
19-jähriger Liebmann gewinnt 800-m-Freistil-Gold mit Europarekord bei der Schwimm-EM in Paris
Johannes Liebmann ist der erste deutsche Schwimmer, der einen Europameistertitel über 800 m Freistil gewann. Er verbesserte seinen eigenen Europarekord auf 7:37,59 Minuten bei den Europäischen Schwimmmeisterschaften in Paris, während Sven Schwarz einen deutschen Doppelsieg perfekt machte.
Gold mit Europarekord
Johannes Liebmann ist der erste deutsche Schwimmer, der einen Europameistertitel über 800 m Freistil gewann. Der 19-Jährige holte am Mittwochabend bei den Europäischen Schwimmmeisterschaften in Paris Gold. Er schlug nach 7:37,59 Minuten an und verbesserte damit seinen eigenen Europarekord von 7:37,94 Minuten, den er am 12. April aufgestellt hatte, um 35 Hundertstelsekunden. Sven Schwarz sicherte sich in 7:41,16 Minuten Silber und bescherte Deutschland einen Doppelsieg, während der Ungar Zalán Sárkány in 7:41,75 Minuten Bronze gewann. Es war das erste Gold für deutsche Beckenschwimmer bei diesen Meisterschaften und brachte das Medaillenkonto des DSV nach drei Wettkampftagen auf fünf.
- Liebmann erzielt die schnellste Zeit in den 800-m-Freistil-Vorläufen, vor Schwarz und Oliver Klemet
- Liebmann gewinnt das 800-m-Freistil-Finale mit Europarekord (7:37,59), Schwarz holt Silber
- Vorläufe über 1500 m Freistil, Liebmann geht als schnellster Schwimmer der Welt in diesem Jahr an den Start
- Duell über 400 m Freistil mit Weltrekordhalter Lukas Märtens
Das Rennen
Liebmann hatte bereits am Dienstag in den Vorläufen die schnellste Zeit erzielt und dabei Schwarz sowie den Freiwasser-Europameister Oliver Klemet hinter sich gelassen. Im Finale entwickelte sich ein enger Dreikampf, bevor Liebmann nach 550 Metern beschleunigte und sich mit einem entscheidenden Spurt von Schwarz und Sárkány absetzte. Sein Vorsprung auf Schwarz betrug 3,57 Sekunden. Liebmann sagte, er habe die Taktik zuvor mit seinem Trainer Bernd Berkhahn besprochen, der nicht am Becken anwesend war, und den Plan umgesetzt, schnell zu starten, um eine Führung aufzubauen. Trotz der Bedeutung des Ergebnisses wurde das Rennen nicht live übertragen: Die ARD schaltete von den ersten Schwimmwettbewerben in Paris zum Zehnkampf-Hochsprung in Birmingham und dann zur Leichtathletik.
Reaktionen
Der neue Europameister sagte der ARD, er sei sprachlos nach seinem ersten internationalen Finale bei den Senioren.
Ich bin ein bisschen sprachlos. Gleich der erste Start bei den Erwachsenen und dann der Titel. Das ist unglaublich.
Schwarz, der den Europarekord vor Liebmanns Übernahme im April gehalten hatte und bei den Weltmeisterschaften 2025 in Singapur Silber über 800 m gewann, zeigte sich großzügig in der Niederlage.
Ich hatte heute keine Chance gegen Johannes, das muss ich ganz ehrlich sagen. Chapeau, wie er sich abgesetzt hat.
Trotz des Triumphs bezeichnete sich Liebmann als „relativ selbstkritisch“ und sagte, er sehe in seinem Schwimmstil noch „viele Fehler“. Sein Hauptziel sei es einfach, sich stetig zu verbessern.
Training und nächste Herausforderungen
Liebmann wechselte im Alter von 16 Jahren von Elmshorn nach Magdeburg, um unter Bundestrainer Bernd Berkhahn zu trainieren – in einer Trainingsgruppe, die in Artikeln als eine der weltweit führenden Langstrecken-Trainingsgruppen beschrieben wird, gemeinsam mit Olympiasieger Florian Wellbrock und 400-m-Weltrekordhalter Lukas Märtens. In diesem Frühjahr machte er sein Abitur und stellte gleichzeitig drei Weltklassezeiten auf, darunter seinen ersten Europarekord über 800 m.
Das ist schon cool, mit mehreren Olympiasiegern zu trainieren. Sie sind Vorbilder und gleichzeitig meine Freunde. Ich kann sie alles fragen. Das hilft mir sehr. Sie haben Erfahrungen, die ich noch nicht habe.
Liebmann hat in Paris zwei weitere Medaillenchancen. Am Freitag geht er als schnellster Schwimmer der Welt in diesem Jahr über diese Distanz in den Vorläufen über 1500 m Freistil an den Start, wobei Schwarz ebenfalls zu den Anwärtern zählt. Am Sonntag steht Liebmann ein Duell mit Weltrekordhalter Märtens über 400 m Freistil bevor.
Weitere Ergebnisse
Die Schwedin Sarah Sjöström gewann den 50-m-Schmetterling in 25,05 Sekunden, holte ihren 18. europäischen Langbahntitel und egalisierte damit den Rekord der deutschen Schwimmikone Franziska van Almsick. Keine Schwimmerin hat mehr Goldmedaillen bei Europameisterschaften gewonnen. Die Belgierin Roos Vanotterdijk gewann Silber (25,12) und die Schwedin Sara Junevik Bronze (25,51). Die Deutsche Angelina Köhler, Weltmeisterin von 2024 über 100 m Schmetterling, wurde Sechste in 25,72 Sekunden. Köhlers bevorzugte 100-m-Distanz folgt am Donnerstag, wo sie in diesem Jahr hinter den Amerikanerinnen Gretchen Walsh und Regan Smith auf Platz drei der Welt liegt.
- Johannes Liebmann (GER, Gold)
- 457.59 Sekunden
- Sven Schwarz (GER, Silber)
- 461.16 Sekunden
- Zalán Sárkány (HUN, Bronze)
- 461.75 Sekunden


