
Lausanne HC bezwingt Genève-Servette 6:5 im Penaltyschießen nach drei späten Toren
Lausanne HC erzielte in den letzten drei Minuten der regulären Spielzeit drei Tore innerhalb von 101 Sekunden und sicherte sich im Léman-Derby einen 6:5-Sieg im Penaltyschießen gegen den Rivalen Genève-Servette.
Frühes Derby-Geschehen und Hinausstellung im ersten Drittel
Das Léman-Derby zwischen Lausanne HC und Genève-Servette begann in einer ausverkauften Vaudoise Arena vor 9.600 Zuschauern mit einem offenen, temporeichen ersten Drittel. Lausanne war nach nur zwei Siegen aus den ersten sechs Partien und einer 0:3-Niederlage bei HC Ajoie im unteren Tabellenbereich der National League angetreten. Genève-Servette reiste in gegensätzlicher Verfassung an und belegte nach vier Ligasiegen in Folge den 2. Tabellenplatz. Die Gäste gingen in der 6. Minute durch Mantas Ignativicius mit 0:1 in Führung. Axel Simic glich in der 10. Minute für das Heimteam aus, als er eine Vorlage von Nathan Vouardoux verwertete und zum 1:1 traf. Roger Karrer brachte Genf in der 12. Minute nach einem Pass von Matthew Verboon erneut in Führung, ehe Mischa Rüegsegger in der 14. Minute nach Zuspiel von Yannick Zehnder zum 2:2 ausglich. Kurz darauf, ebenfalls in der 14. Minute, wurde Genève-Servettes Topscorer Jesse Puljujärvi nach einem Check gegen den Kopf des Lausanner Verteidigers Erik Brännström vom Spiel ausgeschlossen, was eine Disziplinarstrafe und den vorzeitigen Gang in die Kabine bedeutete.
Genève-Servette baut einen Drei-Tore-Vorsprung auf
Trotz des Verlusts ihres wichtigsten Angreifers für den Rest des Abends hielten die von Sam Hallam betreuten Spieler ihre taktische Disziplin und nutzten im zweiten Drittel ihre Torchancen. Nach einem eher ruhigen Beginn des Mittelabschnitts legte Genève-Servette eine schnelle Zwei-Tore-Sequenz hin und übernahm die Kontrolle über die Partie. Matthew Verboon durchbrach in der 33. Minute den Stillstand und brachte die Gäste mit 2:3 in Führung. Drei Minuten später, in der 36. Minute, erhöhte Arnaud Sutter nach Vorlage von Sakari Manninen auf 2:4. Die Gäste nahmen ihren Zwei-Tore-Vorsprung mit in das Schlussdrittel und schränkten die Offensivproduktion der Lausanner weiter ein. Simon Le Coultre erzielte in der 56. Minute nach einer weiteren Vorlage von Verboon das fünfte Tor für Genf und brachte Genève-Servette mit 2:5 in Führung, als knapp vier Minuten auf der Uhr verblieben. Während die Genfer Anhänger im Gästeblock feierten, schien die Partie zugunsten der Gäste entschieden.
Drei Tore in 101 Sekunden erzwingen die Verlängerung
Mit drei Toren Rückstand und weniger als drei Minuten Restspielzeit in der regulären Spielzeit startete Lausanne eine rasante Aufholjagd, die den gesamten Rückstand in nur 101 Sekunden wettmachte. Curtis Lazar leitete den Aufschwung 2:56 Minuten vor Schluss ein (beim Stand von 57:04) und verkürzte in Überzahl nach Vorlagen von Zehnder und Brännström auf 3:5. Nur 28 Sekunden später überwand Ahti Oksanen den Genfer Torhüter nach Pässen von Vouardoux und Romain Loeffel und brachte den Spielstand auf 4:5, während Lausanne seinen Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm. Das Heimteam ließ den zusätzlichen Angreifer auf dem Eis, und Drake Caggiula erzielte in der 59. Minute (beim Stand von 58:45) den Ausgleich, genau 73 Sekunden nach Oksanens Treffer. Die Heimfans jubelten, und bei 5:5 ging es in eine fünfminütige Verlängerung.
- Ignativicius eröffnet den Torreigen für Genève-Servette (0:1)
- Simic gleicht für Lausanne aus (1:1)
- Karrer trifft zur Führung für Genève-Servette (1:2)
- Rüegsegger gleicht aus (2:2); Puljujärvi wird nach einem Kopfcheck ausgeschlossen
- Verboon trifft zur erneuten Führung für Genève-Servette (2:3)
- Sutter baut die Führung für Genève-Servette aus (2:4)
- Le Coultre erhöht auf drei Tore Vorsprung (2:5)
- Lazar trifft in Überzahl für Lausanne (3:5)
- Oksanen bringt Lausanne auf ein Tor heran (4:5)
- Caggiula erzielt mit einem zusätzlichen Angreifer den Ausgleich (5:5)
- Brännström verwertet den einzigen Penalty und sichert den Sieg (6:5)
Brännström entscheidet das Penaltyschießen
Genève-Servette dominierte den Puckbesitz während der fünfminütigen Verlängerung und ließ Lausanne kaum Möglichkeiten, das Spiel zu kontrollieren, doch keine der beiden Mannschaften erzielte das entscheidende Tor. Die Partie ging in ein Penaltyschießen, in dem die Schützen beider Teams nach einer torreichen regulären Spielzeit Mühe hatten, die gegnerischen Torhüter zu überwinden. Erik Brännström, der nach dem Kopfcheck im ersten Drittel ins Spiel zurückgekehrt war, erwies sich als der einzige Spieler beider Mannschaften, der seinen Penalty verwertete. Der Treffer im Penaltyschießen brachte Lausanne den Zusatzpunkt und besiegelte einen 6:5-Sieg, beendete eine Serie von zwei Niederlagen und brachte den Klub auf den 10. Platz der National-League-Tabelle. Genève-Servette blieb nach der Niederlage im Penaltyschießen auf dem 2. Platz, liegt aber nun 11 Punkte hinter Spitzenreiter ZSC Lions zurück, was die verlorenen Punkte betrifft.


