
CFDT-Chefin Marylise Léon für neue Amtszeit wiedergewählt – kein Kompromiss mit Rechtsaußen
Marylise Léon (49) ist am Donnerstag auf dem 51. Kongress der Gewerkschaft in Bordeaux mit 98,12 % der Stimmen als Generalsekretärin des CFDT wiedergewählt worden. Sie erklärte sofort, dass kein Kompromiss mit dem Rassemblement National möglich sei, und lehnte ein Treffen mit dessen Abgeordneten ab.
Wiederwahl und Führung
Marylise Léon erhielt auf dem Kongress in Bordeaux mit 98,12 % Zustimmung des nationalen Büros ein überwältigendes Mandat. Das 41-köpfige Gremium bestätigte auch Yvan Ricordeau als stellvertretenden Generalsekretär und bestimmte Laurent Soulier zum Bundesschatzmeister als Nachfolger von Jocelyne Cabanal. Léon, die den CFDT seit Mitte 2023 als Nachfolgerin von Laurent Berger führt, geht nun als Chefin der größten Gewerkschaft Frankreichs in den Präsidentschaftswahlkampf.
- Der 51. CFDT-Kongress wird in Bordeaux eröffnet
- Tätigkeitsbericht mit 86 % Zustimmung angenommen
- Marylise Léon mit 98,12 % der Stimmen als Generalsekretärin wiedergewählt
- Delegierte stimmen über Resolution ab, die den Vierjahresfahrplan der Gewerkschaft festlegt
Haltung gegenüber Rechtsaußen
Léon machte deutlich, dass der CFDT nicht mit dem Rassemblement National zusammenarbeiten werde. „Es gibt keinen möglichen Kompromiss“ mit der rechtsextremen Partei, sagte sie den Delegierten.
Sich mit Abgeordneten der Rechtsaußen zu treffen, bedeutet sicherzustellen, dass sie die Situationen, mit denen Arbeiter konfrontiert sind, instrumentalisieren, um sie gegeneinander aufzuhetzen.
Sie wies jede Gleichsetzung von extremer Rechter und extremer Linker zurück und betonte die grundsätzliche Ablehnung der Gewerkschaft gegenüber der „nationalen Präferenz“, wobei sie anmerkte, dass der CFDT kaum Kontakte zur extremen Linken habe.
Demokratie unter Druck
Der am Mittwoch mit 86 % Zustimmung verabschiedete Tätigkeitsbericht verurteilte das, was Léon „aufeinanderfolgende Erschütterungen“ der französischen Demokratie nannte: das Einwanderungsgesetz, die Auflösung der Nationalversammlung, die Regierungsinstabilität, die Blockade öffentlicher Maßnahmen und die Verrohung der Debatte. Bei der Eröffnung des Kongresses beklagte sie auch „den Willen eines Teils der politischen Klasse, die Gewerkschaften zu attackieren“.
Fahrplan und weibliche Führung
Mehr als 1.600 Delegierte stimmen am Freitag über eine Resolution ab, die die Prioritäten der Gewerkschaft für die kommenden vier Jahre festlegt. Léons Wiederwahl führt dazu, dass drei der fünf repräsentativen Gewerkschaften des Landes von Frauen geführt werden – neben ihr Sophie Binet (CGT, Anfang Juni wiedergewählt) und Christelle Thieffinne (CFE-CGC, seit dem 10. Juni im Amt).

