Sexualdelikte in Hessens Schwimmbädern nehmen zu – Hitzewellen treiben Besucherzahlen, berichtet die Polizei
Die Polizei in Hessen registrierte im vergangenen Jahr 87 Sexualdelikte in öffentlichen Bädern, nach 74 im Jahr 2024, während die Gesamtkriminalität zurückging. Aktuelle Vorfälle in Frankfurt und Griesheim rücken das Thema erneut in den Fokus.
Die Zahlen hinter den Schlagzeilen
Die Polizeistatistik für Hessen weist für 2025 insgesamt 895 Straftaten in Schwimmbädern (Hallen- und Freibäder) aus, ein leichter Rückgang gegenüber 968 im Vorjahr. Die große Mehrheit waren Diebstähle. Zwei Kategorien stachen jedoch hervor: Sexualdelikte stiegen von 74 auf 87, und Rohheitsdelikte (Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit) kletterten von 106 auf 115. Von den 87 Sexualdelikten wurden 78 aufgeklärt.
Im Polizeipräsidium Nordhessen fallen die Zahlen geringer aus, das Muster ist jedoch ähnlich. 2024 wurde ein Sexualdelikt (aufgeklärt) und sechs Rohheitsdelikte (fünf aufgeklärt) registriert. Im Jahr 2025 waren es fünf Sexualdelikte (vier aufgeklärt) und fünf Rohheitsdelikte (vier aufgeklärt).
- 2024 Gesamt
- 968
- 2025 Gesamt
- 895
- 2024 Sexualdelikte
- 74
- 2025 Sexualdelikte
- 87
- 2024 Rohheitsdelikte
- 106
- 2025 Rohheitsdelikte
- 115
Die Vorfälle dieses Sommers
Offizielle Daten für 2026 liegen noch nicht vor, aber die Polizei Westhessen berichtet, dass die Fallzahlen bisher auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr liegen. Mehrere Vorfälle haben bereits für Schlagzeilen gesorgt. Ende Juni wurde ein 31-jähriger Mann festgenommen, der in einem Frankfurter Bad drei Jugendliche unter Wasser unsittlich berührt haben soll. Am Wochenende zuvor soll ein 25-Jähriger zwei Mädchen in einem anderen Frankfurter Freibad sexuell belästigt haben, und ein 50-jähriger Mann soll Kinder am Ende einer Wasserrutsche belästigt haben, wo Zeugen sagten, er habe sie beim Herunterkommen „aufgefangen".
In Griesheim kam es zuletzt zu einem tätlichen Angriff auf das Personal. Die Frankfurter Polizei führte den vorübergehenden Anstieg der Anzeigen auf die jüngste Hitzewelle und die hohen Besucherzahlen zurück.
Die vergangene Hitzewelle und die hohen Besucherzahlen in den Bädern sind wesentliche Faktoren für die vorübergehend erhöhte Anzahl von Strafanzeigen.
Wie die Bäder reagieren
Bäder in Gießen verzeichnen in dieser Saison laut den Stadtwerken keine Sexualdelikte, allerdings kommt es zu Streitigkeiten unter den Badenden. Das Personal setzt die Hausordnung durch, kann Hausverbote aussprechen und ruft bei Bedarf die Polizei. Die Dienstpläne werden an den Bedarf angepasst, und es stehen ausreichend geschultes Personal sowie Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung.
Wir können Ihnen schon jetzt mitteilen, dass die Fallzahlen bisher auf einem konstanten Niveau im Vergleich zum Vorjahr liegen.
Ein regionales Stimmungsbild
Während der Gesamttrend der Kriminalität in Hessischen Bädern rückläufig ist, lenkt die Verschiebung in der Zusammensetzung der Delikte die Aufmerksamkeit von Behörden und Bäderbetreibern auf sich. Die Kombination aus überfüllten Anlagen bei Hitzeperioden und der Art der Vorfälle sorgt für eine erneute Diskussion über Sicherheitsmaßnahmen.


