
Bestatter lagerte 31 Leichen auf Regalen in Hull – Strafmaßverhandlung beginnt
Ein ehemaliger Bestatter in Hull, Großbritannien, muss mit einer Haftstrafe rechnen, nachdem er gestanden hat, 31 Leichen in einer Kühlkammer gelagert zu haben – einige davon verwesend – und Familien die falsche Asche übergeben zu haben.
Entdeckung der Leichen
In einer Kühlkammer eines Bestattungsinstituts in Hull im Nordosten Englands entdeckte die Polizei 31 Leichen, die auf Regalen gelagert waren. Die Leichen, die bereits Monate zuvor hätten eingeäschert werden sollen, befanden sich in verschiedenen Stadien der Verwesung und waren größtenteils unbedeckt. Darunter befanden sich die Überreste eines Babys, das später als Sunny Beverley identifiziert wurde – es war im Mai 2022 tot geboren worden und sein Körper fast zwei Jahre lang eingelagert. Die Beamten stellten zudem mehr als 100 Urnen mit Asche sicher. Der frühere Inhaber des Bestattungsinstituts, ein 48-jähriger Mann, hatte bereits im April Dutzende Anklagepunkte eingeräumt, darunter Diebstahl und Betrug. Seine fünftägige Strafmaßverhandlung begann am Montag am Hull Crown Court.
Auf beiden Seiten des Raums lagen Leichen auf Regalen. Die überwiegende Mehrheit war unbedeckt und befand sich in verschiedenen Stadien der Verwesung.
Staatsanwalt Chris Paxton sagte vor Gericht, ein ehemaliger Mitarbeiter habe die Räumlichkeiten mit „der Szene eines Horrorfilms“ verglichen. Der Angeklagte, so Paxton, habe trauernde Familien schlecht behandelt, falsche Versprechungen gemacht und für wohltätige Zwecke bestimmte Spenden veruntreut. Anstatt die Verstorbenen wie vereinbart einzuäschern, habe der Inhaber Angehörigen die Asche anderer Menschen übergeben. Die Entdeckung hat Dutzende Familien im Ungewissen über das Schicksal der sterblichen Überreste ihrer Lieben gelassen.
- Angeklagter gesteht Diebstahl, Betrug und andere Anklagepunkte.
- Fünftägige Strafmaßverhandlung beginnt am Hull Crown Court.
- Opferauswirkungsaussagen von über 100 Familien werden verlesen.
Der Fall der Anklage
Der Bestatter behauptete, finanzielle Schwierigkeiten hätten sein Handeln bestimmt; er verwies auf Schulden in Höhe von rund 90.000 Pfund (105.000 Euro), weil „die Leute nicht immer zahlten“. Paxton wies diese Darstellung zurück. Der Geschäftsmann habe „nach eigenem Ermessen gehandelt und das Geld für sich selbst oder andere ausgegeben“, so der Staatsanwalt, und auf „übermäßige private Ausgaben“ verwiesen. Die finanzielle Lage des Unternehmens sei „keineswegs prekär“ gewesen, fügte Paxton hinzu. Die Anklage argumentierte, der Angeklagte habe Familien und den Staat systematisch betrogen und Bestattungszahlungen für persönliche Zwecke statt für Betriebskosten verwendet.
Die Trauer einer Mutter
Jasmine Beverley, deren Sohn Sunny im Mai 2022 tot geboren wurde, sagte der BBC, der Bestatter sei „einfühlsam“ und „sehr respektvoll“ erschienen. Sie war schockiert, als sie erfuhr, dass die sterblichen Überreste ihres Sohnes fast zwei Jahre nach der Trauerfeier in einer braunen Tüte auf dem Boden der Räumlichkeiten gefunden worden waren.
Ich musste erkennen, dass er immer noch da war – fast zwei Jahre nach der Trauerfeier.
Beverley hatte geglaubt, ihr Sohn sei eingeäschert worden. Stattdessen befand sich sein Körper unter den von der Polizei entdeckten Leichen. Sie bezeichnete die Entdeckung als tiefen Vertrauensbruch. Ihre Aussage ist eine von mehr als 100, die während der Strafmaßverhandlung verlesen werden.
Strafmaß und Auswirkungen auf die Opfer
Die Strafmaßverhandlung wird voraussichtlich fünf Tage dauern. Mehr als 100 Opferauswirkungen-Aussagen von Angehörigen sollen vor Gericht verlesen werden. Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe, nachdem er die Vorwürfe im April eingeräumt hat. Der Fall hat in Hull breite Verurteilung erfahren, wo Familien dem Bestattungsinstitut die sterblichen Überreste ihrer Lieben anvertraut hatten. Einige Angehörige haben erklärt, dass sie beabsichtigen, den Angeklagten während des Verfahrens direkt zu konfrontieren. Der Richter wird das Ausmaß des Betrugs und den verursachten emotionalen Schaden berücksichtigen, bevor er das Urteil fällt.


