Kurz gefasst
Israelische Militärkräfte nahmen Brad Lander am Mittwoch, 21. Oktober 2026, fest. Er sagt, er sei nach etwa drei Stunden freigelassen worden, während Dutzende israelische und internationale Teilnehmer weiter in Gewahrsam blieben.
The Guardian berichtete unter Berufung auf die Organisatoren von Protect the Harvest von etwa 80 Festgenommenen, The Independent und EL PAÍS nannten unter Berufung auf Menschenrechtsgruppen 90.
Israelisches Militär und Polizei teilten den Freiwilligen mit, das Gebiet sei eine geschlossene Militärzone, doch Rabbis for Human Rights erklärte, die Gruppe habe davon nicht im Voraus wissen können.
Laut La Razón griffen am Freitag, 16. Oktober, Dutzende maskierte Siedler Bauern nahe Abu Falah an und schlugen einen US-Fotojournalisten, der über die Ernte berichtete.
- Beginn der ErnteFreiwillige beginnen die Olivenernte mit palästinensischen Bauern bei Nahalin
- Etwa zwei Stunden nach ErntebeginnIsraelische Kräfte treffen ein und nehmen die Freiwilligen fest, die in Busse gesetzt werden
- Etwa drei Stunden nach der FestnahmeLander wird freigelassen, während andere Teilnehmer in Gewahrsam bleiben
Die Festnahme
Israelische Militärkräfte nahmen Brad Lander am Mittwoch, 21. Oktober 2026, fest, während er an einer internationalen Delegation teilnahm, die gemeinsam mit palästinensischen Bauern bei Nahalin im Westjordanland Oliven erntete. Lander ist der demokratische Kandidat für den 10. Kongresswahlbezirk von New York bei den Midterm-Wahlen am 3. November und ein Verbündeter des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani. Er veröffentlichte auf X ein Foto, das aus einem Bus aufgenommen worden war, und erklärte, er sei zusammen mit einer Gruppe von Rabbinern und Freiwilligen festgenommen worden. In einem Telefoninterview sagte er, er sei rund drei Stunden festgehalten worden, bevor er freigelassen wurde, während Dutzende israelische und internationale Teilnehmer weiter in Gewahrsam blieben.
Wie die Ernte gestoppt wurde
Rabbis for Human Rights, eine israelische Organisation, erklärte, die Freiwilligen hätten palästinensische Bauern nahe einem Dorf bei Bethlehem begleitet, als israelische Kräfte etwa zwei Stunden nach Beginn der Ernte eintrafen. Protect the Harvest, die Gruppe, die die Reise organisiert hatte, beschrieb den Moment in einer Erklärung.
„Alle Freiwilligen ernteten friedlich auf dem Privatland einer palästinensischen Familie, die sie eingeladen hatte.“
Soldaten teilten der Gruppe mit, das Gebiet sei zur geschlossenen Militärzone erklärt worden, trennten die Teilnehmer anschließend nach Nationalität und brachten sie zu einer Polizeistation – die Israelis in Kleinbussen, die Amerikaner in einem größeren Bus. Rabbis for Human Rights erklärte, die Gruppe habe von der Sperrung nicht im Voraus wissen können. Die Angaben zur Zahl der Festgenommenen schwanken: The Guardian nannte unter Berufung auf die Organisatoren etwa 80, The Independent und EL PAÍS berichteten unter Berufung auf Menschenrechtsgruppen von 90.
Landers Schilderung und die israelische Reaktion
Lander sagte, Beamte in einer israelischen Militäreinrichtung hätten ihm mitgeteilt, er werde freigelassen, weil er ein öffentliches Amt innehabe, und er habe protestiert, dass er nichts anderes getan habe als alle anderen.
„Ich hatte nichts anderes getan als alle anderen und verdiente gewiss keine Sonderbehandlung.“
Er sagte, man habe ihm anschließend eine Verwarnung erteilt, seine Handlungen seien illegal und falsch gewesen, und die Gruppe habe eine öffentliche Störung verursacht, indem sie dorthin gegangen sei, wo sie nicht hätte hingehen dürfen. Rabbi Jill Jacobs, Geschäftsführerin der US-Menschenrechtsorganisation T'ruah, war ebenfalls unter den Festgenommenen. Sie sagte Reuters, die Gruppe habe angeboten, das Gebiet zu verlassen, sei stattdessen aber in Busse gesetzt und zu einer Polizeistation gebracht worden; soweit sie wisse, hätten die Behörden keine förmlichen Vorwürfe erhoben.
„Wir haben offensichtlich nichts Gewaltsames getan, aber allein die Tatsache, gemeinsam mit palästinensischen Bauern Oliven zu pflücken, war für manche offenbar störend.“
Siedlergewalt während der Olivenernte
Die Festnahme erfolgte vor dem Hintergrund einer breiteren Welle von Siedlergewalt gegen palästinensische Olivenbauern. Laut La Razón griffen am Freitag, 16. Oktober, Dutzende maskierte Siedler Bauern nahe Abu Falah nordöstlich von Ramallah mit Steinen an und schlugen einen US-Fotojournalisten, der für The Washington Post über die Ernte berichtete und ins Krankenhaus kam. Amnesty International erklärte am Dienstag, 20. Oktober, die Ernte sei zu einer Zeit des Schreckens geworden. Die Organisation erklärte, Siedler verbrannten zudem Olivenbäume und stählen Ernten, während Einschränkungen der israelischen Armee den Bauern den Zugang zu ihren Feldern verwehrten. Auch Angriffe auf europäische Diplomaten und einen französischen Bürgermeister zogen internationale Verurteilung und Forderungen nach sich, die israelische Regierung solle gegen Extremisten vorgehen.
Offene Fragen
Lander sagte, den Rabbinern und anderen, die sich noch in Gewahrsam befänden, drohe die Abschiebung. Die Gruppe habe nur eines getan: Oliven geerntet. Die israelische Armee hat angekündigt, im Laufe des Tages eine Erklärung zu Lander zu veröffentlichen; die israelische Polizei und die US-Botschaft in Jerusalem hatten sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht zu dem Fall geäußert.