
Kuwait entzieht eingebürgerten Bürgern per königlichem Dekret das Wahlrecht
Emir Scheich Meschal al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah unterzeichnete ein Dekret zur Änderung des kuwaitischen Staatsangehörigkeitsgesetzes, das eingebürgerten Bürgern das Wahlrecht entzieht, nach Jahren der Staatsbürgerschaftsentzüge und der Aussetzung des Parlaments.
Dekret über eingebürgerte Staatsbürger
Der kuwaitische Emir, Scheich Meschal al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, unterzeichnete am 23. August 2026 ein Dekret zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes, das eingebürgerten Bürgern dauerhaft das Wahlrecht entzieht. Das neue Dekret fügt eine spezifische Klausel in Artikel 7 des Staatsangehörigkeitsgesetzes ein und beseitigt damit die rechtliche Möglichkeit, die zuvor eingebürgerten Personen nach 30 Jahren Staatsbürgerschaft die Stimmabgabe bei Parlamentswahlen erlaubte. Nach dem bestehenden Rechtsrahmen Kuwaits war es eingebürgerten Bürgern bereits untersagt, als Kandidaten bei Wahlen anzutreten oder in parlamentarische Gremien berufen zu werden. Die aktualisierte Änderung formalisiert diese Verbote zusammen mit dem vollständigen Verlust des Wahlrechts. Die staatliche Nachrichtenagentur Kuna verbreitete den Gesetzestext und bestätigte, dass eingebürgerte Einwohner künftig keinerlei Wahlvertretung oder Beteiligungsrechte an der nationalen Regierungsführung mehr haben.
Personen, die die kuwaitische Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben haben, haben kein Recht zu wählen, zu kandidieren oder in ein parlamentarisches Gremium berufen zu werden.
Regierungsänderungen und Aussetzung der Verfassung
Das Wahlrechtsdekret folgt auf eine Reihe von Exekutivmaßnahmen, die das politische System des Golfstaates umstrukturierten. Der 85-jährige Monarch übernahm im Dezember 2023 nach dem Tod seines Vorgängers die Macht. Fünf Monate nach seinem Amtsantritt löste der Emir das kuwaitische Parlament auf und setzte mehrere Artikel der Verfassung außer Kraft, wobei er die direkte Exekutivgewalt über Staatsangelegenheiten beanspruchte. Regierungsvertreter präsentierten diese Schritte zusammen mit den Überarbeitungen des Staatsangehörigkeitsgesetzes als zentrale Bestandteile des Reformprogramms des Emirs. Die Aussetzung der legislativen Arbeit stoppte die regelmäßige parlamentarische Kontrolle und erlaubte dem Monarchen, Gesetzesänderungen direkt per königlichem Dekret zu erlassen.
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Massenhafter Entzug und Heiratsregeln
Ab 2024 leiteten die kuwaitischen Behörden eine umfassende Überprüfung der Staatsangehörigkeit ein, die Zehntausenden von Menschen im ganzen Land die Staatsbürgerschaft entzog. Im Rahmen dieser Kampagne strich die Regierung die Einbürgerung durch Heirat – einen rechtlichen Mechanismus, der zuvor nur für ausländische Frauen galt, die kuwaitische Männer heirateten. Die Verwaltung wandte diese Entscheidung rückwirkend an und annullierte die Staatsbürgerschaft aller Frauen, die seit 1987 die kuwaitische Staatsangehörigkeit durch Heirat erworben hatten. Die Behörden gingen auch gegen Doppelstaatsbürger vor, unter Berufung auf das gesetzliche Verbot der Mehrfachstaatsbürgerschaft. Darüber hinaus entzogen staatliche Ermittlungen Personen und Familien die Staatsbürgerschaft, denen beschuldigt wurde, die Staatsangehörigkeit durch betrügerische Mittel oder gefälschte offizielle Dokumente erlangt zu haben.
Demografische Auswirkungen und politische Motive
Die Staatsangehörigkeitskampagne hat sich über Verwaltungsfälle hinaus auf Personen ausgedehnt, die aufgrund bedeutender Beiträge zur Gesellschaft die Staatsbürgerschaft erhalten hatten, darunter prominente Künstler. Kuwait ist ein ölreicher Golfstaat mit fast 5 Millionen Einwohnern, von denen nur etwa ein Drittel die kuwaitische Staatsbürgerschaft besitzt. Von AFP zitierte Analysten erklärten, dass die Staatsbürgerschaftsmaßnahmen der Regierung darauf abzielen, die rechtliche Staatsangehörigkeit streng auf vererbte Blutlinien zu beschränken, die über Generationen weitergegeben werden. Diese Analysten stellten fest, dass die Einengung der Staatsbürgerschaft die nationale Identität Kuwaits neu formt und die Größe der aktiven Wählerschaft nach Jahren politischer Instabilität zwischen dem gewählten Parlament und der Exekutivführung verringert.


