Konflikte · Potsdam
Parteitag der Linken verabschiedet Resolution, die Israels Gaza-Feldzug als Völkermord bezeichnet
Auf ihrem Bundesparteitag in Potsdam verabschiedete die deutsche Partei Die Linke eine Kompromissresolution, die Israel erstmals offiziell beschuldigt, im Gazastreifen Völkermord zu begehen, während sie sowohl das Existenzrecht Israels als auch Palästinas bekräftigt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ZEIT ONLINE, N-tv, DIE WELT und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Linke schließt sich internationalen Stimmen an, die Israels Gaza-Krieg als Völkermord bezeichnen – eine Abkehr von ihrer bisherigen Haltung.
Die Resolution bekräftigt gleichzeitig das Existenzrecht Israels und fordert den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland.
Ein Gegenantrag des palästinasolidarischen Flügels der Partei erhielt etwa ein Drittel der Delegiertenstimmen, während antisemitische Äußerungen der Jugendorganisation für Empörung sorgten.
Schwerdtner und Fraktionsspitze griffen die Sozialpolitik der Merz-Regierung an und gelobten, die AfD bei den bevorstehenden Landtagswahlen im Osten von der Macht fernzuhalten.
Nach dem Rücktritt von Jan van Aken aus gesundheitlichen Gründen soll Bundestagsabgeordneter Luigi Pantisano neben der wiedergewählten Schwerdtner Co-Vorsitzender werden.
- 19.06.Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner erklärt öffentlich, sie bezeichne die Ereignisse im Gazastreifen persönlich als Völkermord
- 19.06.Der scheidende Co-Vorsitzende Jan van Aken präsentiert den Delegierten die Kompromissresolution
- 19.06.Der Parteitag verabschiedet die Resolution mit großer Mehrheit
Parteitag eröffnet mit Angriffen auf Regierung und extreme Rechte
Zu Beginn ihres Bundesparteitags in Potsdam am Freitag warf Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner der regierenden schwarz-roten Koalition unter Kanzler Friedrich Merz vor, den „größten Sozialraub seit der Agenda 2010“ zu planen, und kündigte massiven Widerstand an. Sie warnte, dass die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) in den ostdeutschen Bundesländern „an der Schwelle zur Macht“ stehe, und gelobte: „Wir werden alles tun, um die AfD von den Hebeln der Macht fernzuhalten.“ Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek griff den Vorschlag der Regierung zur Einführung einer Wochenhöchstarbeitszeit an und erklärte, der Acht-Stunden-Tag sei eine historische Errungenschaft.
„Die Einzigen, die uns zum Scheitern bringen können, sind wir selbst.“
Die Völkermord-Resolution: ein hart erkämpfter Kompromiss
Nach stundenlangen Hinterzimmerverhandlungen präsentierte der scheidende Co-Vorsitzende Jan van Aken um 21:40 Uhr einen Kompromisstext, den die Parteiführung mit verschiedenen innerparteilichen Strömungen ausgearbeitet hatte. Erstmals übernahm Die Linke offiziell die Völkermord-Rhetorik und erklärte:
„Internationale Organisationen, Menschenrechtsgruppen und viele internationale Juristen sprechen von Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen. Wir schließen uns dieser Bewertung an.“
Interne Zerwürfnisse und Antisemitismus-Vorwürfe
Die Debatte offenbarte tiefe Gräben. Ein Gegenantrag der Palästina-Solidaritätsarbeitsgruppe der Partei, die die BDS-Bewegung verteidigte und Israel als Apartheidregime bezeichnete, erhielt etwa ein Drittel der Delegiertenstimmen. Mehrere Abgeordnete verwendeten offen feindselige Sprache: Bundestagsabgeordnete Cansın Köktürk nannte Israel einen „Apartheidstaat“, und die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel sprach von Deutschlands „Mitschuld an diesem Völkermord“. Die Spannungen wurden durch einen Vorbericht des Bayerischen Rundfunks (BR) verschärft, der antisemitische Beiträge in internen Chats der Jugendorganisation Linksjugend ['solid] aufdeckte, darunter Bezüge zu „israelischen Konzentrationslagern“ und eine brennende israelische Flagge mit der Bildunterschrift „Israel, vergehe!“ Die Parteiführung verurteilte die Vorfälle; Fraktionschefin Reichinnek sagte, wer die gemeinsamen Werte verletze, „müsse mit Konsequenzen rechnen“.
Gastredner und die Debatte über Israels Existenzrecht
Zwei israelische Rednerinnen ernteten begeisterten Applaus. Vered Berman, eine Nachfahrin von Holocaust-Überlebenden, berichtete vom Tod ihrer Mutter bei einem palästinensischen Angriff, würdigte aber auch palästinensische Opfer israelischer Gewalt und bestand darauf, dass beides nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfe.
„Das gesamte Besatzungssystem muss abgebaut werden.“
„Wir schützen jüdisches Leben in diesem Land und überall.“
Ausblick: Führungswahlen und Landtagswahlkämpfe
Der bis Sonntag dauernde Parteitag wird auch einen neuen Co-Vorsitzenden wählen, der van Aken ersetzt, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt. Bundestagsabgeordneter Luigi Pantisano ist der Kandidat, der neben der sich der Wiederwahl stellenden Schwerdtner das Amt übernehmen soll. Pantisano hat sich offen für Koalitionen auf Landesebene mit der CDU gezeigt, um die AfD zu blockieren, obwohl die Partei noch keine offizielle Position dazu bezogen hat. Der Leitantrag geißelt unterdessen die „Zeitenwende“ und Angriffe auf den Sozialstaat und gibt den Ton für die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vor, wo Schwerdtner erklärte: „Wir werden den Osten nicht den Nazis überlassen.“
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Quellen und Kontext
- ZEIT ONLINEBundesparteitag der Linken: Linkspartei bewertet Israels Vorgehen im Gazakrieg als "Völkermord"
- N-tv"Mit der heißen Nadel": Die Linken werfen Israel nun doch einen "Völkermord" vor
- DIE WELTLinke-Parteitag: "Habe mich entschieden, es einen Genozid zu nennen", sagt Schwerdtner zum Gaza-Krieg
- Der TagesspiegelLinke bekennt sich zu Genozid-Vorwurf gegen Israel: Als die Gastrednerin von Apartheid spricht, jubelt der Parteitag
- Ines Schwerdtner
- Co-Vorsitzende der Linken; kündigte an, den Gazakrieg als Völkermord zu bezeichnen
- Jan van Aken
- Scheidender Co-Vorsitzender der Linken; präsentierte Kompromissresolution
- Heidi Reichinnek
- Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linken
- Luigi Pantisano
- Bundestagsabgeordneter, Kandidat für den Co-Vorsitz der Linken
- Sören Pellmann
- Co-Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Linken
- Friedrich Merz
- Deutscher Bundeskanzler (CDU)
- Jens Spahn
- Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
- Cansın Köktürk
- Bundestagsabgeordnete der Linken; nannte Israel einen Apartheidstaat
- Özlem Alev Demirel
- Europaabgeordnete der Linken; beschuldigte Israel des Völkermords
- Vered Berman
- Israelische Gastrednerin auf dem Linke-Parteitag; Nachfahrin von Holocaust-Überlebenden
- Aida Touma-Soliman
- Israelische Knessetabgeordnete; beschuldigte Israel des Apartheids und Völkermords
- Limes Schäfer
- Bundessprecher der Linksjugend ['solid]; veröffentlichte kontroverse Aussagen
- Orte
- Potsdam, Gazastreifen
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