
Lufthansa-Airbus A380 beschädigt bei verfrühter Landung nach San-Francisco-Flug Befeuerung der Münchner Startbahn
Ein Lufthansa-Airbus A380 mit 351 Passagieren an Bord setzte am Montagabend vor der Landeschwelle am Münchner Flughafen auf – es ist der zweite Zwischenfall auf der Startbahn des Drehkreuzes innerhalb von 48 Stunden.
Verfrühte Landung auf Münchner Startbahn
Ein Lufthansa-Airbus A380 mit 351 Passagieren an Bord setzte am Montagabend vor der Landeschwelle am Münchner Flughafen auf und beschädigte dabei Bodenbefeuerungsanlagen. Die etwa 13 Jahre alte Maschine mit dem deutschen Kennzeichen D-AIML war auf dem Flug LH459 nach einem elfjährigen Linienflug aus San Francisco an der Westküste der USA unterwegs. Nach Angaben der Fluggesellschaft berührte der doppelstöckige Großraumjet die Betonoberfläche, bevor er die weißen Blockmarkierungen erreichte, die die offizielle Landeschwelle markieren. Ein Sprecher des Carriers bestätigte den Kontakt am Rande der Landezone.
Im Bereich der Landeschwelle kam es zu Beschädigungen an der Startbahnbefeuerung. Das Flugzeug landete sicher in München, und alle 351 Passagiere verließen die Maschine nach der Landung planmäßig.
Nach dem Ausrollen rollte das Flugzeug mit eigener Triebwerkskraft zu seinem zugewiesenen Parkplatz am Terminal. Alle 351 Passagiere und die Besatzung verließen die Maschine über die üblichen Terminal-Gates, Verletzte wurden nicht gemeldet.
Bundesstelle leitet Ermittlungen ein und sichert Flugdaten
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) leitete eine Untersuchung des Landezwischenfalls ein. BFU-Ermittler wurden direkt zum Münchner Flughafen entsandt, um die Landeschwelle zu inspizieren und den Cockpit-Stimmenrekorder sowie den Flugdatenschreiber des Airbus A380 zu sichern. Lufthansa erklärte, sie arbeite vollumfänglich mit den Bundesermittlern zusammen, um die betrieblichen, technischen und umweltbedingten Umstände des Unterschreitens der Landeschwelle zu klären. Die Behörden des Münchner Flughafens gaben zunächst keine unabhängige Stellungnahme zu Instandhaltungsarbeiten an der Startbahn oder den anschließenden Flugbetrieb ab.
Vorausgegangener Startüberroll-Unfall auf derselben Startbahn
Die Landung der Lufthansa-Maschine war der zweite sicherheitsrelevante Vorfall auf genau derselben vier Kilometer langen Startbahn innerhalb von 48 Stunden. Am Samstag hatte eine Vietnam-Airlines-Boeing 787-9 auf dem planmäßigen Flug VN34 nach Hanoi während des Startlaufs schwere Beschleunigungsprobleme. Die Maschine durchquerte die gesamte Länge der befestigten Startbahn und steuerte auf den angrenzenden Grasstreifen zu, bevor sie an der Grenze des Flughafengeländes in einer Staubwolke abhob. Genau wie beim späteren Lufthansa-Zwischenfall traf die startende Boeing die Befeuerung an der Landeschwelle und beschädigte sie.
- Eine Vietnam-Airlines-Boeing 787-9 überrollt bei Start das Ende der Piste und kehrt mit geplatzten Reifen zurück
- Lufthansa-Airbus-A380 setzt vor der Landeschwelle auf und beschädigt Befeuerungsanlagen
- BFU-Ermittler sichern Flugschreiber, Vietnam legt vorläufigen Bericht vor
Vorläufige Erkenntnisse zum Boeing-Zwischenfall
Nach dem verzögerten Abflug führte die Besatzung des Vietnam-Airlines-Fluges eine vorsorgliche Rückkehr zum Münchner Flughafen durch, kreiste etwa zwei Stunden in der Luft und setzte dann zur Landung an. Dabei platzten mehrere Reifen des Hauptfahrwerks, und aus den Radkästen stieg Rauch auf, doch alle Passagiere und Besatzungsmitglieder verließen die Maschine unverletzt. Ein am Dienstag vorgelegter vorläufiger Bericht der vietnamesischen Luftfahrtbehörde führte eine technische Fehlfunktion während des Startlaufs an. Laut Pilotenaussage in dem Bericht habe die Boeing 787-9 etwa auf halber Strecke der Startbahn für rund zwei Sekunden aufgehört, an Geschwindigkeit zu gewinnen. Das Flugzeug erreichte zunächst die erforderliche Startgeschwindigkeit, verlor aber unmittelbar danach an Tempo. Da die Besatzung den verbleibenden Startbahnabschnitt als zu kurz für einen sicheren Startabbruch einschätzte, schob der Kapitän die Triebwerkshebel auf maximale Leistung und zog die Nase der Maschine nach oben, um den Abflug zu erzwingen. Die BFU untersucht beide Vorfälle.


