
Polnische Sprinterin Kornelia Lesiewicz beendet mit 23 Jahren ihre Leichtathletik-Karriere nach wiederkehrenden Verletzungen
Die polnische 400-Meter-Läuferin und Olympiateilnehmerin von Tokio 2020 gab am Mittwoch das Ende ihrer Wettkampfkarriere bekannt, nachdem mehrere Saisons durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt worden waren.
Rücktrittsentscheidung mit 23 Jahren
Die polnische 400-Meter-Sprinterin Kornelia Lesiewicz gab am Mittwochmorgen, dem 30. September 2026, das Ende ihrer professionellen Leichtathletikkarriere bekannt. Die 23-jährige Athletin verkündete ihre Entscheidung in einem auf Instagram veröffentlichten Video und erklärte, chronische körperliche Probleme und wiederkehrende Verletzungen hätten eine weitere Wettkampfteilnahme unmöglich gemacht. Geboren am 14. August 2003 in Gorzów Wielkopolski, hatte Lesiewicz die vergangenen Saisons mit Rehabilitationsmaßnahmen verbracht, um ihre Wettkampfform zurückzugewinnen. In ihrer Rücktrittserklärung wandte sie sich direkt an die Unterstützer, Familienmitglieder, Freunde und das Trainerteam, die sie während ihrer Karriere und ihrer Genesungsbemühungen begleitet hatten.
Es gibt Entscheidungen, die man nicht treffen möchte, und es gibt Träume, die man nicht aufgeben will, aber wenn man weiß, dass es die einzig richtige Entscheidung ist, hat man einfach keine Wahl.
Durchbruchjahre und Medaillenerfolge
Lesiewicz schaffte 2020 im Alter von 17 Jahren den Durchbruch auf nationaler Ebene, als sie einen polnischen U18-Rekord über 400 Meter brach, der fast 46 Jahre lang unangetastet geblieben war. Ihr Aufstieg setzte sich in der Hallensaison 2021 fort, in der sie nationale Juniorenhallenrekorde aufstellte und bei den polnischen Hallenmeisterschaften der Senioren die Silbermedaille gewann. Ihr internationaler Durchbruch bei den Senioren kam im März 2021 bei den Halleneuropameisterschaften in Toruń, wo sie gemeinsam mit Natalia Kaczmarek, Małgorzata Hołub-Kowalik und Aleksandra Gaworska Bronze in der 4x400-Meter-Staffel gewann. Im weiteren Verlauf jenes Sommers sicherte sie sich Gold über 400 Meter bei den U20-Europameisterschaften, bevor sie bei den U20-Weltmeisterschaften zwei Silbermedaillen über 400 Meter sowie in der Mixed-4x400-Meter-Staffel errang.
- Bricht mit 17 Jahren den fast 46 Jahre alten polnischen U18-Rekord über 400 Meter
- Gewinnt mit der 4x400-Meter-Staffel Bronze bei den Halleneuropameisterschaften in Toruń
- Gewinnt U20-EM-Gold, zwei U20-WM-Silbermedaillen und wird in das Olympiateam für Tokio berufen
- Ihr nationaler U18-Rekord wird bei den U18-Europameisterschaften von Anastazja Kuś gebrochen
- Kündigt mit 23 Jahren aus Verletzungsgründen ihren Rücktritt vom Profisport an
Olympia-Nominierung und Landesrekorde
Nach ihrer Medaillensammlung 2021 reiste Lesiewicz als Mitglied des polnischen Olympiateams zu den Spielen in Tokio nach Japan, wo sie als Ersatzläuferin für den Staffelpool vorgesehen war. Ihre persönliche Bestzeit von 52,56 Sekunden galt vier Saisons lang als nationaler U18-Rekord über 400 Meter. Diese Marke wurde 2024 bei den U18-Europameisterschaften in Banská Bystrica gebrochen, wo die polnische Sprinterin Anastazja Kuś mit einer Zeit von 51,89 Sekunden Gold gewann. Trotz anhaltender körperlicher Rückschläge hoffte Lesiewicz noch im Dezember 2025, dass ihre sportliche Höchstform zurückkehren würde, doch anhaltende Verletzungen verhinderten letztlich jede Rückkehr in den großen Wettkampfsport.
- Kornelia Lesiewicz (ehemaliger Rekord)
- 52.56 s
- Anastazja Kuś (Rekord 2024)
- 51.89 s
Reaktionen aus dem polnischen Team
Die Ankündigung löste in der polnischen Leichtathletik breite Reaktionen aus, und Teamkolleginnen aus den nationalen Staffeln veröffentlichten öffentliche Solidaritätsbekundungen. Die Olympiamedaillengewinnerin Natalia Bukowiecka schrieb, das Team werde sie vermissen, und merkte an, dass neue Chancen vor ihr lägen; Justyna Święty-Ersetic teilte in den sozialen Medien aufmunternde Worte. Małgorzata Hołub-Kowalik, die 2021 bei den Halleneuropameisterschaften in Toruń gemeinsam mit Lesiewicz auf dem Podium stand, zeigte sich stolz darauf, Teil ihrer sportlichen Reise gewesen zu sein. Weitere Nachrichten kamen von polnischen Athletinnen aus verschiedenen Disziplinen, darunter die Hürdenläuferin Pia Skrzyszowska sowie die Sprinterinnen Justyna Jelska, Aleksandra Formella, Magdalena Stefanowicz, Marika Popowicz und Alicja Sielska. In ihren Schlussworten entschuldigte sich Lesiewicz dafür, dass ihre sportliche Karriere nicht länger dauern konnte, und bestätigte, dass sie auf einem neuen Weg außerhalb der professionellen Leichtathletik Erfüllung suchen werde.


