Zweiter landesweiter Stromausfall innerhalb von fünf Tagen trifft Kuba, während Dissidenten-Rapper am Vorabend des Protest-Jahrestages verlegt wird
Das kubanische Stromnetz ist am Freitag zum zweiten Mal in dieser Woche zusammengebrochen, der vierte allgemeine Ausfall in weniger als sechs Monaten, während die Behörden den inhaftierten Rapper Maykel Osorbo einen Tag vor dem fünften Jahrestag der regierungsfeindlichen Proteste von 2021 in ein anderes Gefängnis verlegten.
Zweiter Blackout in dieser Woche
Kuba erlitt am Freitag, den 10. Juli, um 16:30 Uhr Ortszeit (20:30 Uhr GMT) eine totale Trennung seines nationalen Stromsystems, wie der staatliche Versorger Unión Eléctrica (UNE) mitteilte. Der Zusammenbruch ist der zweite landesweite Blackout innerhalb von fünf Tagen, nachdem am Montag eine Spannungsschwankung in Verbindung mit geringer Stromproduktion die Stromversorgung auf der gesamten Insel unterbrochen hatte. Die UNE erklärte, dass die vollständige Wiederherstellung nach diesem früheren Ausfall erst am Mittwoch erreicht wurde.
Dies ist der vierte allgemeine Blackout in weniger als sechs Monaten und der neunte seit Ende 2024. UNE-Manager machten für die Schwierigkeiten bei der Wiederherstellung die geringe Brennstoffverfügbarkeit verantwortlich, eine direkte Folge der Ölblockade, die Washington im Januar gegen Kuba verhängt hatte.
Totale Trennung des Nationalen Elektrizitätssystems
Veraltetes Netz und US-Sanktionen
Die kubanische Stromproduktion stützt sich auf sieben alternde Wärmekraftwerke, von denen einige seit mehr als 40 Jahren in Betrieb sind und häufig ausfallen oder gewartet werden müssen. Das größte Kraftwerk des Landes, Antonio Guiteras in der Provinz Matanzas, steht wegen Reparaturen still und wurde seit Jahresbeginn mehr als 15 Mal vom Netz genommen. Tägliche Stromausfälle in Havanna dauern bereits über 24 Stunden, während sie in einigen ländlichen Regionen 70 Stunden überschreiten können.
Bloomberg berichtete, dass die Behörden Protokolle zur Wiederherstellung der Stromversorgung aktiviert hätten. Die US-Ölblockade schränkt sowohl Brennstofflieferungen als auch Finanzierungen ein und verschärft die chronische Verschlechterung des Netzes.
Kuba erlitt am Freitag einen landesweiten Blackout, den zweiten innerhalb einer Woche, während das kommunistisch regierte Land mit einem alternden Stromnetz, chronischer Brennstoffknappheit und US-Sanktionen zu kämpfen hat.
Solarkapazität steigt
Um seine Abhängigkeit von importiertem Öl zu verringern, hat die kubanische Regierung den Bau von Solarparks mit Unterstützung Chinas beschleunigt. Zwischen 2025 und Anfang 2026 wurden 56 Photovoltaikparks in Betrieb genommen, die mehr als 1.000 MW erzeugen, was nun 10 % der gesamten nationalen Stromproduktion ausmacht. Ende 2024 trug die Solarenergie nur 3 % zum Strommix bei. Die Behörden streben bis Ende 2026 einen Anteil von 15 % an.
- Stromausfall aufgrund von Spannungsschwankungen und geringer Stromproduktion.
- Nationales Stromnetz nach dem Zusammenbruch vom Montag vollständig wiederhergestellt.
- Totale Trennung des nationalen Stromsystems.
- Ende 2024
- 3 %
- Anfang 2026
- 10 %
- Ende 2026 (Ziel)
- 15 %
Inhaftierter Rapper verlegt
Am selben Tag wurde der Dissidenten-Rapper Maykel Osorbo aus der Haftanstalt, in der er eine neunjährige Haftstrafe verbüßt, herausgeholt und in ein anderes Gefängnis verlegt, wie Aktivisten berichteten. Die Verlegung erfolgte am Vorabend des fünften Jahrestages der historischen Proteste vom Juli 2021, einem sensiblen Datum für die Regierung. Es wurde kein offizieller Grund für den Schritt genannt.
Der kubanische Dissidenten-Rapper Maykel Osorbo wurde am Freitag aus der Haftanstalt, in der er eine neunjährige Haftstrafe verbüßt, herausgeholt und in ein anderes Gefängnis verlegt.
Das zeitliche Zusammentreffen von Stromausfall und Gefangenentransfer unterstreicht den Druck, dem Kuba an mehreren Fronten ausgesetzt ist – vom Infrastrukturzusammenbruch bis zur politischen Dissidenz.

