
Marine Le Pen stellt nationale Priorität und Wohnungsreform ins Zentrum ihrer Präsidentschaftskandidatur 2027
Die Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National, Marine Le Pen, schlug am Sonntag in einer Rede in Hénin-Beaumont vor, Sozialwohnungen und Wohngeld auf französische Staatsangehörige zu beschränken.
Nationale Priorität beim Wohnen
Am Sonntagnachmittag, dem 13. September 2026, hielt die Vorsitzende des Rassemblement National, Marine Le Pen, eine knapp einstündige Rede in ihrer nördlichen Hochburg Hénin-Beaumont im Département Pas-de-Calais. Die Rede positionierte die Wohnungsreform als eines der zentralen Vorhaben ihrer möglichen fünfjährigen Amtszeit für die Präsidentschaftswahl 2027. Le Pen erklärte, dass französische Bürger Vorrang beim Zugang zu Sozialwohnungen erhalten müssten und dass persönliche Wohnbeihilfen (APL) ausschließlich französischen Staatsangehörigen vorbehalten sein müssten. Sie verteidigte diese Politik der nationalen Priorität als ein faires Recht, das für alle Bürger unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion, Herkunft oder ihrem Wohnort gelte.
Wir werden allen Franzosen, wie es in allen Ländern der Welt praktiziert wird, ein natürliches und faires Recht garantieren.
Reform des Sozialwohnungsbaus und Bauziele
Le Pen skizzierte eine Wohnungsbauplattform mit drei spezifischen Säulen: Freisetzung von Baukapazitäten, Verbesserung des bestehenden Wohnungsbestands und Schutz des Wohneigentums. Sie erklärte, ihr Ziel sei es, die Wohnsituation in Frankreich innerhalb von fünf Jahren zu normalisieren, indem der Bau angekurbelt und das individuelle Wohneigentum gefördert werde. In diesem Rahmen sollen öffentliche Grundstücke kostenlos an Bauträger abgegeben werden, im Gegenzug für den Bau Tausender Wohnungen mit moderaten Mieten. Das Programm sieht zudem einen nationalen Plan zur Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum vor. Im Bereich des Sozialwohnungsbaus schlug Le Pen die Aufhebung des SRU-Gesetzes vor, das Gemeinden eine verbindliche Sozialwohnungsquote auferlegt. Ihr Vorschlag sieht zudem den Verkauf ausgewählter öffentlicher Wohnungen an französische Mieter und die Räumung von Sozialwohnungen von säumigen Familien vor.
Umweltauflagen und Renovierungszuschüsse
Die Kandidatin forderte zudem den Abbau mehrerer Umweltvorschriften und Verwaltungsstandards, die ihrer Ansicht nach den Wohnungsmarkt einschränken. Le Pen versprach, die Null-Netto-Künstlichkeits-Regelung (ZAN) abzuschaffen, und bezeichnete die Flächennutzungsbeschränkung als ideologische Vorschrift. Sie kündigte auch an, rechtliche Beschränkungen im Zusammenhang mit Energieausweisen (DPE) zu beseitigen, damit die Energiebewertungen rein beratend bleiben und weder den Immobilienwert bestimmen noch die Vermietung verhindern. Zur Unterstützung von Wohnungsverbesserungen schlug Le Pen vor, das bestehende Programm MaPrimeRénov' durch ein neues Programm mit dem Titel 100% Rénov zu ersetzen.
Lassen Sie uns Vorschriften abbauen, solange sie nicht wesentlich sind, verlängerte Fristen verkürzen, entmutigende Verfahren vereinfachen.
Das 100% Rénov-Mechanismus würde als zinsloses Darlehen fungieren, das allen Haushalten offensteht, die Renovierungsarbeiten finanzieren, Heizsysteme auf Strom umstellen oder Klimaanlagen installieren möchten.
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Wahlkampfauftakt und Resonanz in der Partei
Die Rede in Hénin-Beaumont folgte auf ein Wochenende mit nichtöffentlichen Sitzungen der Parlamentarier des Rassemblement National in Le Touquet. Le Pen präsentierte die Wahl 2027 als eine Entscheidung zwischen nationaler Stagnation und französischer Erneuerung, um Schwung für die Parteiprogrammatik zu erzeugen. Die Stimmung vor Ort in der Parteibastion spiegelte jedoch interne Diskussionen über die Führung der Partei für 2027 wider. Während viele Einwohner die Partei weiterhin als primäre politische Option betrachten, äußerten einige lokale Wähler eine Präferenz für den Parteivorsitzenden Jordan Bardella, da er ihrer Einschätzung nach eine breitere Wählerschaft als Le Pen ansprechen könnte.


