
Lula und Trump vereinbaren Wiederaufnahme der Handelsgespräche nach 80-minütigem Telefonat zu Zöllen
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sprach am 21. August 80 Minuten lang mit US-Präsident Donald Trump und vereinbarte bilaterale Treffen der Handelsminister über die Zollmaßnahmen vom Juli.
Spitzengespräch über bilaterale Zölle
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Freitag, 21. August 2026, ein einstündiges und 20-minütiges Telefonat mit US-Präsident Donald Trump geführt. Das Gespräch sollte die bilateralen Handelsspannungen nach der Entscheidung Washingtons im Juli 2026, zwei separate Wellen von Einfuhrzöllen auf Brasilien zu verhängen, thematisieren. Die USA belegten die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas mit den Abgaben, nachdem sie angeblich unfaire Handelspraktiken angeführt hatten. Die brasilianische Präsidentschaft wies diese Begründungen in einer offiziellen Mitteilung nach dem Gespräch als unbegründet zurück. Beide 80-jährigen Führungspersönlichkeiten führten den Austausch in einem von Brasília als freundlich und herzlich beschriebenen Ton. Lula erklärte seinem US-Amtskollegen, dass das Verhandeln die beste Option für beide Nationen sei.
Wiederaufnahme der Handelsgespräche und Ministertreffen
Das bilaterale Gespräch endete mit einer Einigung zwischen Brasília und Washington, den formellen Dialog über Handel und die umstrittenen Einfuhrzölle wieder aufzunehmen. Trump erkannte die Notwendigkeit an, solide Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern aufrechtzuerhalten, und schlug vor, dass die Delegationen so bald wie möglich wieder zusammentreffen. Später am Freitag während eines Wahlkampfstopps im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais bestätigte Lula, dass die Handelsminister Brasiliens und der USA einen Termin für ein Treffen vereinbart haben. Der brasilianische Führer argumentierte, dass die US-Zuschläge negative wirtschaftliche Folgen sowohl für Brasilien als auch für die USA hätten, anstatt die bilaterale Zusammenarbeit zu fördern.
- Washington stuft brasilianische kriminelle Fraktionen CV und PCC als terroristische Gruppen ein
- USA verhängen zwei Wellen von Handelszöllen auf Brasilien
- Lula und Trump führen ein 80-minütiges Telefonat und vereinbaren Wiederaufnahme der Handelsgespräche
- Brasilien plant die Durchführung seiner Präsidentschaftswahl
Meinungsverschiedenheit über Einstufung krimineller Banden
Neben dem Handelsstreit befasste sich das Gespräch mit Unterschieden in der Strafverfolgungs- und Sicherheitspolitik. Lula bekräftigte die Weigerung seiner Regierung, Brasiliens zwei größte kriminelle Fraktionen als terroristische Vereinigungen einzustufen. Die US-Regierung hatte das Comando Vermelho (CV) und das Primeiro Comando da Capital (PCC) im Mai 2026 offiziell als terroristische Organisationen eingestuft. Lula erläuterte die Gründe für Brasiliens Position während des Gesprächs und hielt an der Unterscheidung zwischen einheimischen organisierten kriminellen Syndikaten und ideologischen terroristischen Gruppen fest.
Diese kriminellen Gruppen üben täglichen Terror auf die ärmsten Bevölkerungsgruppen aus, aber sie sind nicht dasselbe wie terroristische Organisationen.
Wahlkampfkontext vor der brasilianischen Oktoberwahl
Der Zollstreit und die Beziehungen zu Washington sind zu zentralen Themen im Wahlkampf vor den brasilianischen Präsidentschaftswahlen im Oktober 2026 geworden. Lula kandidiert für ein viertes und letztes Präsidentschaftsmandat und navigiert dabei durch diplomatische Beziehungen zu den USA, die Phasen der Annäherung und Spannung erlebt haben. Sein wichtigster Herausforderer im Präsidentschaftsrennen ist der 45-jährige Flávio Bolsonaro, Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, der derzeit wegen eines versuchten Staatsstreichs inhaftiert ist. Die Familie Bolsonaro pflegt enge Beziehungen zu Trump. Lula hatte die USA zuvor beschuldigt, versucht zu haben, sich in die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im Oktober einzumischen. Die geplanten Ministergespräche schaffen eine direkte diplomatische Spur zu den Zöllen, während Brasilien der Wahl entgegensieht.

