
Kevin Krawietz und Tim Pütz verlieren US-Open-Finale, Pütz denkt über Rücktritt nach
Kevin Krawietz und Tim Pütz unterlagen im US-Open-Doppelfinale in zwei Sätzen. Danach deutete der 38-jährige Pütz an, dass er sich in der nächsten Saison möglicherweise vom Vollzeit-Tennis zurückziehen werde.
Niederlage im Arthur-Ashe-Stadion
Das deutsche Doppel Kevin Krawietz und Tim Pütz verlor am Samstag das Herren-Doppelfinale der US Open. Sie unterlagen den Briten Neal Skupski und dem Amerikaner Christian Harrison mit 4:6, 6:7 (6:8). Das Match im Arthur-Ashe-Stadion in New York war von nur einem einzigen Break in zwei Sätzen geprägt. Das deutsche Duo vergab eine frühe Breakchance bei 2:1 im ersten Satz, als Pütz einen Volley ins Netz setzte. Harrison und Skupski nutzten ihre Chance bei 3:3 und holten sich das entscheidende Break durch einen Rückhand-Winner von Harrison gegen Krawietz' Aufschlag, bevor sie den Satz mit 6:4 durchbrachten. Im zweiten Satz gab es kein Aufschlagspiel mehr, sodass es zum Tie-Break kam, in dem Krawietz und Pütz bei 6:5 auf Pütz' Aufschlag einen Satzball hatten, diesen aber nicht nutzen konnten. Das britisch-amerikanische Paar gewann den Titel, ohne im gesamten Turnier einen einzigen Satz abzugeben.
- Krawietz und Pütz verpassen eine frühe Breakchance durch einen Volley ins Netz
- Harrison gelingt das einzige Break des Spiels mit einem Rückhand-Winner
- Harrison und Skupski servieren den ersten Satz aus
- Das deutsche Doppel hat bei 6:5 Aufschlag einen Satzball, verliert aber 6:8
Pütz denkt über Rücktritt von der Tour nach
Nach der Siegerehrung sprach der 38-jährige Pütz über seine Zukunft und erklärte, dass die Niederlage das Ende seiner Vollzeit-Karriere auf der Tour bedeuten könnte. Der gebürtige Frankfurter erklärte, dass er sich dem Ruhestand nähere, die Entscheidung jedoch noch nicht endgültig sei. Pütz nannte sein Alter und familiäre Verpflichtungen als Hauptgründe und betonte, dass er nach Jahren des sportlichen Engagements mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. Während der Zeremonie auf dem Platz richtete er einen persönlichen Gruß an seine Kinder zu Hause und äußerte den Wunsch, bald zurückzukehren.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich im nächsten Jahr nicht mehr in Vollzeit spielen werde und Kevin sich einen neuen Partner suchen muss.
Ich habe viele Jahre meines Lebens für Tennis geopfert. Wir als Familie haben viel Zeit geopfert. Jetzt haben wir langsam das Gefühl, dass wir genug geopfert haben, und ich möchte zu Hause sein.
Partnerschaftsstatus und Reaktionen
Krawietz bestätigte, dass Gespräche über Pütz' möglichen Rücktritt innerhalb des Teams bereits geführt worden seien und die Freundschaft der beiden nicht gefährden werde. Der 34-Jährige erklärte, dass er sich für die kommenden Spielzeiten einen neuen Vollzeit-Doppelpartner suchen werde, falls Pütz seinen Turnierplan reduziert. Beide Spieler betonten, dass ihre persönliche und sportliche Verbindung trotz der bevorstehenden Veränderung stabil bleibe. Für das Erreichen des Endspiels in New York kassierte das deutsche Paar eine Prämie von 500.000 US-Dollar, was etwa 431.000 Euro entspricht.
Wenn Pützi irgendwann sagt, dass er keinen vollen Kalender mehr spielt und nur noch einen reduzierten, dann suche ich mir einen neuen Partner.
Doppel-Geschichte und bevorstehende Ereignisse
Die Niederlage ist das zweite Mal, dass Krawietz und Pütz in Flushing Meadows im Endspiel unterlagen. Bereits 2024 hatten sie mit 4:6, 6:7 (4:7) gegen die Australier Max Purcell und Jordan Thompson verloren. Das Duo, das Anfang 2023 gemeinsam angetreten war, feierte seinen größten gemeinsamen Erfolg bei den ATP Finals 2024. Einzeln gewann Krawietz mit Andreas Mies 2019 und 2020 die French Open im Herrendoppel, während Pütz 2023 den Mixed-Titel in Roland Garros mit der Japanerin Miyu Kato holte. Philipp Petzschner ist der bislang einzige Deutsche, der ein US-Open-Doppel gewann; ihm gelang dies 2011 an der Seite des Österreichers Jürgen Melzer. Die deutsche Aufmerksamkeit in New York richtet sich nun auf Alexander Zverev, der am Sonntagabend im Herren-Einzelfinale auf den Amerikaner Ben Shelton trifft.


