
Lawine am Basislager des Himlung Himal in Nepal tötet 15 einheimische Expeditionsmitarbeiter
Rettungskräfte in Nepal haben 15 Leichen aus dem Basislager des Himlung Himal geborgen, nachdem eine von einem Zyklon ausgelöste Lawine 16 einheimische Expeditionsmitarbeiter unter vier Metern Schnee begraben hatte.
Bergungsarbeiten am Himlung Himal
Rettungskräfte in Nepal haben am Donnerstag acht weitere Leichen aus dem Basislager des Himlung Himal geborgen, womit die Zahl der Toten nach einer Lawine am Wochenende auf 15 stieg. Der 7.126 Meter hohe Gipfel liegt im Distrikt Manang nahe der Grenze zu Tibet und zieht Bergsteiger an, die ihre erste Besteigung eines 7.000ers versuchen. Ein Team aus elf Rettungskräften, darunter erfahrene Bergführer, grub sich durch mehr als vier Meter Schnee, um die Zelte zu erreichen, die verschüttet wurden, als die Lawine am Sonntagmorgen niederging. Sechzehn nepalesische Hilfskräfte, beschäftigt bei zwei Expeditionsunternehmen, waren dabei, das Lager auf einer Höhe von rund 4.900 Metern vor der Herbstklettersaison aufzubauen. Ein Arbeiter wird noch vermisst, während die Notfallteams die Suche am Ort fortsetzen.
Der Einsatz findet unter extrem schwierigen und anspruchsvollen Bedingungen statt.
- Lawine trifft Basislager; zwei Bergführer tot aufgefunden
- Rettungskräfte bergen zwei Küchenmitarbeiter aus dem Schnee
- Suche nach Wetterverzögerungen fortgesetzt, drei Leichen geborgen
- Acht Leichen unter vier Metern Schnee entdeckt, Zahl der Toten steigt auf 15
Suchaktion und Identifizierung der Opfer
Das Bergungsteam fand am Sonntag unmittelbar nach dem Schneeniedergang auf das Basislager zwei Bergführer. Am Montag zogen Rettungskräfte zwei Küchenmitarbeiter aus dem Schnee, am Dienstag folgten drei weitere Opfer, nachdem die Wetterbedingungen Flüge erlaubt hatten. Die Suche war zu Beginn der Woche mehrfach unterbrochen worden, weil schlechte Sicht in Kathmandu die Transporthubschrauber am Boden hielt. Am Donnerstag fanden Suchteams unter der Leitung von Pasang Kaji Sherpa und Bikram Karki die übrigen acht Leichen nahe den zerstörten Lagerstrukturen. Örtliche Behörden bestätigten, dass Hubschrauber begannen, die geborgenen Leichen in nahe gelegene Siedlungen und in die Hauptstadt zu bringen.
Das Team hat heute acht Leichen entdeckt, womit die Zahl der am Fundort gefundenen auf fünfzehn steigt.
- 2026-09-27
- 2 Leichen
- 2026-09-28
- 2 Leichen
- 2026-09-29
- 3 Leichen
- 2026-10-01
- 8 Leichen
Regionale Sturmschäden und Klettersaison
Die Lawine folgte auf schweres Wetter, das ein Zyklon über dem Golf von Bengalen erzeugte und das tagelangen intensiven Schneefall und sintflutartigen Regen im gesamten Himalaya brachte. Das größere Wettersystem löste Sturzfluten und Erdrutsche aus, die in ganz Nepal 31 Menschen töteten und in Nordindien mindestens 56. Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh meldete der Katastrophenschutzbeauftragte Hrishikesh Bhaskar Yashod Niederschläge von 66,5 mm, ein Anstieg um 775 % gegenüber dem saisonalen Durchschnitt von 7,6 mm. Der Sturm blockierte Straßen, riss Stromleitungen nieder und spülte Brücken in ganz Nepal weg, was den Notfallzugang zu abgelegenen Bergtälern behinderte. Der Bergtourismus ist eine wichtige wirtschaftliche Säule für Nepal, wo die Behörden für die laufende Saison rund 600 Klettergenehmigungen an Bergsteiger aus fast 70 Ländern ausstellten.
Kontext der jüngsten Himalaya-Katastrophen
Ausländische Bergsteiger waren noch nicht am Basislager des Himlung Himal eingetroffen, als der Hang abrutschte, sodass die Opfer ausschließlich einheimische Führer und Lagerpersonal waren. Mit 15 Toten ist der Vorfall das tödlichste Bergsteigerereignis in Nepal seit der Everest-Lawine von 2014, bei der 16 Menschen starben, und dem Erdbeben von 2015, das am selben Berg 18 Menschenleben forderte. Nepal setzt zudem die Bergungsarbeiten nach einem Gletscherabbruch und einer Erdrutschkatastrophe im August fort, bei der mehr als 1.400 Menschen starben und Tausende vermisst werden. Zusätzliche Regenfälle Ende September lösten örtliche Erdrutsche aus, die landesweit mindestens 14 Menschen töteten. Expeditionsveranstalter und Führerverbände erklärten, die Suche nach dem einen vermissten Arbeiter werde wegen der minimalen Überlebenschancen bald eingestellt.


