Sicherheit · Paris, Auch und Fleurance
Frankreich: Dritte Protestwoche im Fall Lyhanna – Darmanin verspricht digitale Justiz-Offensive
Zehntausende versammelten sich am dritten Montag in Folge in ganz Frankreich und forderten ein umfassendes Gesetz gegen sexualisierte Gewalt nach dem Mord an der elfjährigen Lyhanna. Justizminister Gérald Darmanin kündigte Disziplinarmaßnahmen und einen ‚digitalen Schock‘ zur Modernisierung der Justiz an.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Franceinfo, 20minutes, France 24 und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Tausende versammelten sich am 22. Juni in Paris und anderen Städten und forderten ein umfassendes Gesetz gegen sexualisierte Gewalt nach dem Mord an Lyhanna.
Ein Bericht enthüllte verlorene Anzeigen, fehlende Nachverfolgung und die Behandlung einer Kindesvergewaltigungsanzeige als gewöhnlichen Fall.
Zwei Gendarmen droht die Zwangsversetzung, ein Staatsanwalt wird verwaltungsrechtlich überprüft; Darmanin bezeichnet Versäumnisse als 'persönlich'.
Parlamentspräsidentin Braun-Pivet besteht auf einem umfassenden Gesetz, während Premierminister Lecornu zögert; 134 Festnahmen nach Überprüfung von 70.000 alten Beschwerden.
Darmanin verspricht, alle Gerichtsakten innerhalb von sechs Monaten mit KI zu digitalisieren, nachdem eine Anzeige auf dem Postweg verloren ging.

- 14.07.Frist für Überprüfung von 70.000 Kindesmissbrauchsbeschwerden
- 7.09.Mögliche Wiederaufnahme der Proteste, falls kein umfassendes Gesetz
- 23.12.Ziel: Papierlosigkeit in Gerichten (sechs Monate nach Ankündigung)
Proteste gehen in die dritte Woche
Tausende Menschen versammelten sich am Montagabend, dem 22. Juni, zum dritten Mal in Folge in Paris und in ganz Frankreich und forderten ein umfassendes Gesetz gegen sexualisierte Gewalt nach der Vergewaltigung und Ermordung der elfjährigen Lyhanna. Die Pariser Polizeipräfektur zählte 2.500 Teilnehmer auf dem Place Vendôme vor dem Justizministerium. Auch in Nantes fanden Proteste statt, wo Dutzende Frauen eine Choreografie zu einem Slam der Regisseurin Andréa Bescond aufführten, während eine Kundgebung in Bordeaux aufgrund extremer Hitze abgesagt wurde. Die Organisatoren planen, sich jeden Montag bis zum 4. Juli zu versammeln und werden am 7. September wieder beginnen, falls die Regierung kein umfassendes Gesetzespaket vorlegt.
„Komplizenstaat, krimineller Staat, verantwortlicher Staat, du schließt die Augen, du bist schuldig, Vergewaltiger sind überall, Gerechtigkeit ist nirgends, unsere Kinder sterben.“
Inspektion deckt systemische Versäumnisse auf
Ein von der Regierung in Auftrag gegebener Inspektionsbericht, der am 22. Juni veröffentlicht wurde, stellte einen „kumulativen Zeitverlust und ein Fehlen von Verfahrensnachverfolgung“ sowohl durch die Staatsanwaltschaft Auch als auch durch die Gendarmerie des Départements Gers bei der Bearbeitung einer Vergewaltigungsanzeige fest, die im August 2025 gegen den Hauptverdächtigen Jérôme Barella eingereicht worden war. Die Anzeige war per Post von Toulouse nach Auch geschickt worden und ging verloren. Premierminister Sébastien Lecornu sagte, die Inspektion habe gezeigt, dass „die Schutzkette versagt habe“. Der Bericht stellte fest, dass das Justizsystem die Anzeige als gewöhnlich behandelte, anstatt sie zu priorisieren, obwohl Vorwürfe von rund fünfzig Vergewaltigungen im Raum standen.
Politische Reaktion und Sanktionen
Justizminister Gérald Darmanin gab am 22. Juni bekannt, dass er die „zwangsweise Versetzung“ zweier Gendarmen angeordnet und ein Verwaltungsverfahren gegen einen stellvertretenden Staatsanwalt in Auch eingeleitet habe, mit einer Vorlage an den Obersten Justizrat für mögliche Disziplinarmaßnahmen. Er räumte „schwere Versäumnisse“ ein, führte diese jedoch auf „persönliches Versagen“ zurück und nicht auf einen Mangel an Ressourcen. Richtergewerkschaften wiesen jedoch auf eine chronische Unterfinanzierung hin, insbesondere des Gerichts in Auch. Die Präsidentin der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, argumentierte, dass individuelle Sanktionen das systemische Problem nicht lösten, und wies darauf hin, dass eine Überprüfung von 70.000 anhängigen Missbrauchsfällen gegen Kinder bereits zu 134 Festnahmen geführt habe.
„Wir suchen nach individuellen Verantwortlichkeiten, wir sagen: 'Hier ist, was im Fall Lyhanna nicht funktioniert hat', damit haben wir dann alles geregelt. Aber ganz und gar nicht!“
Darmanin verspricht ‚digitalen Schock‘
Am 23. Juni kündigte Darmanin einen „digitalen Schock“ für das Justizministerium an und versprach, Papierakten innerhalb von sechs Monaten durch Scannen aller Dokumente und den Einsatz künstlicher Intelligenz in allen Gerichtsbarkeiten abzuschaffen. Er bezeichnete dies als strukturelle Antwort auf Schwierigkeiten, die überall bestünden. Die Maßnahme folgt auf die Enthüllung, dass die entscheidende Anzeige auf dem Postweg zwischen den Gerichten verloren gegangen war.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- FranceinfoAffaire Lyhanna : pour le troisième lundi consécutif, des rassemblements organisés en France en soutien aux victimes de violences sexuelles
- 20minutesLes sanctions individuelles pour Lyhanna ne règlent pas " tout ", dit Braun-Pivet
- France 24Serious failings found in handling of earlier complaint against main suspect in girl's killing
- FranceinfoLyhanna : "Dans une démocratie, la responsabilité des magistrats n'est pas une question taboue", estime le garde des Sceaux
- Lyhanna
- 11-jähriges Opfer von Vergewaltigung und Mord in Fleurance, Gers
- Jérôme Barella
- Hauptverdächtiger im Fall Lyhanna, gegen den zuvor eine Vergewaltigungsanzeige eingereicht worden war
- Gérald Darmanin
- Französischer Justizminister (Garde des Sceaux)
- Yaël Braun-Pivet
- Präsidentin der französischen Nationalversammlung
- Sébastien Lecornu
- Premierminister von Frankreich
- Andréa Bescond
- Filmregisseurin und Aktivistin, schuf ein Protestlied für die Lyhanna-Kundgebungen
- Justine Probst
- Nationalsekretärin des Syndicat de la magistrature
- Orte
- Paris
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