verantwortung der Politik jedes einzelnen Staates liegen“, sagte er.
Werte und Wirksamkeit
Macrons Sprache war ungewöhnlich scharf. „Ich bin ein großer Verfechter von Innovation, aber ich bin sehr vorsichtig, wenn es bei Innovation um Werte und Menschenrechte geht“, sagte er und bezog sich dabei ausdrücklich auf den Begriff „innovative Lösungen“. Er stellte in Frage, ob das Schema den Prinzipien entspricht, auf denen Europa aufgebaut wurde.
„Werden wir all diese Menschen in ein Land drängen, das nicht ihres ist, wenn Sie nicht einmal wollen, dass sie in Ihrem bleiben? Ich bin nicht sicher, ob das unser Europa ist.“
Der französische Präsident unterstrich seine Unterstützung für ein rigoroses Grenzmanagement und schnellere Rückführungen, jedoch nur für Menschen, die in ihre eigenen Herkunftsländer zurückgeschickt werden – nicht in Drittstaaten, zu denen sie keine Verbindung haben.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- DIE WELTIllegale Migration: EU setzt auf Rückkehrzentren in Drittstaaten, doch plötzlich hat Macron Einwände
- Deutsche WelleMacron critica que UE costee centros de retorno de migrantes
- ZEIT ONLINEAbschiebungen aus der EU: Emmanuel Macron gegen EU-Pläne für Abschiebezentren in Drittstaaten
- europa pressMacron rechaza destinar fondos UE a centros de deportación: No son...
- Emmanuel Macron
- Präsident Frankreichs, der auf dem Gipfel im Juni 2026 Rückführungszentren und EU-Finanzierung öffentlich ablehnte.
- Mette Frederiksen
- Ministerpräsidentin Dänemarks, Mitautorin des von 19 Staaten unterzeichneten Briefes zur Unterstützung von Drittstaaten-Rückführungslösungen.
- Giorgia Meloni
- Ministerpräsidentin Italiens, Mitautorin des Briefes zur Unterstützung von EU-Mitteln für Migrationszentren außerhalb der EU.
- Alexander Dobrindt
- Deutscher Innenminister, der sagte, konkrete Abkommen mit Drittstaaten über Rückführungszentren sollten noch in diesem Jahr geschlossen werden.
- Orte
- Brüssel
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