Sicherheit · München

Prozess um Münchner Autofahrt: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, Verteidigung verweist auf Schizophrenie

Die Bundesanwaltschaft fordert lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld für Farhad N., der im Februar 2025 in eine Verdi-Demonstration fuhr und eine Mutter und ihr Kleinkind tötete. Die Verteidigung argumentiert, er sei schizophren und benötige psychiatrische Behandlung.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, ZEIT ONLINE, Bayerischer Rundfunk und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

München · Deutschland

Die Tat

Im Februar 2025 fuhr ein 25-jähriger Afghane mit einem Auto in eine Verdi-Gewerkschaftsdemonstration in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. Eine Mutter und ihre zweijährige Tochter im Kinderwagen wurden getötet, zahlreiche weitere Teilnehmer wurden verletzt, einige davon schwer. Der Angeklagte, Farhad N., wurde am Tatort festgenommen.

Anklage und Prozess

Die Bundesanwaltschaft klagte Farhad N. wegen zweifachen Mordes, 22-fachen versuchten Mordes und mehrfacher gefährlicher Körperverletzung an. Der Prozess vor dem Oberlandesgericht München befindet sich nun in den Schlussplädoyers: Die Staatsanwaltschaft trug ihre Argumente am 28. Juli 2026 vor, die Verteidigung antwortete am darauffolgenden Tag.

Forderung der Staatsanwaltschaft

In einem zweistündigen Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld – eine rechtliche Einstufung, die eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren extrem erschwert. Die Staatsanwälte argumentierten, die Tat sei vorsätzlich gewesen und auf die Vernichtung menschlichen Lebens abgezielt.

„Die Tat war, man muss es so deutlich sagen, auf die Vernichtung menschlichen Lebens gerichtet.“

Bundesanwalt

Sie führten religiöse Motive an und verwiesen auf den Konsum von Videos islamistischer Prediger kurz vor der Tat sowie auf die Geste des erhobenen Zeigefingers, ein von Extremisten verwendetes Symbol, am ersten Prozesstag. Ein gerichtlich bestellter psychiatrischer Gutachter diagnostizierte eine mittelgradige Persönlichkeitsstörung, aber keine akute Psychose, sodass die Staatsanwaltschaft von voller strafrechtlicher Verantwortlichkeit ausgeht.

Gegenargument der Verteidigung

Am 29. Juli plädierte die Verteidigung für eine 15-jährige Haftstrafe und die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung. Sie behaupteten, der Angeklagte leide an hebephrener Schizophrenie, einer Form der Erkrankung, die während der Tat durchgebrochen sei.

„Der Angeklagte leidet an hebephrener Schizophrenie, und diese ist bei der Begehung der Tat durchgebrochen und hat zu schrecklichem Leid und dem Tod zweier Menschen geführt.“

Verteidiger

Die Verteidigung betonte, dass das Gericht nicht an die Einschätzung des Gutachters gebunden sei, und forderte die Richter auf, die psychiatrische Diagnose zu berücksichtigen.

Stimmen der Opfer

Vertreter der Familien der Opfer nutzten ihre Schlussplädoyers, um den Angeklagten zu verurteilen. Ein Anwalt beschrieb ihn als feige, empathielos, intellektuell eingeschränkt und mit Komplexen belastet. Auch die Familie der getöteten Mutter und des Kindes äußerte ihren Zorn und nannte ihn einen kleinen, empathielosen Mann mit einem kleinen Ego, der im Leben wenig erreicht habe.

Wie es weitergeht

Das Gericht wird nun beraten. Ein Termin für das Urteil steht noch nicht fest.

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