
Olympiasieger Amaury Leveaux muss sich wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt in Paris vor Gericht verantworten
Der frühere Olympiasieger im Schwimmen, Amaury Leveaux, muss sich ab dem 10. März 2027 in Paris vor Gericht verantworten, nachdem die Polizei ihn unter dem Verdacht festgenommen hatte, seine Partnerin mit einem Messer bedroht und sein Kleinkind geschüttelt zu haben.
Festnahme und Vorwürfe häuslicher Gewalt
Die französische Polizei nahm den 40-jährigen früheren Olympiasieger im Schwimmen, Amaury Leveaux, am 29. September 2026 auf der Polizeiwache des 8. Arrondissements in Paris, wo er wohnt, in Gewahrsam. Der Festnahme war eine häusliche Auseinandersetzung am späten Montagabend in seiner Wohnung in der französischen Hauptstadt vorausgegangen. Die Ermittler leiteten ein Verfahren ein, nachdem Leveaux beschuldigt worden war, seine Partnerin während des häuslichen Streits mit einem Messer bedroht zu haben. Die Behörden gingen zudem dem Vorwurf nach, er habe das gemeinsame Kleinkind, das zwischen fünf und sechs Monaten alt ist, geschüttelt. Medizinisches Personal wies das Kind anschließend in ein Krankenhaus ein, um abzuklären, ob es am Schütteltrauma leidet. Die Polizei hielt Leveaux in Gewahrsam, bevor sie ihn am 1. Oktober dem Pariser Justizgericht übergab.
Reaktion der Verteidigung und Prozesstermin im März 2027
Nach seiner Vorführung vor einem Staatsanwalt am 2. Oktober luden die Justizbehörden Leveaux vor das Pariser Strafgericht am 10. März 2027. Sein Verteidiger Bernard Benaiem erklärte, Leveaux bestreite die Vorwürfe häuslicher Gewalt und körperlicher Übergriffe förmlich. Der Anwalt räumte ein, dass es am Montagabend in Anwesenheit des Kindes zu einer häuslichen Auseinandersetzung mit Wortwechseln gekommen sei, bestand jedoch darauf, dass niemand körperlich zu Schaden gekommen sei.
Er räumt einen Streit ein, Wortwechsel, aber keine Gewalt, weder gegenüber seiner Partnerin noch gegenüber ihrem fünf Monate alten Baby, das in diesem Moment anwesend war.
Benaiem erklärte, Leveaux sei von den Anschuldigungen bezüglich des Kindes schockiert und bezeichnete die Vorwürfe einer Misshandlung als unhaltbar. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte bis Freitagmittag nach der Verweisung nicht öffentlich auf Bitten um Stellungnahme reagiert.
- In Paris nach einer Auseinandersetzung mit seiner Ehefrau festgenommen
- Vom Gericht unter Verweis auf gegenseitige Gewalt freigesprochen
- Beendet seine Schwimmkarriere und gründet die Plattform Spantale
- In einer Betrugsanzeige über 100.000 Euro im Kryptowährungsfall genannt
- Wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt in Polizeigewahrsam genommen
- Erscheinen vor dem Pariser Strafgericht angesetzt
Früherer Freispruch und Kryptowährungs-Rechtsstreit
Der bevorstehende Prozess folgt auf frühere juristische Auseinandersetzungen, mit denen Leveaux seit dem Ende seiner Sportkarriere konfrontiert war. Der Schwimmer, der vier olympische Medaillen gewann, darunter Gold in der 4x100-Meter-Freistilstaffel bei den Spielen in London 2012, und 2021 seine Karriere beendete, sah sich bereits 2016 mit Vorwürfen häuslicher Gewalt konfrontiert. Damals nahm die Polizei Leveaux fest, nachdem seine damalige Ehefrau ihm vorgeworfen hatte, sie geohrfeigt und ihren Kopf gegen eine Wand gestoßen zu haben. Das Strafgericht sprach ihn im März 2017 frei, nachdem die Richter zu dem Schluss gekommen waren, dass die Konfrontation auf gegenseitiger Gewalt beider Seiten beruhte.
Neben den Gewaltvorwürfen ist Leveaux Gegenstand einer im Herbst 2025 eingereichten Betrugsanzeige im Zusammenhang mit Spantale, einer digitalen Plattform für Sportsponsoring, die er 2021 gegründet hatte. Die Plattform wollte französische Athleten über AEL-Kryptowährungstoken finanzieren. Die Anzeige, die der Anwalt Robin Binsard im Namen der Eltern einer jungen Reitsportlerin verfasste, wirft dem Unternehmen vor, die Familie habe im Sommer 2021 100.000 Euro an Leveaux überwiesen, gestützt auf einen Vertrag, der die Rückzahlung zusicherte, falls der Tokenwert falle. Die rechtlichen Auseinandersetzungen fallen zudem mit separaten Strafverfahren gegen seinen Staffelkollegen von 2012, Yannick Agnel, zusammen, der sich vor dem Strafgericht des Départements Haut-Rhin wegen schwerer Vergewaltigung und sexueller Nötigung einer Person unter 15 Jahren verantworten muss.


