Lissabonner Metro streikt am 14. Oktober 24 Stunden lang – keine Mindestdienste
Die Metro von Lissabon bleibt am Mittwoch, dem 14. Oktober, den ganzen Tag geschlossen. Sechs Gewerkschaften streiken wegen nach ihrer Darstellung gebrochener Zusagen aus einem Abkommen vom April. Der Betrieb soll am Donnerstag, dem 15. Oktober, um 06:30 Uhr wieder aufgenommen werden.
Was geschieht
Die Metro von Lissabon bleibt am Mittwoch, dem 14. Oktober, den ganzen Tag geschlossen, nachdem sechs Gewerkschaften einen 24-stündigen Streik ausgerufen haben. Der Ausstand läuft von Mittwoch 05:00 Uhr bis Donnerstag, den 15. Oktober, 05:00 Uhr; das Unternehmen erklärte, der Betrieb werde an diesem Tag um 06:30 Uhr wieder aufgenommen. Am Dienstag, dem 13. Oktober, kündigte die Metro die Schließung ihrer Stationen und die Einstellung des Betriebs an und verwies auf den von den Gewerkschaften ihrer Beschäftigten ausgerufenen Streik. Eine am Samstag, dem 10. Oktober, veröffentlichte Mitteilung des Wirtschafts- und Sozialrats teilte mit, das Schiedsgericht habe keine Mindestdienste angeordnet, wie es auch beim früheren Ausstand am 9. April der Fall gewesen sei.
Die sechs Gewerkschaften hinter dem Ausstand sind der Dachverband Fectrans, der der CGTP-IN angeschlossen ist, sowie STTM, SINDEM, SITRA, SITESE und STMETRO. Laut SAPO sind vor allem die Aufsichtskräfte des Betriebs betroffen, insbesondere die zentrale Leitstelle (PCC) und die Traktionsposten, die in den Berichten als unverzichtbar für den Netzbetrieb beschrieben werden, sodass die Störungen das gesamte System erfassen könnten.
Was die Gewerkschaften sagen
Die Gewerkschaften verweisen auf Personalmangel, Verzögerungen bei Einstellung und Ausbildung, den anhaltenden Rückgriff auf Überstunden und längere Schichten sowie die faktische Aushöhlung der Aufgaben der Aufsichtskräfte. Sie beklagen zudem Druck auf die Beschäftigten, übermäßige Bürokratie und das Fehlen konkreter Maßnahmen mit überprüfbaren Fristen. In einer Erklärung bezeichnete Fectrans die Entscheidung als Reaktion auf das Versagen des Unternehmens:
Der Streik erfolgt angesichts der Nichteinhaltung und des Fehlens konkreter Antworten seitens der Unternehmensleitung seit der Unterzeichnung des Abkommens vom 13. April 2026.
Die Gewerkschaften weisen den Vorwurf zurück, der Ausstand sei unverhältnismäßig. Sie erklären, seit April verhandlungsbereit geblieben zu sein, Briefe geschickt, konkrete Treffen zu den Aufsichtskräften der Betriebsdirektion verlangt und die vom Unternehmen vorgelegten Unterlagen geprüft zu haben, hätten die Antworten jedoch als unzureichend bewertet. In ihrer Erklärung heißt es zudem, der Streik beruhe nicht auf einem bloßen Auslegungsstreit, sondern auf konkreten Problemen.
Die Reaktion der Unternehmensleitung
Der Vorstand der Metro nannte den Streik „unverhältnismäßig“ und erklärte, er werde 600.000 Fahrgäste treffen, denen der Betrieb vorenthalten werde. Laut Observador erklärte der Vorstand nach einem vom Unternehmen erbetenen Treffen am Montag, dem 12. Oktober, das April-Abkommen werde eingehalten, und rief die Gewerkschaften auf, den Streik abzusagen. Das Unternehmen betont weiterhin, für Gespräche mit den Gewerkschaftsorganisationen und für ausgewogene Lösungen zum Schutz der Rechte der Beschäftigten offen zu sein. Die Gewerkschaften erklären, die erhaltenen Antworten seien unzureichend gewesen, sodass beide Seiten in der Frage, ob das Abkommen eingehalten wurde, weiterhin getrennt stehen.
Das April-Abkommen und der frühere Ausstand
Am 9. April 2026 fand ein 24-stündiger Streik statt. Ein zweiter, für den 14. April geplanter, wurde nach einem Treffen am 13. April zwischen der Metro-Leitung und Fectrans abgesagt, bei dem ein Abkommen über Personalverstärkung, die Wiederherstellung der Stellenpläne in allen Berufsgruppen, die Einhaltung von Dienstplänen und Ruhezeiten sowie die Ausbildung von Aufsichtskräften und Kontrolleuren erzielt wurde. Die Gewerkschaften erklären, nur wenige Tage später den Vorstand erneut auf Situationen hingewiesen zu haben, die dieser Verständigung widersprachen. Die Unternehmensleitung hält daran fest, dass die Zusagen eingehalten werden. Die Gewerkschaften fordern nun die vollständige Einhaltung, verstärktes Personal in der PCC und in den Traktionsbereichen, die Achtung der Ruhezeiten und die Wiederherstellung der Aufsichtsfunktionen in der Betriebsdirektion.
Betrieb und Zeitplan
Die Metro verkehrt nicht von Mittwoch, dem 14. Oktober, 05:00 Uhr, bis zur Wiederaufnahme des Betriebs am Donnerstag, dem 15. Oktober, um 06:30 Uhr; während des Ausstands gelten keine Mindestdienste. Die Quellen berichten von keinem neuen Treffen nach dem Streik und keinem weiteren Termin für Gespräche. Die folgende Zeitleiste führt die wichtigsten Daten des Konflikts auf.
- Erster 24-stündiger Streik findet statt
- Abkommen nach einem Treffen mit Fectrans erzielt
- Zweiter geplanter Streik abgesagt
- Metro kündigt Streik und Stationsschließungen für den 14. Oktober an
- 24-stündiger Streik beginnt
- Betrieb soll wieder aufgenommen werden