
Tunesien plant Entlassung von Trainer Lamouchi nach 5:1-WM-Niederlage gegen Schweden
Tunesiens Nationaltrainer Sabri Lamouchi steht während der Weltmeisterschaft 2026 nach einer 5:1-Niederlage im Auftaktspiel gegen Schweden kurz vor der Entlassung. Inmitten von Spielerprotesten und einer Auseinandersetzung im Hotel, in die sein Sohn verwickelt war, wurde eine Krisensitzung einberufen.
Niederlage und unmittelbare Konsequenzen
Tunesien verlor sein Auftaktspiel der Gruppe F bei der Weltmeisterschaft 2026 mit 1:5 gegen Schweden – ein Ergebnis, das eine sofortige Krise auslöste. Laut Mosaique FM forderten Mitglieder der tunesischen Delegation und einige Spieler bereits während des laufenden Spiels und noch vor dem Schlusspfiff, als das Team mit vier Toren zurücklag, die Ablösung von Trainer Sabri Lamouchi. Die Funktionäre des Verbandes verließen das Stadion noch vor den Spielern und dem technischen Stab und begaben sich direkt zurück ins Mannschaftshotel.
Eine Niederlage aufgrund individueller Fehler und einer allgemeinen taktischen Fragilität.
Die Niederlage ist die höchste, die Tunesien jemals bei einer Weltmeisterschaft hinnehmen musste. Lamouchi, ein ehemaliger Mittelfeldspieler von Parma, Inter und Genua, wurde im Januar eingestellt und betreute das Team in fünf Spielen: ein Sieg, ein Unentschieden, drei Niederlagen, bei elf Gegentoren und nur zwei erzielten Treffern. Testspielniederlagen gegen Österreich (1:0) und Belgien (5:1) hatten bereits vor dem Turnier für Bedenken gesorgt.
- Siege
- 1
- Unentschieden
- 1
- Niederlagen
- 3
Krisensitzung und potenzieller Nachfolger
Nach dem Spiel hielt die Verbandsführung eine dringende Sitzung ab, sowohl im Mannschaftshotel in Monterrey als auch per Videoschalte mit Kollegen in Tunesien. Mosaique FM berichtete, dass die Entscheidung, Lamouchis Amtszeit zu beenden, einstimmig gefallen sei. Der Hauptkandidat für die Nachfolge ist Mondher Kebaier, der technische Direktor des Verbandes, der bereits mit der Delegation in Monterrey ist. Eine weitere Option, Co-Trainer Wahbi Khazri, wird ebenfalls von mehreren Medien genannt, während Anis Boujelbane nicht einspringen kann, da ihm ein Visum für Mexiko fehlt.
Historische Entlassungen während des Turniers
Sollte Lamouchi entlassen werden, wäre dies erst der vierte Trainerwechsel während eines laufenden WM-Turniers in der Geschichte. Alle drei vorangegangenen Fälle ereigneten sich beim Turnier 1998. Tunesien selbst entließ den polnischen Trainer Henryk Kasperczak nach Niederlagen gegen England und Kolumbien und ersetzte ihn für das letzte Gruppenspiel durch Ali Selmi. Brasiliens Carlos Alberto Parreira, der 1994 die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, wurde von Saudi-Arabien nach Niederlagen gegen Dänemark und Frankreich entlassen. Auch die südkoreanische Legende Cha Bum-kun wurde während der Endrunde 1998 entlassen. Die Seltenheit eines solchen Schrittes unterstreicht das Ausmaß der Krise im tunesischen Lager.
Handgemenge abseits des Platzes und die Rolle des Sohnes
Lokale Medien haben die Anwesenheit von Lamouchis Sohn hervorgehoben, der keine offizielle Funktion bei der Nationalmannschaft hat, aber auf offiziellen Fotos des Stabes und bei Trainingseinheiten zu sehen ist. Nach der Niederlage gegen Schweden kam es laut Berichten von Eurosport und Mosaique FM zu einer Schlägerei zwischen dem Sohn und einem Fan, die das Eingreifen von Sicherheitspersonal erforderte. Der Vorfall verschärfte die Spannungen und trug zur Entscheidung des Verbandes bei.
Wie geht es weiter?
Tunesien bleibt in Gruppe F neben Schweden, Japan und den Niederlanden. Das nächste Spiel findet am Sonntag, den 21. Juni, um 6 Uhr morgens Ortszeit gegen Japan statt. Sollte Lamouchi offiziell entlassen werden, hätten Kebaier oder Khazri nur wenige Tage Zeit, das Team auf ein Spiel vorzubereiten, das darüber entscheiden könnte, ob Tunesien noch eine Chance auf das Weiterkommen hat.


