Die EZB erwartet, dass die Lebensmittelinflation im dritten Quartal 2027 auf 3,4 Prozent steigt, bevor sie nachlässt – nach 1,3 Prozent im September 2026.
Hitze und Dürre könnten die Lebensmittelinflation in den kommenden zwölf Monaten nach Schätzungen der EZB-Volkswirte um 0,3 bis 0,8 Prozentpunkte erhöhen.
Michalis Sarantis sagte, Feta könne von 12 bis 13 Euro pro Kilo auf 16 Euro steigen – ein Anstieg um 33 Prozent, sollte er sich bestätigen.
Am Dienstag, 20. Oktober 2026, veröffentlichte die Europäische Zentralbank einen Blogbeitrag von vier Volkswirtinnen und Volkswirten – Elena Bobeica, Gerrit Koester, Friderike Kuik und Christiane Nickel –, in dem sie warnen, dass die Lebensmittelpreise im Euroraum im kommenden Jahr wieder steigen könnten. Die Autorinnen und Autoren beschreiben einen Doppelschock aus Energie und extremem Wetter, der die Preisspannungen erneut entfachen könnte. Sie betonen, es sei noch zu früh für die Schlussfolgerung, die Inflation habe an Biss verloren, und die jüngste Konjunkturabschwächung könne sich als vorübergehend erweisen. Die EZB erwartet, dass die Lebensmittelinflation im dritten Quartal 2027 auf 3,4 Prozent steigt, bevor sie nachlässt. Die Bank wies darauf hin, dass die Ansichten von den Autorinnen und Autoren stammen und nicht zwingend die offizielle Position der EZB wiedergeben. Die Warnung fällt in eine Zeit, in der Frankreich wegen der hohen Lebenshaltungskosten breite Proteste erlebt.
Die Lebensmittelinflation im Euroraum fiel von 2,6 Prozent im Januar 2026 auf 1,1 Prozent im August, den niedrigsten Stand seit Mitte 2021, und stieg im September leicht auf 1,3 Prozent. Der Anstieg im September ging vor allem auf frische Erzeugnisse zurück, deren Preise schneller auf das Wetter reagieren. Gute europäische Ernten im Jahr 2025, insbesondere bei Getreide und Ölsaaten, sowie niedrigere Weltmarktpreise für Kaffee, Tee, Kakao und Zucker hatten die Kosten gedämpft. Brot, Milch und Schokolade belasten das Inflationsempfinden der Haushalte weiterhin stark. Lebensmittel sind rund 30 Prozent teurer als Ende 2021, und die Kaufkraft der Haushalte bei Lebensmitteln hat ihr Niveau von vor der Inflationswelle nicht wieder erreicht.
Daten aus dem Artikeltext
Der Energieschock erreicht die Lebensmittelkosten indirekt – über Transport, Düngemittel, Verarbeitung und Verpackung –, und diese Effekte können Monate brauchen, bis sie in den Regalen sichtbar werden. Höhere Erdgaspreise treiben die Kosten für die Düngemittelproduktion, während höhere Getreidepreise später in Futtermittel und dann in Milch- und Fleischprodukte übergehen können. Die Wirkung steigender Ölpreise kann Jahre brauchen, bis sie die Lebensmittelpreise vollständig erreicht, und der Effekt von Erdgas tritt mit noch längeren Verzögerungen auf. Hitze und Dürre haben die Ernten zudem zu einem kritischen Zeitpunkt der Landwirtschaftssaison 2026 getroffen. Die Schätzungen der EZB beziffern den Wettereffekt auf die Lebensmittelinflation in den kommenden zwölf Monaten auf 0,3 bis 0,8 Prozentpunkte. Die größten Auswirkungen werden bei energieintensiven Kulturen wie Weizen, Mais und Gerste erwartet.
Griechenlands Entwicklungsminister Takis Theodorikakos hat auf eine harmonisierte Lebensmittelinflation von -0,4 Prozent im Juli, 0,2 Prozent im August und -0,2 Prozent im September verwiesen. Er schrieb dies der Koordinierung der Regierung mit Industrie und Supermärkten im Rahmen einer Nationalen Initiative zur Preissenkung zu und warnte zugleich vor Selbstzufriedenheit, da ein schwieriger Winter bevorstehe. Bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern kommt die Entlastung nicht an, da Grundnahrungsmittel wie Feta immer teurer werden. Michalis Sarantis, Vorsitzender des branchenübergreifenden Feta-Gremiums und Vorstandsvorsitzender von Hellenic Dairies, der größten Gruppe der Branche, sagte, Feta könne von 12 bis 13 Euro auf 16 Euro pro Kilo steigen – ein Anstieg um 33 Prozent, sollte er sich bestätigen. Als Treiber gelten Engpässe bei Schafsmilch und steigende Exporte. Das Wirtschaftsteam der griechischen Regierung befürchtet, dass die Belastungen ab November deutlicher sichtbar werden, wenn eine Ende August gestartete Initiative zur Preisstabilisierung ausläuft.
S&P warnte vor einem starken Rückgang der globalen Agrarproduktion und brachte dies mit anhaltenden Störungen der Energie- und Düngemittelströme sowie der Möglichkeit eines besonders starken El Niño in Verbindung. Die Agentur senkte ihre Maisprognose für Brasilien um 6 Millionen Tonnen auf 137 Millionen Tonnen. Ihre Sojabohnenprognose wurde um dieselben 6 Millionen Tonnen auf 177 Millionen Tonnen gesenkt. Sollte sich das ungünstige Wetter verstärken, könnten sich die Verluste ausweiten und den Druck auf die internationalen Lebensmittelmärkte erhöhen.
Daten aus dem Artikeltext
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützenMakroökonomie · Athen
Ein am Dienstag, 20. Oktober 2026, veröffentlichter Blogbeitrag der EZB prognostiziert eine Lebensmittelinflation im Euroraum von 3,4 Prozent im dritten Quartal 2027. Die Autorinnen und Autoren nennen einen Energieschock und extremes Wetter als Hauptrisiken.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Η Ναυτεμπορική, NewsIT, H Kαθημερινή und weiteren Medien. Veröffentlicht .